Einen Film zu machen, der nicht nur vom Jazz handelt, sondern sich selbst wie Jazz anfühlt, das war das erklärte Ziel der Filmemacher*innen hinter Köln 75. Bei Jazzmusik-Kenner*innen dürften angesichts der Jahreszahl und des Ortes längst die Fan- und Alarmglocken schrillen. Die Rede ist natürlich vom legendären Improvisationsauftritt des Jazz-Stars Keith Jarrett, der sich mit seinem Konzert in der Kölner Oper Mitte der Siebzigerjahre endgültig in den Legendenhimmel spielte. Einen solch mythischen Auftritt filmisch in Szene zu setzen, bedurfte eines besonderen Ansatzes. Produzent Sol Bondy schildert die Anfänge des gemeinsam mit Regisseur Ido Fluk vorangebrachten Projektes so: „Als Ido uns die erste Drehbuchfassung schickte, stand auf dem Cover nicht wie sonst ‚written by Ido Fluk‘, sondern ‚Improvised into words by Ido Fluk‘. Das stimmte uns schon mal darauf ein, was da kommen würde.“
Was schließlich kommen sollte, ist ab der Premiere im Februar auf der Berlinale zu besichtigen. Köln 75 ist ein Konzertfilm über einen der kulturell einflussreichsten Konzertauftritte schlechthin – und obendrein einer, der die Hintergrundgeschichte davon erzählt, wie dieses Avantgardekunst-Event zustande kam. Und dessen Entstehen ist zutiefst mit dem Namen einer Frau verknüpft: dem der Promoterin und Musikmanagerin Vera Brandes.