Eine Frau als Chefin? Nicht nur gesamtgesellschaftlich gesehen sind Frauen in Führungspositionen leider häufig noch eine Rarität. Laut einer aktuellen Studie, die Tausende Filmproduktionen aus den Jahren 2005 bis 2020 aus gut 30 Ländern untersucht hat, wird in der deutschen Filmbranche erst 2041 Geschlechtergerechtigkeit herrschen. Die Filmindustrie braucht nicht nur mehr Frauen, sondern auch in den richtigen Positionen, so die Ergebnisse der Studie. Das findet auch Sinje Gebauer, die seit dem Wintersemester 20024/2025 Professorin für Visual Effects Producing an der HFF München ist: „Auf die Repräsentation kommt es an. Es ist eindrucksvoll für junge Mädchen, wenn die Chefin eine Frau ist. Wir sollten uns alle bemühen und Zeit investieren, damit dieses Bild zur Normalität wird.“
Ein Blick in die Filmbranche zeigt: Während in der Produktion die Genderverhältnisse recht ausgeglichen sind, herrscht in technischeren Arbeitsbereichen oftmals eine Schieflage. „Bei der Bildgestaltung und den visuellen Effekten sind Männer überrepräsentiert. Da gibt´s noch was zu tun“, sagt Gebauer. Deshalb veranstaltet die HFF München erstmals einen Girls‘ Day am 3. April und lädt 30 Teilnehmerinnen* für einen Tag zu sich ein, um die Berufe Kamerafrau* und VFX-Supervisor* kennenzulernen und alles über ein mögliches Studium und Karrieremöglichkeiten in diesen Gebieten zu erfahren. Bedarf und Interesse sind wohl da: Die Plätze waren innerhalb von 24 Stunden ausgebucht, berichtet die VFX-Professorin. Die jungen Frauen werden an diesem Tag die Gelegenheit dazu haben, Workshops zu besuchen, im Studio zu drehen, ein bisschen VFX zu machen und das Haus kennenzulernen. Am wichtigsten sei es ihr, dass die Filminteressierten „die Scheu verlieren und den Film nicht als fertiges Werk sehen“, sagt Gebauer.