Einzig­artige
Koope­ration

Erstmals kooperierten Festival der Zukunft, Filmfest München, FFF Bayern, Residenztheater und XR Hub Bavaria und boten mit ihrer Initiative „Munich Beyond 2025“ im Forum der Zukunft einen spannenden Blick in die aktuelle Welt der Extended Reality.
Text von Jürgen Moises
8 Minuten Lesezeit
S

Schon mal vom „Weißen Terror“ in Taiwan gehört? Was dieser für die Betroffenen bedeutet hat, davon vermittelt The Man Who Couldn’t Leave von Chen Singing einen bleibenden Eindruck. Bei der halbstündigen XR-Experience steht man zunächst dem ehemaligen politischen Gefangenen A-Kuen gegenüber, der Geschichten von seiner eigenen Verhaftung und der von anderen Regime-Gegnern im Jahr 1950 erzählt. Dies wurde durch das 1949 eingeführte Kriegsrecht in Taiwan möglich. Und Schätzungen zur Folge könnten in der Zeit danach bis zu 3.0000 Menschen getötet worden sein. Einer davon war A-Kuens Freund A-Ching, dessen Schicksal, seine Zeit im Gefängnis auf der „Grünen Insel“ und seine Hinrichtung wir dann hautnah miterleben. Am Ende weitet sich die Experience zu einem eindringlichen Plädoyer für Freiheit, Widerstand und Kameradschaft aus.

Im Jahr 2022 bekam Chen Singing bei den Filmfestspielen in Venedig dafür den „Immersive Best Experience“-Award. Und vom 3. bis 5. Juli war The Man Who Couldn’t Leave nun beim Festival der Zukunft in München als einer der virtuellen Höhepunkte zu sehen. Dort, im Forum der Zukunft des Deutschen Museums, aber auch darüber hinaus, war unter dem Titel „Munich Beyond“ eine ganze Reihe an immersiven Performances und XR-Experiences zu erleben. Hinzu kamen Präsentationen und Diskussionen. Außerdem stellten die Finalisten des mit 1.000 Euro dotierten „New Realities Competition“ ihre Arbeiten im Rahmen von „Munich Beyond“ vor. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Fusion von Extended Reality (XR) und Künstlicher Intelligenz (KI). Ein weiterer auf XR als „Medium für kollektive Erfahrungen“.

Veranstaltet wurde „Munich Beyond“ vom Festival der Zukunft in Kooperation mit dem Filmfest München, dem XR HUB Bavaria, dem Residenztheater und dem FFF Bayern. Mit dem Ziel, ein möglichst breites Publikum zu finden und diesem XR als „das spannendste Medium unserer Zeit“ zu präsentieren. Im Falle von The Man Who Couldn’t Leave ist das zweifelsfrei gelungen. Wobei die taiwanesische XR-Arbeit keineswegs die einzige eindrückliche oder preisgekrönte Experience war. Taiwan war bei „Munich Beyond“ Gastland. Andere Werke stammten aus Europa. Und mit der VR-Doku von Amadeus Hiller über die Streetart-Legende Loomit und der Experience Duchampiana von Lilian Hess und Myndstorm waren auch Arbeiten aus München dabei.

Das Besondere an Hillers 15-Minuten-Film Cityflow – Loomit ist, dass es die erste deutsche VR-Doku mit einer 16K-Bildauflösung ist. Und bei der vom FFF Bayern geförderten, 2024 mit dem IFFR-Award in Rotterdam ausgezeichneten XR-Experience Duchampiana ist das Ungewöhnliche, dass sie Virtual Reality mit einem Stepper, einem Fitness-Gerät verbindet. Das heißt, es geht hier als Teil der Handlung virtuelle Treppen hoch und das bringt einen real ins Schwitzen. Bei Moonlit Characters von Linh Vuong gilt es mit Bezug zum chinesischen Poeten Libai (701-762) chinesische Schriftzeichen virtuell nachzumalen. Und bei Mixed Signals von kennedy+swan ist es genauso wie bei Plastocene Reef von Tamiko Thiel möglich, mit Tablet oder Handy Naturmotive an der Wand zum Leben zu erwecken. Wobei die Korallen im letzten Fall aus virtuellem Plastikmüll sind. 

Bei Experiences wie Flow, Mirror oder Ito Meikyū hieß es dagegen nur, die VR-Brille aufzusetzen und den Kopf ein bisschen zu drehen. Aber auch das mit einem oft verblüffenden Ergebnis. In Flow von Adriaan Lokman fand man sich dabei in einer Welt voller Luftwirbel wieder. Die charmante Geschichte über einen mutterlosen Blechjungen in Mirror von De-Chuen Wu & Yi-Ping Cheng könnte so ähnlich auch vom Amélie-Erfinder Jean-Pierre Jeunet stammen. Boris Labbé hat in Ito Meikyū aus Motiven der japanischen Literatur und Kunstgeschichte ein faszinierendes Labyrinth geschaffen, durch das man sich mit den Augen „zoomen“ kann. Man begegnet Kämpfern, Tänzern, Arbeiterinnen, Tieren, wirbelnden Formen. Irgendwann rast auch mal ein Bus vorbei. Das Ergebnis ist ein einziges großes Staunen.

Insgesamt zeigten die ausgestellten Arbeiten die große inhaltliche und formale Bandbreite heutiger XR-Kunst. Die Grenzen zum Spiel-, Dokumentar- oder Animationsfilm oder auch zum Videospiel waren fließend. Und genauso zum Theater. So konnten sich die Besucher*innen etwa im Residenztheater über den aktuellen Arbeitsstand der interaktiven VR-Performance Tremens des belgischen Kollektivs „Crew“ informieren. Das Stadttheater Augsburg präsentierte im Forum der Zukunft das immersive VR-Aufbauspiel Ekklesia, bei dem es gemeinsam eine Stadt aufzubauen gilt. Und das Very Theatre aus Taipeh brachte seine Arbeit Free UR Head mit. Bei dem partizipativen Choreografie-Projekt animierte eine Art Vortänzer die mit VR-Brillen ausgestatteten Teilnehmer*innen mit digitalen Mitteln zu einer ungeprobten „Kopf-Choreografie“.

Das Erleben dieser Choreografie war aber nicht nur auf die direkt Teilnehmenden beschränkt. Auch alle anderen, im Forum der Zukunft umherstreifenden Besucher*innen konnten dabei zusehen. Und mitzuerleben, wie etwa 20 Menschen mit VR-Brille ihre Köpfe im gleichen Takt wiegen, das hat etwas Amüsantes, zuweilen aber auch leicht Irritierendes. Wenn man sieht, wie der Vortänzer auf dem Podium die Bewegungen der Menschen „steuert“. Auf jeden Fall machte Free UR Head erfahrbar, wie sich XR für kollektive Erfahrungen nutzen lässt. Genau darum ging es auch bei einem Podiumsgespräch am 4. Juli auf der „Dome Stage“, zu dem als Expert*innen Eric Joris (Crew, Brüssel), Flavia Mazzanti (Immerea, Wien), Tina Lorenz (ZKM, Karlsruhe) und Ilja Mirsky (Residenztheater, München) eingeladen waren.

Die zentrale Frage war dabei: Wie kann XR zu einem „kulturellen und kollaborativen Raum“ werden? Und welche Rolle können Künstler*innen dabei spielen? Mit Luminescence von Anke Schiemann, /p und She’s Excited! wurde kurz darauf noch eine weitere kollektive „Experience“ vorgeführt. Eine immersive „Mixed Reality Music Performance“, die einen zu Live-Musik in eine bunte Unterwasserwelt eintauchen lässt, einen dabei aber auch mit den Folgen der Meeres-Verschmutzung konfrontiert. Für alle, die tiefer in die bayerische XR-Szene eintauchen wollten: Das war danach bei einem von Max Permantier vom FFF Bayern geleiteten Gespräch möglich. Da ging es unter anderem um hiesige „Key Players“, um private und öffentliche Förderung oder die Zukunft von XR in Bayern.

Dass diese Zukunft nicht nur Chancen, sondern auch Risiken bereithält, das war bereits am 2. Juli bei einem Filmtalk mit dem Titel „Realität 2.0 – Filmschaffen zwischen Immersion und Manipulation“ im Amerikahaus zu hören. Auch dieser in Kooperation mit dem Münchner Filmfest organisierte und vom SZ-Journalisten Andrian Kreye moderierte Talk lief unter dem Banner „Munich Beyond“. Wobei es hier kaum um XR, sondern vor allem um KI ging. Dazu eingeladen waren der Hamburger Medienunternehmer und Podcaster Andreas Loff und die Macher des Dokumentarfilms Born To Fake, Erec Brehmer und Benjamin Rost, die sich darin mit dem 90er-Jahre-Skandal um den „Filmfälscher“ Michael Born beschäftigen.

Bei dem Gespräch erwies sich vor allem Erec Brehmer als kritischer Mahner. Er sagte: Der Einsatz von KI im Film sei eine „enorme Revolution“. Denn die dabei erschaffenen Bilder seien irgendwann „Teil der Realität“, sie seien aber Bilder „ohne Haltung“. Ohne Kreativität. Außerdem benutzten Medien wie Galileo bereits „KI-Bilder als Belege“. Und deshalb müssten wir bereits jetzt darüber reden: „Wo sind die Grenzen?“ Und: Wie weit sind wir bereit zu gehen? Wobei er aber auch gestand: Nach ersten eigenen Experimenten sei es bei ihm selbst inzwischen so, dass er sich von KI „gelangweilt“ fühle. „Ich sehne mich nach echtem Leben.“

Sein Kollege Benjamin Rost sah das Ganze ähnlich und hatte dazu auch ein passendes Beispiel parat. Und zwar das von einem chinesischen Paraglider, der angeblich einen neuen Höhenrekord aufgestellt hat. Die Beweisbilder seien erkennbar eine Fälschung und wurden als solche entlarvt. Aber: „Man redet immer noch davon.“ Für großes Aufsehen sorgten auch die KI-Filme, die Andreas Loff in den letzten Jahren gemacht und nun auch in Ausschnitten präsentiert hat. Darunter „Oma, was war nochmal dieses Deutschland“ von 2024, eine Science-Fiction-Dystopie, die eine düstere Zukunft unter rechtsextremistischer Herrschaft zeigt. Und ein ziemlich durchgeknalltes Musikvideo, das er vor ein paar Monaten für DJ Hell und Jonathan Meese kreiert hat.

Für diese Filme habe Loff, so Andrian Kreye, „alles“ aus der KI „rausgeholt“. Also alles, was zum jeweiligen Zeitpunkt möglich war. Wodurch sich hier exemplarisch sehen lasse, wie schnell sich die KI entwickelt. Andreas Loff selbst beschrieb seine Arbeit so: „Zu 50 Prozent Handarbeit. Viel Photoshop. Und nicht nur Prompts.“ Angst vor der KI? Die hat er offenbar nicht. Aber, so Loff: „Ich will auch nichts darstellen, was mit der Kamera geht.“ Stattdessen mache er „meist Science-Fiction“, er versuche „fantastische Dinge zu machen“. Und vielleicht liegt hier auch ein Schlüssel für die künstlerische Zukunft von XR: Neue, eigenständige Welten zu kreieren anstatt „nur“ die Realität zu simulieren. Ein paar der überzeugendsten Arbeiten bei „Munich Beyond“ gingen jedenfalls in diese Richtung.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Deutsche
Kinofilme
2025

Termine

Eine Übersicht über wichtige
Branchentermine der nächsten Monate


30. Juli – 20. August 2025

Filmkunstwochen München


6.–16. August 2025

Locarno Film Festival


27. August – 6. September 2025

Venice International Film Festival


9./10. September 2025

Deutscher Fernsehpreis


9.–16. September 2025

Fünf Seen Film Festival


10.–17. September 2025

Fantasy Filmfest München


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19.–27. September 2025

San Sebastían International Film Festival


22.–26. September 2025

Filmkunstmesse Leipzig


13.–16. Oktober 2025

MIPCOM


15.–19. Oktober 2025

Internationales Bergfilm-Festival Tegernsee


15.–22. Oktober 2025

Nuremberg International Human Rights Film Festival


21.–26. Oktober 2025

Internationale Hofer Filmtage


13. November 2025

Bambi Verleihung


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22. Oktober 2025

Blauer Panther – TV & Streaming Award


22.–24. Oktober 2025

Medientage München


7.–23. November 2025

Tallinn Black Nights Film Festival


11.–16. November 2025

American Film Market


13.–23. November 2025

IDFA Festival


14.–22. November 2025

Filmschoolfest – Festival of Future Storytellers


Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Förder-
meldung

TV-Serien zu machen ist wie der Bau einer Kathedrale

Auf Einladung des Creative Europe Desk München hielt der dänische Drehbuchautor & Showrunner Jeppe Gjervig Gram auf dem Filmfest München eine Masterclass über Showrunning in Europa. Dabei gab er Einblicke in seine Mitarbeit an der Serie Borgen, für die er mit einem BAFTA- und einem Peabody-Award ausgezeichnet wurde, sowie in seine Serie Follow the Money. Beide sind auf Netflix abrufbar. Nach der Masterclass haben wir mit dem bekennenden Geschichts- und Kunstfan in der Nähe des Kunstareals über München, das Erzählen für ein internationales Publikum, die Verantwortung des Showrunners und seine Schreibroutinen gesprochen.
Interview von Julien Hebenstreit
10 Minuten Lesezeit
(c) Movie College

CED: Vor etwa 20 Jahren waren Sie das letzte Mal zu Besuch in München – wie fühlt es sich an, heute wieder in der Stadt zu sein?

Jeppe Gjervig Gram: Definitiv wärmer! Damals arbeitete ich im Einkauf eines Senders, TV 2, und kam mit meiner Vorgesetzten. Ich sichtete Fernsehserien für sie, um zu entscheiden, welche eingekauft werden könnten. Wir wollten immer ein wenig deutsche Serien einkaufen, auch wenn es nicht so viele gute gab und sie nicht ideal beim dänischen Publikum funktionierten. Aber: Wir wollten wirklich etwas finden, um nicht nur amerikanischen Content im Programm zu haben. Das war der Grund für unsere Reise. Heute bin ich in einem anderen Teil Münchens, kann also nicht so richtig vergleichen. Aber wenn ich das nächste Mal die Stadt besuche, will ich unbedingt die Museen erkunden!

Nicht immer funktionieren Serien also auch in einem ausländischen Markt. Nehmen wir jedoch einmal Borgen, The Killing oder The Bridge: All das sind dänische Serien, für ein dänisches Publikum gedacht, zugleich aber haben sie weltweit Zuschauer*innen gewonnen. Wie kreiert man als europäischer Showrunner eine Serie, die auch zu Menschen in anderen Ländern spricht? Wie geht das: international erzählen?

Ich glaube sehr an das Prinzip „local for global“, auch wenn es etwas aus der Mode gekommen ist durch die Streamer. Man hört nun häufig das Schlagwort „local for local“, was ich persönlich für etwas engstirnig halte. Andererseits wurde Borgen auf eine Art auch als „local for local“ produziert. Ich erinnere mich, dass wir nie an eine internationale Auswertung geglaubt haben! Immer wenn wir (beim dänischen Rundfunk DR, A.d.R.) eine Serie machten, dann ausschließlich für das dänische Publikum. Aber wir wussten, dass wir ein sehr großes dänisches Publikum erreichen mussten. Als ich damals bei DR anfing, hatte der Sender schon einige sehr erfolgreiche Serien produziert und war eine breite Zuschauerschaft gewohnt. Selbst in meinem allerersten DR-Vertrag als Episode Writer bei der Serie Summer war vermerkt: „Jeppe Gjervig Gram schreibt eine TV-Serie mit mindestens einer Million Zuschauern.“ Und das bei damals 5,5 Millionen Einwohnern in Dänemark! Sie hätten mich feuern können, wenn wir unter einer Million geblieben wären. Es waren kommerzielle Serien. Auch Borgen war als kommerzielle Serie gedacht, aber eben nicht als „internationale“ Serie. Dass sie als solche funktionierte, realisierten wir erst, nachdem sie fertigproduziert war.

Wie kam das?

Kurz vor der Premiere von Borgen reiste der damalige Head of Drama von DR Ingolf Gabold mit mir zu einem französischen Filmfestival und zeigte ein paar Episoden der Serie. Und die Leute mochten sie wirklich sehr. Wir waren schon froh gewesen, dass sie es verstanden, und Ingolf war ziemlich überrascht. Das sei doch gar keine Krimiserie, hier gehe es um dänische Politik. Im Taxi meinte ich zu Ingolf: Vielleicht ist uns da etwas gelungen. Vielleicht können wir die Serie bei den großen Wettbewerben, vielleicht bei den Emmys einreichen. Ich erinnere mich ganz genau, wie er lachte und sagte: „Nein, Jeppe… diese Serie wird nicht international. Sie wird in Skandinavien bleiben. Und das ist auch in Ordnung.“ Kurz darauf wurde es ein großer internationaler Hit, in England, und so weiter. Und ich glaube, er hat sich später an unser Gespräch erinnert, denn er sagte zu mir: er hätte wirklich, wirklich nie gedacht, dass die Serie reisen würde.

(c) Filmfest München

Jeppe Gjervig Gram mit Moderator Gerhard Maier und dem Team des Creative Europe Desk München vor der Masterclass in München: Ingeborg Degener (2.v.r.), Ewa Szurogajlo und Julien Hebenstreit.

Sie hatten da etwas im Gefühl.

Es war einfach wegen der Reaktion des französischen Publikums. Ich dachte: da passiert etwas, das nicht „nur local“ ist. Und dann wurde es „local for global“. Aber DR änderte seine Attitüde nicht. Der Sender sagte immer: wir versuchen zunächst, eine tolle Geschichte für die Dänen zu erzählen. Und wenn es eine tolle Geschichte für die Dänen ist, dann ist es vielleicht auch eine tolle Geschichte für den Rest der Welt. In der dritten Staffel von Borgen haben wir den Love Interest der Hauptfigur Birgitte Nyborg eingeführt, der Engländer ist. Und ich wurde von so vielen englischen Zuschauern angesprochen, die sagten: „Oh, ihr habt das nur eingebaut, weil es im Vereinigten Königreich so viele Fans gibt!“ Aber das stimmte nicht. Der Grund lag in der Figur Birgitte Nyborg: Sie war die Premierministerin von Dänemark gewesen. Sie wollte eine normale Beziehung führen und da ergab es Sinn, jemanden aus dem Ausland zu daten. Denn andernfalls hätte es merkwürdig sein können, mit der „dänischen Premierministerin“ eine Beziehung anzufangen. Das war der Grund, weshalb wir diese Figur entwickelt haben. Aber wir taten nie bewusst etwas, um „global“ zu sein. Denn nicht jede internationale Geschichte ist organisch. Macht man es allerdings wie bei The Bridge, eine Serie, die halb schwedisch, halb dänisch ist – jemand findet eine Leiche, die genau auf der Grenze liegt: Das ergibt eine Menge Sinn. Dann ist es organisch.

 

Dann kommt die Notwendigkeit aus der Story.

Exakt. Aber wenn es zu einem „Smart Financing Deal“ wird, dann ist es vielleicht in manchen Fällen besser, mit weniger Geld zu arbeiten.

Sie kennen die verschiedenen Positionen im Writer’s Room: Nach der Filmhochschule haben Sie als Episode Writer gearbeitet, waren dann im Team von Borgen und wurden später auch Showrunner Ihrer eigenen Serie Follow the Money. Wie lenkt man die Kreativität anderer Leute zu einem Ergebnis, das sich anfühlt, als käme es aus einem Gehirn? Könnten Sie etwas über den Workflow des „Creative Leadership“ verraten?

Das ist einigermaßen komplex. Aber das ist der Job des Showrunners. Es geht darum, die Person zu sein, die die klare Vision davon hat, was diese Serie ist – und, vielleicht noch wichtiger, was sie nicht ist. Damit du diese Vision verteidigen und sie deinen Mitstreitern kommunizieren kannst. Eine TV-Serie zu machen – auch wenn man die von manchen ungeliebte Bezeichnung „Showrunner“ benutzt – ist immer Teamarbeit. Viele sind beteiligt. Manchmal stelle ich mir vor, dass TV-Serien zu machen wie der Bau einer Kathedrale im Mittelalter ist. Du arbeitest mit so vielen verschiedenen Steinmetzen, Bildhauern, Schreinern und so weiter zusammen. Es konnte damals ja gut anderthalb Jahrhunderte dauern, also brauchtest du eine sehr klare Vision. Alle individuellen Künstler mit einer Stimme sprechen zu lassen, ist, glaube ich, die größte Herausforderung für einen Showrunner. Und das ist mein Job. () Dafür muss ich eine genaue Vorstellung davon haben, wie jedes Gewerk arbeitet. Ich muss wissen, wie ich mit einem Autoren kommuniziere, mit der Regie, mit den Editoren und den Produzenten und so weiter.

(c)Filmfest München

Gut besuchte Masterclass zum Thema Showrunning in Europa mit Jeppe Gjervig Gram, organsisiert
vom Creative Europe Desk München, einer hundertprozentigen Tochter des FFF Bayern

Haben Sie als Autor und Showrunner eine feste Schreibroutine?

Früher schrieb ich von zehn Uhr morgens bis zehn Uhr abends, sechs Tage die Woche. Dann wurde ich Vater. Jetzt habe ich normale Tage.

 

Was ist ein normaler Tag?

Ich bringe mein Kind um 9 Uhr in den Kindergarten, um 9:30 Uhr bin ich im Büro und schreibe ungefähr bis 16:30 Uhr. Ich muss immer beschäftigt bleiben, damit diese Stunden konstruktiv genutzt werden. Wenn ich an den Schreibtisch komme, erliege ich häufig der Versuchung, zuerst meine E-Mails zu checken und Leuten zu antworten, die alle möglichen Fragen haben. Aber als Autor muss ich in einen Schreib-Flow kommen, und so habe ich einen Weg gefunden, mich selbst auszutricksen: Ich beginne meinen Tag in einem Café, wo ich bewusst keine Mails checke, sondern meine Kopfhörer mit einem Soundtrack aufsetze und schon einmal anfange, etwas aufzuschreiben. Wenn ich dann an den Schreibtisch komme, bin ich bereits im Flow. Bin ich allerdings sehr beschäftigt und muss ich pro Tag mehrere Seiten Text abliefern, dann gehe ich gleich ins Büro und zwinge mich in den Flow. Das funktioniert auch, ist aber ein bisschen schwieriger. Aber all die Routinen, die ich eben beschrieben habe, sind zurzeit möglich, weil ich mit meinen Serien im Entwicklungsstadium bin. Sobald wir in die Produktion starten, wird die Sache anders aussehen – es wird stressiger, die Tage werden länger und komplexer.

Ist KI für Sie ein Tool, das Ihnen hilft im Schreibprozess?

Momentan schreibe ich auf Englisch und es hilft mir manchmal, wenn ich ein bestimmtes Wort suche, das mir auf der Zunge liegt, aber auf das ich gerade nicht komme – dann ist es einfacher, eine KI zu fragen als Google. Dann kann ich mein Problem beschreiben und bekomme viele Ergebnisse. Ich denke sogar, es ist ziemlich wichtig für einen Autoren, damit zu beginnen, die KI als Werkzeug zu nutzen. Ich glaube wirklich nicht, dass KI meine Arbeit übernehmen kann, denn die Leute wünschen sich eine menschliche Stimme hinter der Kunst, die sie anschauen. Ich vermute, dass KI helfen könnte oder wird, meine Arbeitstage effizienter zu gestalten. Und wenn ich mich nicht auf sie einlasse, werde ich der langsamste „writer on the block“ sein und das möchte ich nicht. Ich nutze die KI als Tool und stehe ihr nicht furchtbar ängstlich gegenüber, bin aber neugierig zu sehen, wo sie uns noch hinführt.

(c) Movie College

Jeppe Gjervig Gram im Gespräch mit Gerhard Maier bei der Masterclass im Rahmen des 42. Filmfest München 2025.

Sie sind Autor, aber auch der Head of Programme des Creative Europe MEDIA-geförderten European Showrunner Programme. Haben Sie in den vier Jahren, die das Programm bereits besteht, festgestellt, ob die europäischen Autor*innen aus allen Ecken des Kontintents ähnliche Themen mitbringen?

Ja, und das ist ganz interessant. Unsere Teilnehmer kommen aus knapp 20 europäischen Ländern, sowohl high- als auch low capacity countries, nie mehr als zwei aus demselben Land, es ist immer eine sehr diverse Gruppe. Manchmal könnte man denken, dass Leute aus zum Beispiel Kroatien in einer anderen Lebensrealität leben als in Dänemark, Deutschland oder Frankreich. Auf eine Art zwar schon, aber es ist dennoch verblüffend zu sehen, wie viele Ähnlichkeiten es in ihrer Arbeit gibt – sogar mehr als Unterschiede, würde ich sagen. Eine Gemeinsamkeit ist auch, dass viele in einer Branche arbeiten, die nicht ausgerüstet ist um mit Showrunnern zu arbeiten, auch die deutschen Autoren, mit denen ich spreche. Es gibt zwar einige tolle Showrunner in Deutschland, und es sieht danach aus, als würden es hoffentlich noch mehr, aber: Es gibt auch eine Menge Widerstand in der Branche gegenüber der Autoren-geführten TV-Serie.Selbst, wenn wir nicht das Wort „Showrunning“ verwenden, das manche Leute verstimmt. Wir können es auch „Writer Created TV Series“ nennen, aber die Probleme sind ähnlich, in Kroatien, in Deutschland und vielen anderen Orten. Zum Glück nicht so sehr in Dänemark. Weil wir eine starke Tradition haben, die seit langer Zeit funktioniert, und wir so viele Erfolge in Dänemark hatten, sodass die Leute nicht infrage stellen, dass dies das Modell ist, in dem wir arbeiten.

Um zur ersten Frage über München zurückzukommen: Was verbinden Sie als Serienmacher mit Deutschland? Gibt es Geschichten von hier, die Sie gerne erzählen würden?

Ich arbeite gerade an einer Koproduktion mit einer deutschen Firma, Dark Ways, über die ich hier aber noch nicht viel verraten kann…

 

Vielen Dank für das Gespräch und noch einen inspirierenden Tag in München!

Übersetzung aus dem Englischen: Julien Hebenstreit

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Wolkig mit
Aussicht auf
Kaiser­­schmarrn

Zwischen Indie-Spirit und KI-Zukunft

Die Independent-Film-Szene hat viele Gesichter: filmbegeisterte Schüler*innen mit Smartphone, autodidaktische Kameratalente, kreative Hochschulabsolvent*innen und Quereinsteiger*innen – und nicht zuletzt all jene, die unabhängig von klassischen Förderwegen ihre Projekte umsetzen wollen. Beim Camgaroo Film Summit 2025, der am 7. Mai in der Münchner ASTOR Film Lounge stattfand, kamen sie zusammen. Was früher als reine Preisverleihung begann, hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Think Tank des unabhängigen Films entwickelt. Ein Nachbericht.
Text von Chris Schinke
6 Minuten Lesezeit

Der Summit war Teil des neuen ganztägigen Camgaroo Film Festivals unter der Leitung von Gabriele Lechner, das sich zum Ziel gesetzt hat, unabhängiges Filmschaffen sichtbarer zu machen – und es zugleich mit aktuellen Debatten über Technik, kreative Ethik und Praxis zu verbinden. Natürlich fand am Abend auch wieder die renommierte Preisverleihung statt, bei der Filmemacher*innen in den Kategorien U18, Spaß/Comedy, Sci-Fi/Mystery/Action, Emotionen, Filmprojekte mit Einsatz von KI, Dokumentar- und Spielfilm geehrt wurden.

Was früher als reine Preisverleihung begann, hat sich mittlerweile zu einem regelrechten Think Tank des unabhängigen Films entwickelt. Der diesjährige Summit versammelte Expert:innen aus Recht, Technik, Kreativwirtschaft und VFX, die in Workshops und Keynotes nicht nur Wissen vermittelten, sondern vor allem eines taten: zum Selbermachen ermutigen. Dabei standen die Panels und Workshop diesmal ganz im Zeichen des Themas, das momentan so viele bewegt – der Künstlichen Intelligenz.

Wege aus der Nische

 

Den Auftakt bildete ein Gespräch, das bereits die Handschrift des folgenden Festivals trug: nahbar, motivierend und sehr ehrlich. Regisseur Marc Schießer und Kameramann Tobias Lohf erzählten im Talk “Behind the Scenes – Vom Camgaroo Award zur Prime Video Premiere” von ihrem Weg durch die Independent-Szene, der sie schließlich zum Streaming-Riesen Amazon Prime und ihrem dortigen Spielfilmprojekt „Trunk“ führen sollte. Die beiden sprachen dabei nicht nur von Durchbrüchen, sondern vor allem von Durchhaltevermögen. Vom Improvisieren, vom gemeinsamen Lernen, vom Gefühl, die ersten eigenen Kurzfilme auf der großen Leinwand zu erleben und was passiert, wenn der Traum vom eigenen Filmemachen für ein großes Publikum durch unablässige Arbeit und häufig auch, wie die beiden betonen, durch Selbstausbeutung, Wirklichkeit wird. Von der Produktion ihrer Webserie „Wishlist“ bis zu „Trunk“ gab das Produzentengespann Einblick in Alltag als Filmemacher inklusive wertvoller Tipps beim Umgang mit Budgets, schlaflosen Nächten während des Drehs sowie Feedback von Sendern und Streamern. Mit dem Publikum teilten die beiden ihre Vision vom Filmemachen, wie man zur eigenen Filmsprache findet und wie man sie im Angesicht künstlerischer Beschränkungen aufrechterhält.

 

Recht und Risiko

 

Im Anschluss gab Medienanwalt Michael Augustin in einer juristischen Masterclass Einblicke in Fallstricke und Grauzonen des unabhängigen Produzierens. Dass das Thema Filmrecht keineswegs trocken sein muss, bewies Augustin mit einer intuitiven Präsentation praxisnaher Beispiele – von Musikrechten über Verträge bis hin zu KI-generierten Inhalten, Produzentenabnahmen und Rechteübertragungen. In Zeiten von Künstlicher Intelligenz erweitert sich der Rechtekatalog ständig. Michael Augustins Präsentation zeigte eindrücklich wie wichtig es als angehender und auch erfahrener Kreativer ist, seine Rechte und Pflichten genau zu kennen.

Gäste des Camgaroo Filmfestivals 2025

KI als Ko-Regisseurin?

 

Ein programmatischer Schwerpunkt des diesjährigen Festivals lag auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Filmproduktion. Im Zentrum stand dabei eine ganz bemerkenswerte Keynote: Kessy Eberlein, AI Artist und Visual Storyteller, stellte unter dem Titel „Prompt, Please!“ ihre Arbeit mit generativen Bildsystemen vor – und mit ihr ein neues Verständnis kreativer Kollaboration. Als Ergebnis ihrer jüngsten Arbeiten präsentierte Eberlein einen für den Camgaroo erarbeiteten Trailer, der – wie könnte es anders sein – ein kesses Känguru im Award-Fieber vor Kinokulisse zeigte. Mithilfe des persönlichen KI-Assistenten Dori, einer customized AI, wuppt Eberlein ganze Produktionen allein und bewegt sich mit ihrer Expertise stets am Puls neuester Entwicklungen im Bereich der generativen KI. KI-Tools sieht die momentan vielgefragte Professionelle als „Superkräfte für kreative Köpfe.“ Beim Publikum stieß Eberleins Vortrag auf Interesse, was zahlreiche Wortmeldungen zeigten und durchaus auch auf kritische Diskussion. Macht KI in Zukunft nicht viele Kreativjobs überflüssig? Laut Eberlein gilt es für Kreativarbeiter dranzubleiben und sich beim Thema KI fortlaufend weiterzubilden. Im Umgang mit KI-Systemen qualifizierte Kräfte haben es in der Branche Film gegenüber unerfahrenen Kreativen definitiv leichter.

Zwischen Regulierung und Science-Fiction

 

Diese spannende Diskussion wurde in weiteren Keynotes differenziert vertieft. Wieder mit dabei: Michael Augustin, diesmal in seiner Rolle als juristischer Kommentator des kommenden EU AI Act. Unter dem Titel „Regulierte Kreativität?“ beleuchtete er Chancen und Risiken der bevorstehenden Gesetzgebung. Sein Fazit: Weder Euphorie noch Panik seien angebracht – es gehe um die bewusste Gestaltung eines Rahmens, in dem Kreativität mit Verantwortung möglich bleibt.

Mit einem anderen Blick, aber ebenso großem Weitwinkel, trat Tristan Post, CEO des AI Strategy Institute, auf. Sein Vortrag „Wenn Science-Fiction Realität wird“ verband technologische Entwicklung mit kulturellem Wandel. Science-Fiction habe unsere Vorstellung von Zukunft nicht nur abgebildet, sondern geprägt, so Post. Heute sei KI dabei, diese Visionen einzulösen – mit allen Ambivalenzen, die das mit sich bringt. Post entwarf das Bild einer KI, die nicht nur Werkzeuge bereitstellt, sondern Narrative beeinflusst – als neue Mitautorin unserer filmischen Imagination. Post sieht in der KI vor allem ein entschiedenes Instrument zur Demokratisierung filmischer Produktionsmittel. Filmemacher wie Gareth Edwards und sein Kinofilm „The Creator“ machten vor, wie mittels geschicktem KI-Einsatz Kosten bei der Produktion reduziert werden können. Etwaige Ohnmachtsempfindungen gegenüber der mächtigen Technologie zerstreute Post und animierte zum selbstbewussten Einsatz der neuen Tools: „Wir Menschen haben es in der Hand“. Der Film und das Kino haben beim Einsatz von neuer Technologie stets eine Vorreiterrolle gehabt – das sei auch im Bereich KI nicht anders.
Kontroverse trifft Kompetenz

Den Höhepunkt bildete das abschließende KI-Symposium, bei dem alle Sprecher:innen noch einmal gemeinsam auf der Bühne diskutierten – darunter Eberlein, Augustin, Post, sowie der Technikexperte Michael Lehmann-Horn und Produzent Max Wiedemann (LEONINE Studios) als Special Guest. Moderiert wurde das Gespräch von allseits informierten Tina Kaiser, die mit Charme und Tempo durch die kontroversen Positionen führte.

Eberlein pochte erneut auf die kreative Dimension von KI, Augustin zerstreute Ängste vor einer drohenden Überregulierung durch Behörden, Post sprach von KI als neuer Kulturtechnik – und Max Wiedemann brachte schließlich die Produktionspraxis ins Spiel: KI sei kein Feindbild, sondern ein strategisches Tool. Sie ermögliche es dem Unternehmen, Ressourcen zu bündeln – damit mehr Zeit für echte Kreativität bleibe. Voraussetzung sei dabei eine konstante Weiterbildung der Mitarbeiter:innen. Der Produzent verwies auch auf eine extreme Skepsis beim Publikum gegenüber KI – es bestehe unter diesen Bedingungen nun besonderes Interesse an menschlicher Kreativität. Dass bestimmte Jobs im Kreativbereich in Zukunft wegfallen werden, darin kam das Panel und auch das Publikum überein. Etwa im Bereich Synchronisation kommen durch die Stimmsynthetisierung große Herausforderungen auf die Kreativen zu. Gerade das Wegfallen von Assistenzen im Bereich Postproduktion erschwere den Einstieg junger Talente in die Filmbranche, so ein Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum. Kessy Eberlein hielt jedoch fest: „Die Möglichkeiten erweitern sich durch KI und neue Tätigkeiten werden entstehen.

Unabhängigkeit trifft Realitätssinn

 

Der Camgaroo Film Summit 2025 zeigte in vielerlei Gestalt, dass unabhängiges Filmschaffen heute mehr denn je eine Mischung aus Leidenschaft, technischem Know-how und rechtlicher Klarheit braucht. Die Herausforderungen werden nicht kleiner – aber die Werkzeuge zahlreicher. Dass ein Festival wie Camgaroo dabei nicht nur Preise vergibt, sondern Denk- und Diskussionsräume öffnet, macht seinen besonderen Wert aus.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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TV-Serien zu machen ist wie der Bau einer Kathedrale

Initiative für die Zukunft

Extended Realities werden immer präsenter. Fünf Institutionen haben sich zusammengetan, um die immersive Technologie auf dem Gebiet von Kunst und Kultur sichtbarer zu machen.

1E9 & Festival der Zukunft, Filmfest München, FilmFernsehFonds Bayern, das Residenztheater und der XR HUB Bavaria haben gemeinsam haben sie den Showcase „Munich Beyond“ gegründet, der beim 42. Filmfest München 2025 und dem Festival der Zukunft 2025 an mehreren Tagen im Deutschen Museum zu erleben war und XR in den Fokus gerückt hat. So gab es u.a. eine Ausstellung mit interaktiven Performances, VR-Storytelling und immersiven Installationen von führenden internationalen Künstler*innen. Die Besucher*innen waren eingeladen zu kollektiven XR-Erfahrungen, die das Publikum in bewegte Skulpturen verwandeln, bis hin zu filmischen Erzählungen, die die Grenzen zwischen Film, Theater und Spielen verwischen. Die beliebte Netzwerkveranstaltung XR Meet & Mingle bildete den Auftakt für Munich Beyond. Der stellv. FFF Geschäftsführer Martin Hartung begrüßte die mehr als 120 Gäste, die hier zusammenkamen, um sich über die neusten Entwicklungen in Bezug auf XR auszutauschen. Der Rückblick in Bildern.

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

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XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

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XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

XR Meet & Mingle des FFF Bayern an der Isar

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Kathrin Hollmer
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Happy Birthday,
DOK.fest München!

Pumuckl, Stiller, Karla und die Kaiserin

FFF Bayern
empfing
Medien­branche

Rund 800 Branchengäste empfing der FFF Bayern Anfang Juli beim Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule am Englischen Garten. Begrüßt wurden die Gäste vom FFF Aufsichtsrats­vorsitzenden Dr. Florian Herrmann und FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein. Eine Bildergalerie.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die 15 Teams der FFF-geförderten Kinofilme, Fernsehfilme und Serien, die im Festivalprogramm ihre Premieren feiern. Darunter das Team von Stiller von Stefan Haupt, Unterwegs im Namen der Kaiserin von Jovana Reisinger, Karla von Christina Tournatzés, Neue Geschichten vom Pumuckl von Marcus H. Rosenmüller und der Gewinner des Bernd Burgemeister Fernsehpreises Oktoberfest 1905 von Stephan Lacant. 

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

FFF Empfang anlässlich des 42. Filmfest München 2025 im Café Reitschule

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Initiative für
die Zukunft

Ober­flächen kopieren, Freude einfügen

Im FFF-geförderten Game Ruffy and the Riverside können Spielende jede Textur kopieren und auf andere Gegenstände legen. Das macht aus dem 3D-Plattformer von Zockrates Laboratories aus Nürnberg mehr als eine charmante Hommage an vergangene Konsolentitel, denn der handgezeichnete Titel strotzt vor Rätseln, Witz und Liebe.
Text von Pascal Wagner
5 Minuten Lesezeit
E

Eigentlich ist ein Lavafeld in einem 3D-Plattformer zunächst einmal ein unüberwindliches Hindernis. Kontakt mit dem geschmolzenen Material bedeutet meist sofortiger Tod für die Hauptfigur, daher müssen üblicherweise clevere Überwindungsoptionen wie feuerfeste Plattformen, ein besonders weiter Sprung oder ein Katapult her. Nicht so in Ruffy and the Riverside: Denn in dem innovativen dreidimensionalen Jump and Run von Zockrates Laboratories aus Nürnberg lässt sich das Material von fast allem in der Spielwelt frei verändern. Möglich wird das durch den sogenannten Flip: Eine Copy-and-Paste-Mechanik, bei der Protagonist Ruffy sich die Textur einer Oberfläche schnappt und sie auf eine andere überträgt. So wird aus einem weiten Meer mit hilfe der Textur eines Eiszapfens schnell eine Schlittschuhbahn, oder eben aus einem Lavastrom durch das Austauschen der Oberfläche mit der einer Holzkiste eine komfortable Brücke. Ruffy and the Riverside mag aussehen wie ein klassisches Jump and Run aus der Ära des Nintendo 64, doch es hat mehr als einen Kniff auf Lager, um die Moderne in das altgediente Genre zu holen.

Patrick, einer der Gründer von Zockrates Laboratories, erklärt dazu: „Die Idee zum Texturtausch kam uns beim Anblick einer Schwarz-Weiß-Zeichnung. Auf ihr war ein Wasserfall zu sehen, jedoch war aufgrund der fehlenden Farbe nicht klar, ob es wirklich Wasser war oder vielleicht ein Lavastrom. In diesem Moment kam uns die Idee, dass es vielleicht auch einfach beides sein könnte. Was wäre, wenn die SpielerInnen das Erscheinungsbild und die Eigenschaften von Materialien ändern könnten? Diese Spielidee faszinierte uns und legte den Grundstein für die kommende Spielentwicklung.“ Denn während die reine Bewegung im Spiel ebenso wie das Farbschema angelehnt an Klassiker wie Banjo Kazooie oder Crash Bandicoot wirkt, bringt die Flip-Mechanik einen Rätsel-Aspekt mit, der stark an Titel wie The Legend of Zelda: Ocarina of Time aus derselben Ära erinnert. Und tatsächlich ist die Kernmechanik nicht das einzige im Spiel, das von handgezeichneten Konzeption inspiriert ist. Im Gegenteil, denn das ganze Spiel, und damit auch die tauschbaren Texturen, haben Zockrates vollständig handgemacht. „Alle Charaktere, alle Texturen, sogar die Weltkarte und das Inventar sind handgezeichnet. Ursprünglich war das nur als Platzhalter gedacht, aber wir haben schnell gesehen, dass der Look wirklich toll aussieht und auch in den Sozialen Medien großartig ankam. Wir haben uns daher dazu entschlossen, das gesamte Spiel mit der Hand zu zeichnen”, so Patrick. Geworden ist daraus eine Spielwelt, die so positiv und fröhlich daherkommt wie die Genreklassiker, von denen sich die Nürnberger inspirieren haben lassen.

Doch wie kamen Zockrates Laboratories überhaupt zum Spielemachen? Der künstlerische Ansatz ihrer Arbeitsweise gibt bereits einen Hinweis darauf, dass es sich bei dem Nürnberger Studio nicht um ein klassisches Game-Dev-Zusammentreffen handelt. „Schon lange vor der Firmengründung haben wir uns intensiv mit Videospielen und vor allem mit Videospielkunst beschäftigt. Wir haben unsere Inhalte in Videospielästhetik wiedergegeben, sei es als Videos, Malerei, interaktive Maschinen oder als Musik. Außerdem haben wir eine Reihe von Ausstellungen zu Videospielkunst veranstaltet, etwa die Ausstellung ‘Printing Miiverse’ im Jahr 2013, bei der wir über 10.000 Zeichnungen ausgestellt haben, die von Spielern im damaligen Nintendo Miiverse auf der WiiU Konsole gezeichnet wurden”, gibt Patrick preis. Nur das eigene Videospiel, das fehlte. Bis die beiden Gründer, die sich selbst gerne aus dem Rampenlicht heraushalten, über Freunde von der FFF Förderung erfuhren. „Die Förderung des FFF Bayern hat überhaupt erst dazu geführt, dass wir unsere Firma gründen und loslegen konnten. Wir sind sehr dankbar für diese Unterstützung, denn Ruffy and the Riverside wäre sonst nicht Wirklichkeit geworden.” 73.000 Euro steuerte der FFF 2017 an Prototypförderung bei, im Laufe der nächsten Jahre vergab auch das Bundesministerium für Wirtschaft Fördermittel in Gesamthöhe von 190.000 Euro an Zockrates – für Ruffy als auch für kommende herunterladbare Zusatzinhalte. Das Investment hat sich bereits mehrfach ausgezahlt: Der markante Plattformer wurde bereits während der Entwicklung als Highlight des Genres gehandelt, war Finalist für das Beste Indie Spiel 2024 bei der Game Developer World Championship und wurde in zahlreichen namhaften Events vorgestellt, etwa bei der Future Games Show im Jahr 2023 und 2024. Zum gerade erst geschehenen Release am 26. Juni 2025 steht das Spiel bei sehr guten User- und Kritikerbewertungen, Zockrates bezeichnet den Launch als absolut gelungen.

Und will Ruffy nun erst recht bei weiteren Wettbewerben einreichen. Denn weder mit dem Spiel noch mit der Welt von Ruffy and the Riverside ist das Studio fertig, die Zukunft steht weiterhin im Zeichen des charmant handgezeichneten Plattformers. “Wir wollen Ruffy 2 entwickeln und sind hierfür bereits in der Planung. Wir haben eine Menge Ideen, wie es weitergehen könnte, und es ist wirklich schön, wieder so offen denken zu können, nachdem sich in der letzten Zeit ja vieles um die Fertigstellung von Ruffy and the Riverside gedreht hat.” Und auch der FFF Bayern glaubt an das Spiel respektive die Reihe, denn für das zweite Ruffy-Abenteuer haben Zockrates im März 2025 bereits 20.000 Euro Konzeptförderung erhalten.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Pascal Wagner
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Handels­­karawanen
auf hölzernen Bahnen

Preis-
gekrön­tes
Paar

Mit Criticial Condition reisten sie im Mai 2025 erstmals nach Cannes: Der HFF München-Abschlussfilm von Autorin und Regisseurin Mila Zhluktenko sowie Filmemacher Daniel Asadi Faezi, der Critical Condition ediert hat, war in die Semaine de la Critique eingeladen worden. Ein Porträt der beiden jungen Talente, die im Team arbeiten.
Text von Anna Steinbauer
5 Minuten Lesezeit
W

„Wir wollen die Narben des 20. Jahrhunderts erzählen“, sagt Mila Zhluktenko. Ob Wehrmachtskaserne, Straßenbahnhaltestelle oder Olympiadorf: Schauplätze historischer Verbrechen beschäftigen die in Kyjiw geborene Filmemacherin und ihren Partner Daniel Asadi Faezi schon seit geraumer Zeit. In ihren Arbeiten setzen sich die beiden HFF-Absolvent*innen mit unterschiedlichen filmischen Mitteln und aus verschiedenen Perspektiven mit Orten auseinander, an denen politisch motivierte Gewalttaten, Attentate oder Kriegsverbrechen stattfanden. Es gehe ihnen darum offenzulegen, wie die Vergangenheit in der Gegenwart wirke, so der aus Schweinfurt stammende Asadi Faezi: „Im Gegensatz zu einem Erinnerungsort hat das Medium Film die Möglichkeit, Zeit und Raum aufzubrechen.“

Regisseurin Mila Zhluktenko mit Editor David Asadi Faezi beim FFF International Press Dinner in Cannes

Der aktuelle Kurzspielfilm Critical Condition des preisgekrönten Künstler*innenpaares, das seit 2016 zusammenarbeitet, war jüngst auf der Semaine de la critique in Cannes zu sehen. Eine einzigartige Erfahrung für die beiden, die zum ersten Mal das Festivaltreiben an der Croisette erlebten. „Es ist ein tolles Gefühl auf einem Festival zu sein wie so viele Filmschaffende, die man bewundert, und gleichzeitig seinen Film dort zu zeigen“, findet Zhluktenko, die bei dem Film für die Regie verantwortlich zeichnet, während Asadi Faezi den Schnitt übernahm. Der auf 16 mm gedrehte 23-Minüter ist ihre Abschlussarbeit von der Filmhochschule und erzählt von der Ermordung des ukrainischen Verlegers und Politikers Lew Rebet, der am 12. Oktober 1957 am helllichten Tag  im Treppenhaus von seinem Büro am Münchner Stachus von einem KGB-Agenten mit Hilfe von Giftgas ermordet wurde. Was wie eine Szene aus einem Spionagefilm klingt, ist gleichzeitig ein kaltblütiges politisches Verbrechen und die traurige Realität des Kalten Krieges, die sich mitten in der Innenstadt ereignete. Die Lebensgeschichte von Rebet, einem ukrainischen Ausschwitzüberlebenden, der sich nach Kriegsende in München niederließ und mit seiner Zeitung der ukrainischen Selbstständigkeitsbewegung zum Sprachrohr der weltweiten ukrainischen Diaspora wurde, ist kaum bekannt – auch am Stachus erinnert nichts an das Verbrechen.

Die Ereignisse um den Publizisten nahmen Zhluktenko und Asadi Faezi zum Anlass, um von der Exilsituation von Ukrainer*innen damals und heute zu erzählen. Critical Condition nimmt markante Orte in Münchner zum Ausgangspunkt, um die unterschiedlichen Zeitebenen miteinander zu verweben. Zhluktenko, die selbst als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland kam, wollte die Schichten der eigenen Geschichte an ihrem Lebensort abtragen, wie sie sagt: „Meine Initialzündung für den Film war der Gedanke, dass ich nicht die erste Generation ukrainischer Einwanderer bin, die durch die Straßen dieser Stadt läuft.“ Der historische Look der Schwarz-Weiß-Bilder, die in einem gängigen Format aus den 1950ern gedreht wurden, wird durch die moderne Kamerasprache gebrochen, die durch unseren heutigen Blick auf die Geschichte geprägt ist. So legen sich die Bilder der Stadt und die Bilder der ukrainischen Diaspora übereinander und verorten sich neu im Stadtgedächtnis.

Zhluktenko und Asadi Faezi haben beide Dokumentarfilmregie an der HFF München studiert, ihre Filme generieren sie aus der konstanten Recherche und Auseinandersetzung mit der Welt, wie sie erzählen. Die filmische Form ihrer Arbeiten entwickeln sie jeweils aus der Beschäftigung mit den Inhalten. „Wir genießen es sehr, in verschiedene Sparten reinzugehen und mal einen Spielfilm zu drehen, oder unsere Dokumentarfilme zwischen verschiedenen Stilen mäandern zu lassen“, sagt die gebürtige Ukrainerin. So vielfältig wie ihre filmischen Ansätze ist auch ihr Engagement: Zhluktenko ist nicht nur Teil des ukrainischen Filmkollektivs „Babylon‘13: Cinema of Civil Society“, das seit Beginn des russischen Angriffs Kriegsverbrechen an der Ukraine dokumentiert und welches sie von Deutschland aus mit Spendenaktionen, Material und Kontakten unterstützt. Sie und Asadi Faezi sind außerdem Mitherausgeber der Filmzeitschrift Revü und arbeiten als Scouts beim Filmfest München, wo sie das Programm um eine dokumentarische Perspektive erweitern.

Bei der Premiere von Critical Condition in Cannes

Mit Orten, an denen sich Geschichte räumlich verdichtet, setzen sich die beiden Filmemacher*innen in all ihren bisherigen Projekten auseinander. So richteten sie in ihrem Kurzdokumentarfilm Waking Up In Silence (2023) ihre Kamera auf eine ehemalige Wehrmachtskaserne, in der aktuell geflüchtete Kinder aus der Ukraine untergebracht werden. In ihrem 14-Minüter Rückblickend betrachtet, der unter anderem ebenso auf der Berlinale 2025 zu sehen war, beschäftigen sie sich mit dem Bau des Olympia-Einkaufszentrums und dem rechtsterroristischen Attentat von 2016 am selben Ort. Aus der Arbeit an diesem Kurzfilm entstand auch die Idee zur Videoinstallation overexposed/underexposed, die bis 19. Oktober im NS-Dokuzentrum zu sehen ist und acht Orte in München sichtbar macht, an denen rassistisch motivierte, rechtsextreme und antisemitische Terroranschläge nach 1945 stattfanden.

„Wir versuchen Geschichte nicht historisch-chronologisch zu erzählen, sondern eher assoziative Verbindungen herzustellen“, sagt Asadi Faezi über ihre Herangehensweise. Oft beeinflussen ihre Werke sich auch gegenseitig, da sie zeitlich parallel stattfinden oder sich auseinander ergeben. Wie bei ihrem nächsten Projekt Lagerkontinuität, Asadi Faezis Debütfilm, den sie gerade abwechselnd drehen und schneiden und das den Ort aus ihrem Kurzfilm Walking up in Silence weitererzählt. Ende 2026 soll der essayistische Dokumentarilm fertig sein, der sich mit der Geschichte eines Kasernenareals in Schweinfurth beschäftigt, das in den 1930er-Jahren von der Wehrmacht gebaut wurde, nach dem Zweiten Weltkrieg in ein DP-Lager umfunktioniert, dann von der amerikanischen Besatzungsmacht als US-Army-Base weitergenutzt wurde und seit 2015 eine Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete ist. „Die Kaserne ist wie ein eigenes Archiv, überall an den Wänden findet man Fresken der Nazis, amerikanische Malereien, Kritzeleien von ukrainischen Kindern. Alles steht miteinander im Dialog“, so Asadi Faezi über den neuen Film. Vielleicht ist genau das das Geheimnis des Erfolges der beiden Filmemacher*innen: Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen mit Blick für die Kuriositäten, Zusammenhänge und die Gleichzeitigkeit, die einem die Welt bietet.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Anna Steinbauer
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Fest, fester,
Filmfest

„Reich
wird
man von
Festival­arbeit
nicht.“

Filmfestivals als Arbeitgeber der Kreativbranche: Eine FFF-geförderte Tagung der AG Filmfestival widmete sich den Chancen und Heraus­forderungen der Festivalarbeit
Text von Dunja Bialas
7 Minuten Lesezeit

„Ich kann es mir nicht leisten, für Euch zu arbeiten.“ Diesen Satz hat Thorsten Grieser schon oft gehört. Der für die Finanzen der Internationalen Münchner Filmwochen GmbH verantwortliche CFO erzählt von erheblichen Budgetlimits, wenn das Filmfest München neue Mitarbeiter engagieren will. Grieser machte den Auftakt zur Tagung „Filmfestivals als Arbeitgeber der Kreativbranche“, zu dem die AG Filmfestival im Mai nach München eingeladen hatte. Der Think Tank mit Vorträgen und Workshops fand im Rahmen von DOK.forum statt, der Industrieplattform des DOK.fest München. In den Räumen der HFF München fungierte der scheidende DOK.fest-Leiter und künftige HFF-Präsident Daniel Sponsel als Gastgeber, gefördert wurde die zweitägige Veranstaltung vom FFF Bayern.

Detaillierte Einblicke in einzelne Filmfestivals gaben Aufschluss über die Arbeitsweisen der sehr unterschiedlich agierenden Player, darunter das überregionale Frankfurter Lichter Filmfest, die regionale Regensburger Kurzfilmwoche und das Filmfest München als zweitgrößtes internationales Filmfestival Deutschlands. Konkrete Zahlen ergaben eine „institutionalisierte Mangelverwaltung“, wie Grieser anmahnte. Das fehlende Geld und das herausfordernde Arbeiten an der Grenze zur Fremd- und Selbstausbeutung waren kritische Punkte, die in allen Festival-Ligen thematisiert wurden und großen Handlungsbedarf erkennen ließen. Zielpunkt der Tagung war, Ideen für eine gemeinsame Jobbörse aufzusetzen, und am Ende konnte sich die angereiste Festivalbranche sogar zu verhaltenem Optimismus durchringen. Der Tenor: Wir müssen aus dem Mangel das Beste machen.

„Wir müssen aus dem Mangel das Beste machen.“

Dabei kommen Festivals in der Film-Auswertungskaskade eine zentrale Bedeutung zu, darüber ist sich die Branche seit langem einig. National betrachtet aber bilden Festivals auch oft schon die Endstation, gab DOK.fest-Leiter Daniel Sponsel in seiner Keynote zu bedenken. Selbst bei der hohen Summe von 700 in den Kinos gestarteten Filmen im Jahr 2024 blieben nur etwa ein Fünftel der in Deutschland gezeigten Festivalfilme weiterhin sichtbar. Hier hakte Matthias Helwig ein, der als Leiter des Fünf-Seen-Filmfests sowie Betreiber der Breitwand-Kinos sprach. Um als Kinobetreiber*in erfolgreich zu wirtschaften, müsse man die Arbeitsweisen eines Festivals nachbilden, erläuterte er: „Ein Festival hat das Ereignis“, das Kino habe das erst einmal nicht. Das Event jedoch sei wichtig, will man die Zuschauer mobilisieren. Um das zu erreichen, braucht man neben einer Finanzierung auch Fachkräfte. Beides sei Mangelware, im Kinobetrieb sowie in der Festivalbranche.

Das versuchen die Festivals durch Attraktivität der angebotenen Jobs aufzufangen. Grieser stellte das Filmfest München als „flexible Festivalstruktur“ vor, die Einblicke in verschiedene Tätigkeitsbereiche gewährt und die Hierarchien durchlässiger macht. Die faire Behandlung von engagierten Mitarbeiter*innen sei entscheidend, um die Zusammenarbeit nachhaltig werden zu lassen. Das heißt nach Grieser auch „Grenzen ausloten, aber nicht darüber hinausgehen.“ Übersetzen ließe sich das in: So viel Ausbeutung wie nötig, so wenig wie möglich. Ein ungeschönter Aspekt der „Mangelwirtschaft“.

„Grenzen ausloten, aber nicht darüber hinausgehen.“

Ergänzt wurde dies durch den Erfahrungsbericht von Laura Undisz, Mitglied der unter dem Dach von ver.di agierenden AG Festivalarbeit. Sie war eine der wenigen, die auf der Tagung den Arbeitnehmer*innen eine Stimme gab. Seit fünf Jahren arbeitet sie hauptberuflich bei verschiedenen Filmfestivals mit wechselnden Verträgen, als Vergütung bekommt sie nach eigenen Angaben „Mindestlohn plus X“. Sie wies auf das Problem hin, dass z.B. Kuration von der Künstlersozialkasse noch nicht vollständig anerkannt sei und sich damit auch die Problematik der Krankenversicherung stelle. Die Unterschiede zwischen einem Freelancer und einem Angestellten seien daher oft weitreichender, als allein die geringe Entlohnung und die kurzfristigen Verträge vermuten lassen. Sirkka Möller vom „Fair Festival Award“ der AG Festivalarbeit beziffert fast 70 Prozent der Arbeitsverhältnisse als prekär. Nur knapp ein Viertel leben ganzjährig von der Festivalarbeit, und fünf Prozent sind auf staatliche Transferleistungen wie das Bürgergeld angewiesen, bei zugleich sehr hoher Qualifikation: 75 Prozent der Festivalarbeiter*innen haben einen Hochschulabschluss in der Tasche.

Der Festivalsektor befördert also ein kulturelles Prekariat. Hinzu kommt der Gender Gap zwischen den überwiegend männlichen technischen, besser bezahlten Mitarbeitern und den weiblichen Kulturdienstleistenden. Rechnet man noch die Schar unbezahlter Volunteers und ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen ein, die ein Festival überhaupt erst durchführbar machen, lässt sich mit Möller „systemische Unfairness“ konstatieren. Das ist ein Blick auf die Arbeitsverhältnisse, der deutlich nüchterner ist als das Bonmot von Thorsten Grieser ausfällt: „Reich wird man von Festivalarbeit nicht.“

Das Arbeitsrecht wiederum setze Arbeitgeber*innen auch Grenzen, so Grieser. Man müsse die Scheinselbständigkeit im Blick behalten und jongliere deshalb mit befristeten Arbeitsverträgen. Die Einhaltung des Arbeitsrechts fordere heraus, „bis ans Maximum des Machbaren“ zu gehen. Die Arbeitszeitbegrenzung aber könne man am Peak der Vorbereitungen und während des Festivals gar nicht einhalten – auch dies wurde selten so offen formuliert.

Gerhard Wissner vom Kassler Dokfest erklärt STEP

Die AG Festivalarbeit macht Pause: Sirkka Möller (li.) und Laura Undisz

Dieter Krauss, Vorstandsmitglied der AG Filmfestival, und Matthias Helwig vom Fünf-Seen-Filmfest

Gastgeber Daniel Sponsel und Florian Weghorn, Stabschef der Berlinale

Ludwig Sporrer von der AG Filmfestival, Sergej Gordon und Sven Pötting von den Lateinamerikanischen Filmtagen

Das spüren Festivalmitarbeiter*innen auch am eigenen Leib. Zwei ehemalige Festivalarbeiterinnen erzählen von dringenden Mails und Handy-Nachrichten bis Mitternacht, vom großen Erfolgsdruck, der zu langen Arbeitsmonaten führt. Es folgte der Burnout mit Krankschreibung, schließlich die Abkehr von der Festivalarbeit. Denn gleichzeitig war der Verdienst so gering, dass weitere Jobs nötig waren, die Saisonalität der Festivalarbeit wiederum machte es schwierig, die Zeit zwischen den Festivals zu überbrücken.

Trotz solcher Erfahrungsberichte, die keine Einzelfälle sind, bleibt es für viele Arbeitssuchende in der Kulturbranche ein Traumjob, für ein Festival zu arbeiten. Grieser erklärt das mit der Attraktivität der Kultur, die „einen Wert habe, der sich nicht in Euro und Cent bemessen lässt“. Darauf setzen bei der Akquise von Mitarbeiter*innen auch die Festivals, die sich vor allem für junge Arbeitnehmer*innen empfehlen. „Mobilität und dynamisches Arbeiten“ seien notwendige Skills, um Erfahrungen zu sammeln und Festivals als „Sprungbrett“ zu nutzen.  In eine höhere Honorarklasse innerhalb der Festivals kommen viele trotz langjähriger Expertise jedoch meist nicht.

Die Arbeitgeber*innen denken lieber an ein anderes Modell für den Aufstieg als an das Prinzip „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Florian Weghorn, Stabschef der Berlinale, stellte Festivals als „live changing experience“ vor. Die inhaltliche Arbeit von „Berlinale Talents“ übersetze sich in eine „agile Involvement-Praxis“, bei der ehemalige Alumni als Kuratoren eingesetzt werden. Festivals könnten so ihre eigenen Mitarbeiter*innen ausbilden und eine genuine Attraktivität erhalten. Gerhard Wissner vom Kasseler Dokfest kam mit einem Programm der Hessen Film & Medien. Das 2020 eingerichtete STEP fördert die Weiterbildung, die Vergabe von Stipendien sowie die Branchenqualifizierung, die im Rahmen von Filmfestivals angeboten werden. Das habe dazu geführt, dass das Kasseler Dokfest nun ohne Praktika auskommt und vollsubventionierte Branchenqualifizierungsstellen anbieten kann – die mit dem Mindestlohn vergütet werden. Das bislang nur für Hessen aufgelegte Programm stieß hinsichtlich seiner Lösungsrelevanz auf großen Zuspruch der Tagungsteilnehmenden.

„Wenn wir nicht von unseren Berufen leben können, welche Zukunft haben dann Festivals?“

Bis Festivals jedoch als Ausbildungsstätten ihrer eigenen Fachkräfte wirken können, bleiben sie darauf angewiesen, dass Festivalnomad*innen bei ihnen anheuern. Im Hinblick auf die Zielvorgabe der Tagung stellte sich die Jobbörse von Crew United vor, die streng über die Qualität der bei ihnen angebotenen Jobs wacht. Auch gute Festivaljobs könnten hier integriert werden. Die finden sich auch bei der Initiative „Kino & ich“.

Am Ende der Tagung einigte man sich auf eine stärkere Selbstorganisation, um die strukturellen Schwächen aus geringer Finanzierung und Fachkräftemangel abzufangen. Für eine Jobbörse – die sich nach Möglichkeit in eine bestehende Plattform integrieren ließe – sollen Jobprofile erstellt werden, die für viele Festivals gleichermaßen anfallen, wie zum Beispiel die Gäste- und Saalbetreuung oder das Ticketing. Außerdem sollten auch im freiberuflichen Bereich Arbeitsverträge geschlossen werden und sich profil- und zeitnahe Festivals zusammentun.

Bei aller Einigung könnte sich die Situation jedoch angesichts der Kürzungen in der Kulturbranche noch verschärfen. In Frankreich mobilisierte zur feierlichen Cannes-Eröffnung das Arbeiterkollektiv „Sous les écrans, la dèche“ („Hinter den Leinwänden die Not“). Projektionist*innen, Programmer*innen und Gästebetreuer*innen fragten: „Wenn wir nicht von unseren Berufen leben können, welche Zukunft haben dann Festivals?“

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dunja Bialas
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Preis-
gekröntes
Paar

Creative
Europe
Desk
München

Mit welchen Innovationen Startups aus Bayern in der diesjährigen Förderrunde europaweit punkten, wie einer der Autoren der Erfolgsserie Borgen den Beruf des Showrunners sieht, die Möglichkeit der Teilnahme am MediaTechSPRINT in Kopenhagen und XR bei den Filmfestspielen in Venedig: die Nachrichten aus dem Creative Europe Desk München.
»Sirât« von Óliver Laxe wurde in Cannes mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Der Film lief auch beim 42. Filmfest Müchen 2025. Pandora bringt den MEDIA geförderten Film des französischen Regisseurs am 14. August in die deutschen Kinos. (c) Pandora Film / QuimVives.

2,17 Millionen Euro für innovative Tech-Projekte aus Bayern

Dieses Jahr haben sich bayerische Firmen beim technologiebasierten Förderbereich des Creative Europe MEDIA Programms „Innovative Tools & Business Models“ erneut durchgesetzt: Aus 110 europaweit zur Förderung eingereichten Projekten wurden zehn ausgewählt, darunter zwei aus Bayern.

1.212.316,42 € gehen an das Projekt BlueBottle von BlueBottle GmbH, 960.000,00 € erhält Seriotec GmbH für das Projekt Yamdu-AI. Die Bandbreite der beiden Vorhaben unterstreicht die Innovationslust in der bayerischen Film- und Gamesbranche: Während BlueBottle als Produktionstool für den europäischen E-Sports Content im Gaming verankert ist, optimiert Yamdu-AI die Workflows in der Film(vor)produktion.

Der diesjährige Erfolg bayerischer Firmen, die innovative Lösungen für die europäische audiovisuelle Branche anbieten, ist keineswegs eine Ausnahme. Seit der Einführung der Förderlinie „Innovative Tools & Business Models“ im Jahr 2021 haben bereits weitere sieben bayerische Projekte europäische Fördergelder erhalten: Spark von Malao GmbH, Illumina Twin von K5 MEDIA GROUP & INVESTMENT GmbH, Contacts von Benjamin Lochmann New Media GmbH, Brainamics von Brainamics GmbH, Living Stories von &why GmbH, Crew United Europe von GbR Lutz und Zenglein sowie bereits eine frühere Stufe von Yamdu der Seriotec GmbH. Von KI-gestützten Plattformen für die Filmproduktion, Beleuchtung in virtuellen Produktionen, Influencer Marketing, über Neurotechnologie für Playtesting von Video Games bis hin zu interaktivem Storytelling: Die Innovationen bayerischer Branchenteilnehmer überzeugen auch auf europäischer Ebene.

Der nächste Förderaufruf für diesen Bereich wird im Herbst 2025 veröffentlicht.

Für noch mehr europäisch geförderte Innovation aus Bayern lesen Sie hier den Artikel zu aktuell Geförderten des Calls „Creative Innovation Labs“.

»Was uns verbindet« von Carine Tardieu: Alamode bringt die französisch-belgische Koproduktion am 7. August mit MEDIA Verleihförderung ins Kino.

(c) Alamode Film

MediaTech SPRINT:
Wo Unternehmen mit Co-Creators innovative Lösungen entwickeln

Stichwort Innovation: Am 20. Oktober 2025 findet in Kopenhagen der 7. MediaTech SPRINT statt. Die Idee hinter diesem eintägigen Workshop: Unternehmen der europäischen audiovisuellen Branche mit interdisziplinären Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenzubringen, damit sie gemeinsam innovative Lösungen für konkrete Herausforderungen der Unternehmen entwickeln. Der SPRINT richtet sich somit an zwei Gruppen: an die Firmen („Challenge Owners“) und an die interdisziplinären „Co-Creators“. Beiden gibt er die Möglichkeit, direkt von der Perspektive der anderen zu profitieren, neue Methoden zu testen und Lösungen für konkrete Herausforderungen des Unternehmens zu finden. Die Challenge Owners und Co-Creators kommen aus ganz Europa: Challenge Owners waren im letzten Jahr zum Beispiel das deutsche KI-Untertitelungs-Unternehmen PHONT, Sloweniens größtes Animations- und Produktionsstudio Invida und das National Film Museum Prag (NaFilM).

Während die Anmeldefrist für Challenge Owners bereits verstrichen ist, können sich Co-Creators noch bis zum 15. September 2025 bewerben.

Co-Creators können aus unterschiedlichen Bereichen der Wirtschaft kommen – ob aus der audiovisuellen, Technologie-, Finanzbranche oder kreativen Berufen. Gerade der Blick von außen gilt als wertvoll. In Kleingruppen werden Ideen und Lösungsansätze für eine spezifische Business Challenge beigesteuert und von erfahrenen Facilitators begleitet.  Moderiert wird der SPRINT von der Unternehmens- und Finanzierungsberaterin Juliane Schulze. Der Workshop findet in englischer Sprache statt. Alle Teilnehmer*innen erhalten einen kostenlosen Zugang zu den Veranstaltungen der MediaTech Hub Conference in Potsdam (24. und 25. September 2025) sowie zu der Konferenz „Picture This“, die im Anschluss am 21. Oktober 2025 in Kopenhagen stattfindet.

Der MediaTech SPRINT 2025 wird organisiert von den Creative Europe Desks Dänemark und Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit den Creative Europe Desks in Tschechien, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Norwegen, Polen, Slowenien, Spanien und Schweden in Kooperation mit Den Danske Filmskole.

Seit dem 10. Juli im Kino: Die MEDIA geförderte irische Komödie „Vier Mütter für Edward“ von Darren und Colin Thornton, im Verleih von Pandora.

(c) Pandora Film / Dexter Films DAC

Showrunning in Europa:
Jeppe Gjervig Gram
beim Filmfest München

Ebenfalls aus Kopenhagen kam auf Einladung des Creative Europe Desk München der dänische Drehbuchautor und Showrunner Jeppe Gjervig Gram zum Filmfest München. Im Anschluss an sein gut besuchtes Panel zum Thema „Showrunning in Europe: The Craft of Creative Leadership“ gab uns der Autor der dänischen Erfolgsserien Borgen und Follow the Money ein exklusives Interview, das Sie hier in dieser Ausgabe der Filmnews lesen können.

 

 

Lido Calling: Creative Europe MEDIA auf dem Venice Immersive Market 2025

Im Rahmen des Filmfestivals in Venedig organisieren der italienische Creative Europe Desk in Kooperation mit den Desks aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Schweden, Luxemburg und der MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein eine Veranstaltung auf dem Spazio Incontri Immersivo auf der Isola del Lazzaretto Vecchio. Im Fokus steht die Frage, wie eine künstlerische Vision durch die Marktlandschaft navigiert werden kann, und wie es aktuell um technische Infrastruktur, Reichweite, kuratorische Fragen und Monetarisierungs-Modelle rund um Virtual Reality bestellt ist. An eine Eröffnungs-Keynote mit Liz Rosenthal und Michel Reilhac schließen sich zwei Case Studies an: Lilia Schneider/Ciné-Litté productions präsentiert ihr Projekt Fonce; Katharina Weser/Reynard Films gibt Einblick in das u.a. von Creative Europe MEDIA und dem FFF Bayern geförderte Little Mouse.  

Vertieft wird das Thema im Rahmen eines Panels, das von Deborah Reinmüller, MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, moderiert wird. 

Als Sprecher:innen erwartet werden unter anderem Adrien Pflug (Atlas V) sowie Chloé Jarry (vom MEDIA-geförderten Lucid realities/Unframed).

Bitte hier registrieren!

INFORMATION UND BERATUNG
Creative Europe Desk München
Sonnenstraße 21, 80331 München
Tel.: 089-54460330
E-Mail: info@ced-muenchen.eu
Web: www.creative-europe-desk.de

Alle Neuigkeiten und Informationen
zum Creative Europe MEDIA
Programm sind auf der Webseite zu finden.

Text: Julien Hebenstreit
Fotos:
ACE Producers, Cartoon,
Internationale Filmschule Köln, Cinekid

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Medienszene
Bayern im Bild