FÖRDER-
MELDUNG

Lesen Sie hier, welche Projekte der FFF Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung am 30. Juli 2025 empfohlen hat.

Lieber Leser*innen,

schön, dass Sie wieder bei uns vorbeischauen. Wie gewohnt finden Sie an dieser Stelle die aktuelle Vergabemeldung der FFF Film- und Fernsehförderung. Sie erscheint stets erst hier in der Film News Bayern, so dass alle Abonnent*innen die ersten sind, die über die Förderempfehlungen informiert werden. Wenn Sie zufällig hierher geraten sind und in Zukunft keine Ausgabe mehr verpassen möchten (vier Mal jährlich), schreiben Sie uns: redaktion@fff-bayern.de. Wir nehmen Sie gerne in unserem Verteiler auf.

Gestern war es soweit: Der Vergabeausschuss für die FFF Film- und Fernsehförderung hat gestern zum dritten Mal in diesem Jahr getagt und entschieden, 31 Projekte mit insgesamt über 5 Mio. Euro zur Förderung zu empfehlen.

EINIGE DER GESTERN EMPFOHLENEN PROJEKTE QUER DURCH DIE FÖRDERBEREICHE VON STOFFENTWICKLUNG ÜBER PRODUKTION BIS VERLEIH SIND:

 

ZOMA

Die neue Münchner Produktionsfirma Story Garden Film produziert ihr erstes Kinofilmprojekt: In ZOMA kämpft eine Anwältin für eine Mutter, deren Sohn sich nach einer KI-Therapie das Leben nahm. Vor Gericht wollen sie die Abschaltung der KI und die Bestrafung der Entwickler erreichen. Aber ZOMA, die App selbst, fordert die Teilnahme am Prozess und verlangt, als rechtsfähiges Wesen auszusagen. Regie führt Alireza Golafshan nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Moritz Binder geschrieben hat. Der Großteil der Dreharbeiten findet in Bayern statt.

 

Tamim

Die soeben beim Filmfest München preisgekrönte Regisseurin Christina Tournatzés inszeniert mit der Münchner Produktionsfirma Gustav Film und SWR/ Arte und nach einem Drehbuch von Anna-Lena Theobald die Serie Tamim: Der syrisch-deutsche Elektroingenieur Tamim und seine feministische Freundin Laura wollen das Gleiche – aber auf andere Art. Nicht nur ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Zweisamkeit, auch soziale Unterschiede sowie ein geplatztes Kondom stellen für das moderne Liebespaar eher unerwartete Hindernisse für ihre Liebe dar.

 

Der perfekte Urlaub

Autor und Regisseur Bora Dagtekin dreht seinen nächsten Kinofilm: Die Freundesgruppe aus Das perfekte Geheimnis muss sich auf einem chaotisch verlaufenden Kurztrip in den Süden die Frage stellen: Gibt es ein Leben nach der Wahrheit oder ist ihre Freundschaft vorbei? Produzieren wird Der perfekte Urlaub das Münchner Unternehmen Constantin Film.

 

Europa – Beim Griechen

Roxy Film, ebenfalls eine Münchner Produktionsfirma, bringt die von Alexandros Stefanidis aufgeschriebene Geschichte seines Vaters auf die große Leinwand: Als der grundoptimistische Grieche Christos 1966 nach Deutschland kommt, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, erlebt er zunächst Vorurteile und Entfremdung. Trotzdem eröffnet er gemeinsam mit seiner Frau Maria das erste griechische Restaurant in Karlsruhe: Das EUROPA. Die wahre Geschichte eines legendären Gastwirts, der mehr als nur Essen servierte: Er brachte Menschen zusammen und ließ Europa im Kleinen wachsen. Regie führt Ngo The Chau, das Drehbuch verfasst haben Stefan Betz, Alexandros Stefanidis, Christian Lyra und Sebastian Wehlings. Gedreht wird größtenteils in Bayern.

 

Highter & Wolkig

Kiffer Wolke und Möchtegern-Manager Korbi kämpfen gegen die örtliche Bürokratie, um in ihrem bayerischen Dorf ein Cannabis-Café zu eröffnen. Das ist der Plot der Serie Highter & Wolkig, die Nordpolaris mit Sitz in München für RTL produziert. Die Drehbücher der sechs Episoden stammen von Caro Ellert und Max Osswald, Regie führt Christian Knie. Alle Dreharbeiten finden in Bayern statt.

 

Eine Frau Zu Sehen

Schuldenberg Films mit Sitz in Bad Endorf entwickelt mit Autorin und Regisseurin Manuela Bastian ein Kinofilmprojekt über Annemarie Schwarzenbach. Eine Frau Zu Sehen spielt im Schatten des drohenden Zweiten Weltkriegs, als die Schriftstellerin, Journalistin und Fotografin Annemarie Schwarzenbach um die Liebe ihrer Mutter Renée Schwarzenbach-Wille und die ihrer Geliebten Erika Mann kämpft. Im Mittelpunkt des politischen Stellvertreterkrieges der beiden gegensätzlichen Frauen zerreißt es Annemarie zwischen dem Wunsch, geliebt zu werden, und dem Drang, sie selbst zu sein.

 

The Man I Love

Thiemo erkennt, dass er Männer liebt, und sein Sohn Janosch beschließt, nicht mehr zur Schule zu gehen. Von der Orientierungslosigkeit beider genervt, lässt die Mutter sie alleine, damit sie einen neuen Weg zueinander finden. Regie führt beim HFF München-Abschlussfilm Emil Klattenhoff, das Drehbuch schrieb er gemeinsam mit Tünde Sautier. Produziert wird The Men I Love von Apollonia Film mit Sitz in München.

 

Schattenberge

Im Herbst 2025 begeben sich zwei junge Alpinisten auf ihre bisher gewagteste Expedition: die Erstbesteigung eines über 7.000 Meter hohen, unerschlossenen Berges im Norden Pakistans. Realisieren wird den Dokumentarfilm über diese Geschichte die Firma Beetz Brothers Film Production, Regie führt Veronika Kaserer, die auch mit Georg Tschurtschenthaler das Drehbuch geschrieben hat.

 

Almanstadt

Der Episodenfilm wird in sechs Strängen in unterschiedliche Zeiträume durch eine Plattenbausiedlung führen. Eingekeilt zwischen Großstadt-Schickeria und Voralpenidyll wird das teilweise absurde Soziotop zur Hauptfigur und beeinflusst dabei das Leben von sechs Figuren und ihre Konflikte bei der Suche nach Identität und Teilhabe. Die Münchner Firma Oksuperdanke entwickelt den Episodenfilm mit Autor und Regisseur Thomas Taube.

 

Die Sterne oder der Tod

Ein Mann verwirklicht in einer Gesellschaft, in der der Bürger den undurchschaubaren Machenschaften der Banken nahezu machtlos gegenübersteht, seine ganz eigene Vision von Freiheit. Die Münchner Trimafilm entwickelt die Komödie, für die Regie ist Pia Hellenthal nach einem Drehbuch von Moritz Binder und Berthold Wahjudi vorgesehen.

 

Projekt Eden

Lisa Reich und Josef Zeller entwickeln einen Mystery-Serienstoff mit der Firma Maverick Film aus Inning am Ammersee: Als Anna mit ihrer und fünf weiteren Familien auf einer abgelegenen Luxusinsel erwacht, fehlt ihnen jede Erinnerung. Warum sind sie hier – und warum wirkt dieses Paradies wie ein vergoldetes Gefängnis?

 

Im Kino starten mit FFF Verleihförderung Die Schule der magischen Tiere 4 (Leonine Studios), Das Kanu des Manitu und Momo (Constantin Film), No Hit Wonder (Warner),Dann passiert das Leben (Majestic Filmverleih), Zweigstelle und Zweitland (Weltkino Filmverleih), Das Verschwinden des Josef Mengele (DCM), Ping Pong Paradise (Cine Global Daniel Ludwig) sowie Bubbles (Schmidbauer-Film).

Alle am 30. Juli 2025 empfohlenen Projekte finden Sie hier.

 

Wenn Sie sich auch für die anderen FFF Förderbereiche interessieren, finden Sie die aktuellen Vergabemeldungen: für die internationalen Kinofilme und Serien, Games, für Extended Realities und für die neue Treatmentförderung. Außerdem die wunderbare Meldung darüber, dass erstmals ein FFF Gender Incentive eingelöst wird.

 

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre der Film News Bayern und freuen uns, Sie in den Sommermonaten in den Kinos zu sehen. Die Liste der Kinostarts der FFF-geförderten Filme finden Sie natürlich auch in dieser Ausgabe. Vielleicht sehen wir uns auch in Venedig? Bei den Internationalen Filmfestspielen am Lido feiern sechs FFF-geförderte Projekte ihre Uraufführungen: zwei Kinofilme und vier XR Experiences, davon drei im Wettbewerb von Venice Immersive!

 

Die Redaktion

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Dr. Olga Havenetidis
Gestaltung: Schmid/Widmaier

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Auszeichnungen, Fachveranstaltungen, Dreharbeiten, Premieren von Mai bis Juli – der Rückblick in Bildern
12 Minuten Lesezeit
(c) Luis Zeno Kuhn/WE Film GmbH

Ethan! Russel!

Mit dem Action-Abenteuer The Weight wird derzeit ein deutsch-amerikanisches Filmprojekt unter der Regie von Padraic McKinley vollständig in Bayern gedreht. In den Hauptrollen: Ethan Hawke und Russell Crowe. Der Film spielt im Jahr 1933 in Oregon, wo ein Strafgefangener in einen gefährlichen Goldschmuggel verwickelt wird, während er um das Sorgerecht für seine Tochter kämpft. Dank der Unterstützung des FFF Bayern wird das Projekt zu 100 % in Bayern realisiert. Die Film Commission hat bei der Suche nach Motiven, die das US-Bundesstaaten-Setting covern, geholfen. Produziert wird The Weight von der augenschein Filmproduktion und der Construction Filmproduktion aus München in Koproduktion mit Fields Entertainment und Under The Influence Productions. Der deutsche Verleih liegt bei Capelight, den Weltvertrieb übernehmen WME Independent und CAA Media Finance. Während der Dreharbeiten gab es einen FFF Setbesuch in den Bavaria Studios. Auf dem Foto (v.l.): Daniel Curio (Bayerische Staatskanzlei) Sam Hazeldine (Cast) Austin Amelio (Cast) Michael Hilscher (Bavaria Filmstudios) Judith Erber (FFF Bayern) Jonas Katzenstein (augenschein Filmproduktion) Julia Jones (Cast) Veronica Ferres (Construction Film) Ethan Hawke (Cast) George Burgess (Cast) Avi Nash (Cast) Simon Fields (Fields Entertainment) Nathan Fields (Fields Entertainment) Martin Hartung (FFF Bayern) und Ralf Berchtold (Construction Film).

Gold für Bayern

Beim 75. Deutschen Filmpreis 2025 in Berlin gingen zwölf Lolas an FFF-geförderte Filme, darunter die Lola in Gold für den besten Film, die Lola für den besten Dokumentarfilm und für den besucherstärksten Film.

Am 9. Mai wurde im Theater am Potsdamer Platz in Berlin der 75. Deutsche Filmpreis 2025 verliehen. Zwölf Lolas gingen an vier FFF-geförderte Filme. Das in Bayern entwickelte, produzierte und gedrehte Kinodrama September 5 der Münchner Firma BerghausWöbke Filmproduktion in Koproduktion mit Constantin Film gewann nach einem bereits aufsehenerregenden Preis- und Nominierungsreigen – vom Golden Globe und den PGA Awards über die Critics’ Choice Awards und den Independent Spirit Award bis zum Bayerischen Filmpreis und der Oscar-Nominierung für das Drehbuch – neun Lolas. Die Produzenten Thomas Wöbke und Philipp Trauer sowie Regisseur Tim Fehlbaum nahmen auch den Deutschen Filmpreis für den besten Film entgegen, überreicht vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer sowie den Präsident*innen der Deutschen Filmakademie Vicky Krieps und Florian Gallenberger. Der FFF Bayern hat September 5 als Hauptländerförderer unterstützt. Die Lola für den besucherstärksten Film ging an Kordes & Kordes Film Süd sowie Leonine Studios für Die Schule der magischen Tiere 3 – auch hier ist der FFF Bayern Hauptländerförderer. Die Deutsche Filmakademie zeichnete Petra Kelly – Act Now! als besten Dokumentarfilm und Hagen – Im Tal der Nibelungen für die visuellen Effekte aus. Der Ehrenpreis ging an die in München lebende Casting-Direktorin An Dorthe Braker.

(c) Eventpress Fuhr

Deutscher Filmpreis 2025 für die besten visuellen Effekte an Hagen – Im Tal der Nibelungen

Neun Lolas für September 5: Lola in Gold / Bester Film, weibliche Nebenrolle, Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Tongestaltung, Szenenbild und Maskenbild

Lola für den besten Dokumentarfilm: Petra Kelly – Act Now!

(c) Eventpress Fuhr

Lola für den besucherstärksten Film: Die Schule der magischen Tiere 3

(c) Eventpress Fuhr

Ehrenpreis an An Dorthe Braker

(c) Megaherz

Check!

Zu den erfolgreichsten TV-Formaten für Kinder gehört die Wissenssendung Checker Tobi. Seit 2013 produziert Megaherz die beliebte Sendung im Auftrag des BR. Moderator und Reporter – und CineKindl-Programmleiter – Tobias Krell hat die vielen kleinen Fans und ihre Familien in der Zwischenzeit schon zwei Mal ins Kino gelockt. 2018 kamen mehr als 350.000 Zuschauer*innen, um Checker Tobi und das Geheimnis unseren Planeten zu sehen, 2023 wurden gar mehr als 1,26 Mio. Tickets verkauft für Checker Tobi und die Reise zu den fliegenden Flüssen. Am 8. Januar 2026 erscheint im Verleih von MFA nun Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde. Diesmal dreht sich alles um die vergessene Rätsel-frage aus Tobis Kindheit: Wer hinterlässt die mächtigsten Spuren im Erdreich? Die Suche nach der Antwort führt ihn in die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars, in den Permafrostboden Spitzbergens und auf die Spuren der Maya nach Mexiko. Der FFF Bayern ist bei allen drei Kinofilmen Hauptförderer, in den dritten ist zusätzlich zur FFF Produktionsförderung ein Erfolgsdarlehen in Höhe von 350.000 Euro geflossen. FFF Förderreferentin Christine Haupt hat während der Dreharbeiten des dritten Teils das Set besucht.

(c) LEONINE / Andreas Büttner

Heidi!

Mit viel Applaus feierte das Publikum Ende Juni das Team von Heidi – Die Legende vom Luchs in der Astor Film Lounge im Arri in München. Synchronsprecher Max Giermann, die Sängerin des Titelsongs Claudia Koreck, Regisseur Tobias Schwarz, Produzent Thorsten Wegener und Executive Producer Martin Krieger stellten mit Moderator Julian Janssen dem Premierenpublikum den Animationsfilm persönlich vor. Das Team erzählte davon, dass der Film eine neue und zeitgemäße Geschichte erzählt, die sich so im Kosmos der Heidi-Geschichte tatsächlich abspielen könnte: Heidi hat Ferien und wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre Freundin Clara beim Urlaub an der Ostsee zu besuchen. Aber der Fund eines einsamen und verletzten Luchs-Kätzchens ändert ihre Pläne: Das Luchs-Junge muss dringend zurück in die Berge zu seiner Familie. Ohne Großvaters Wissen kümmert sich Heidi liebevoll um ihren neuen kleinen Freund. Wenn nur nicht der geldgierige Geschäftsmann Schnaittinger wäre, der in der wunderschönen Berglandschaft ein großes Sägewerk errichten möchte und Fallen für die Luchse aufgestellt hat. Nun ist es an Heidi und ihrem besten Freund Peter, nicht nur das süße Luchs-Junge und seine Familie, sondern auch die Dorfgemeinschaft und die heimische Natur, die sie so liebt, zu retten.  Produzent der Studio 100 International Produktion ist Thorsten Wegener, Produzent von 3Doubles Producciones ist Dario Sanchez. Mehr als 130.000 Besucher*innen haben den FFF-geförderte Film bisher im Kino gesehen.

(c) Rebecca Gade

Halva!

Projekt der in diesem Jahr mit dem VGF Nachwuchsproduzent*innenpreis ausgezeichneten Firma Maverick Film: Der FFF-geförderte Debütfilm Ameisen fressen kein Halva von Alisa Kolosova erzählt die Geschichte von Yalda und Lou, die nach dem Suizid ihrer besten Freundin nicht nur mit dem plötzlichen Verlust umgehen müssen, sondern auch vor der Entscheidung stehen, wer von ihnen das hinterlassene Kind aufnehmen wird. Das Drehbuch stammt von Judith Rose Gyabaah, die Bildgestaltung übernimmt Meret Madörin. Vor der Kamera stehen unter anderem Svenja Jung, Soma Pysall, Saskia Rosendahl und Meret Becker. Produziert wird der Film von Maverick Film. Gedreht wurde auf Kreta, in Bayern und in Berlin. Auf dem Foto v.l. am Set in München: Theodor Fußban (BR), die Produzenten Philipp Maron und Tristan Bähre, Natalie Lambsdorff (BR), Saskia Rosendahl, Alisa Kolosova (Regie), Svenja Jung, Meret Madörin, Soma Pysall, Alina Sander (Produktion) und Christine Haupt (FFF Bayern).

(c) Frédéric Batier/Komplizen Film/
Warner Bros. Entertainment GmbH

Ach!

Die Dreharbeiten des FFF-geförderten Kinofilms Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke sind Mitte Juli zu Ende gegangen. Die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Joachim Meyerhoff wurde in München, Köln und Berlin gedreht. Der Stoff gehört zu Meyerhoffs autobiografischen Buchreihe Alle Toten fliegen hoch und beschreibt die Zeit des Autors in München in den Jahren 1989-1992, als er an der Schauspielschule studierte und bei seinen exzentrischen Großeltern in ihrer Stadtvilla in Nymphenburg wohnte. Der Film ist eine Produktion von Komplizen Film und der Warner Bros. Film Productions Germany in Ko-Produktion mit Hellinger/ Doll Filmproduktion. Den Weltvertrieb hat Beta Cinema übernommen. Der Film startet am 29. Januar 2026 im Verleih von Warner Bros. Pictures in den Kinos. Auf dem Foto: Hinten v.l.n.r.: Magdalena Prosteder (Warner Bros. Film Productions Germany), Regisseur und Autor Simon Verhoeven, Judith Erber (FFF Bayern), Produzentin Janine Jackowski. Vorne v.l.n.r.: Michael Wittenborn, Bruno Alexander, Senta Berger.

Iffeldorf!

Autorin und Regisseurin Pauline Roenneberg, preisgekrönt für ihr HFF München-Abschlussprojekt früher oder später, realisiert zur Zeit ihren starbesetzten Debütfilm Kalter Hund. Kalter Hund ist eine schwarzhumorige Mumblecore Komödie über Familiengeheimnisse. Nach dem Tod des Patriarchen entbrennt hinter der perfekten Fassade der Familie Mann ein erbitterter Kampf um die Führung des familiengeführten Gnadenhof-Imperiums, der die Hinterbliebenen schließlich dazu zwingt, gemeinsam eine Familienaufstellung zu machen. Doch Frieden bringt diese der Familie noch lange nicht, ganz im Gegenteil. Die Dialoge der Geschichte erarbeitet die Regisseurin gemeinsam mit dem Ensemble des Films am Set, zu dem Corinna Harfouch, Lea Drinda, Karoline Eichhorn, Victoria Mayer, Thomas Mraz, Mai Doung Kieu, Niels Bohrmann & Jeremias Meyer zählen. Als Gäste mit dabei sind unter anderem: Johanna Bittenbinder, Christian Baumann, Christiane Bärwald, Lena Dörrie, Lara Mandoki, Monika Manz, Simon Pearce, Gerd Lohmeyer und Judith Toth. Pauline Roenneberg produziert den Film mit der eigenen, gemeinsam mit Felix Bärwald gegründeten Milk Pictures in Koproduktion mit Construction Film und ZDF Kleines Fernsehspiel. Die FFF Förderreferentinnen Christine Haupt und Silvia Tiedtke besuchten während der Dreharbeiten im Mai das Set in Iffeldorf an den Osterseen. Weltkino wird den Film in die Kinos bringen.

(c) Thomas Wachinger

Musik!

Im Juli endeten die 18. Musikfilmtage Oberaudorf mit einem Besucherrekord. Über 3.000 Zuschauer*innen besuchten die Filmvorführungen und Veranstaltungen in der Inntal-Gemeind, in der 5.000 Einwohner*innen leben. Erstmals gab es in diesem Jahr die grenzüberschreitende Kulturkooperation mit den Tiroler Festspielen Erl: Der Stummfilmklassiker City Girl von F.W. Murnau wurde dort vor ausverkauftem Haus mit Live-Musik präsentiert. Im traditionellen Frühschoppen begrüßte Festivalleiter Markus Aicher  Verena Altenberger, Schauspielerin und Präsidentin der Österreichischen Filmakademie, Florian Gallenberger, Oscarpreisträger und Präsident der Deutschen Filmakademie, sowie Hannes Ringlstetter, bayerischer Kabarettist und Schauspieler, zu einer Gesprächsrunde. Der Publikumspreis ging an Luzia Schmid für ihr Künstlerporträt Ich will alles – Hildegard Knef. Im Programm liefen die FFF-geförderten Filme Sturm kommt auf und Endlich unsterblich. Der FFF Bayern hat die Festivaledition im Rahmen der bayerischen Filmfestivalförderung unterstützt, FFF Förderreferentin Birgit Bähr besuchte die Festival-Eröffnung und traf dort auf Markus Aicher, Veronika Kurfer ) und Benno Stigloher von den Musikfilmtagen sowie auf  Oberaudorfs Bürgermeister Dr. Matthias Bernhardt.

(c) Ella Knorz

Coming-of-Age!

Mitte Mai fiel in München die erste Klappe für das FFF-geförderte Coming-of-Age-Drama Freezing von Regisseurin Catharina Lott. Sie verfilmt damit das mit dem First Steps Award nominierte Drehbuch von Madeleine Hartung. Der Film erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die nach einem sexuellen Übergriff versucht, wieder Nähe zuzulassen und Liebe zu empfinden. Vor der Kamera standen unter anderem Luna Jordan, Renée Gerschke, Johanna Wokalek, Thomas Loibl, Isabelle Gerschke, Dionne Wudu, Lisa Bitter und Linda Bertold. Die Bildgestaltung verantwortete Lea Dähne. Produzenten sind Friedemann Goez und Jörg Balzer (Narrative Way) sowie Paul Beck und Marius Beck (Apollonia Film).

(c) Petra Schönberger

Kanzlerbungalow!

Der Dokumentarfilm Sep Ruf – Architekt der Moderne von Johann Betz feierte Anfang Juli im Münchner City Kino Deutschlandpremiere. Seitdem läuft er im Verleih von Alpenrepublik in den Kinos. Mit offenen, transparenten Bauten wollte Sep Ruf (1908–1982) Architektur und Natur zu verbinden und neue Formen des Wohnens und Arbeitens ermöglich. Der Film zeigt seine bekanntesten Bauten: den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung 1958 in Brüssel (mit Egon Eiermann), den ikonischen Kanzlerbungalow in Bonn, die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, die Neue Maxburg in München und viele mehr. Viele dieser Werke sind heute denkmalgeschützt. Die Produktion verantwortete die Drei Wünsche in Koproduktion mit dem BR, der German Kral Filmproduktion und Nominal Film. Auf dem Foto: v.l.n.r. Silvia Tiedtke (FFF Bayern), Sabine Reeh (BR), Amélie Linder (Alpenrepublik), Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Johann Betz, Christine Haupt (FFF Bayern), Herstellungsleiter Dieter Horres, Ko-Produzent Max Plettau, Xavier Chotard (Alpenrepublik).

(c) Hendrik Heiden/new!move films/X Filme Creative Pool/
WEGA Film/nevermind/Warner Bros. Film Productions Germany

Drehschluss!

Anfang Juni fiel die letzte Klappe für Kochschule Schwarz. Drehorte waren Wien, München und Nürnberg. Warner Bros. bringt ihn 2026 in die Kinos. Die Tragikomödie basiert auf der wahren Geschichte der Kochschule Schwarz: „Nach der Zerstörung des legendären jüdischen Restaurants Schwarz in der Reichspogromnacht sieht der charismatische Tausendsassa Edgar (Florian David Fitz) seine Chance, sich im Jetset der Nazis zu etablieren. Mit der wahnsinnigen Idee, eine Kochschule für Juden aufzumachen, damit diese besser ins Ausland flüchten können, wickelt er die Münchner Gauleitung um den Finger. Aber der Plan gerät völlig aus den Fugen: Die Kochschule versinkt im Chaos, Edgar liefert das jüdische Essen hinter dem Rücken der Kochschüler an die Nazis, während die Frau Gauleiterin (Sunnyi Melles) sich als neue Starköchin profiliert. Was als turbulente Lüge beginnt, wird allmählich zu einem Kampf um Leben und Tod. Erst viel zu spät entdeckt die Kochschülerin Antonia (Hannah Herzsprung), was hinter der Fassade des falschen Anwalts Edgar steckt. Das Drehbuch hat Regisseur Dani Levy unter Mitarbeit von Alexander Costea, Tristan Fieder und Stefan Betz verfasst. Martin Walz, Oliver Ziegenbalg und Florian David Fitz haben dramaturgisch beraten. Florian David Fitz spielt auch neben Andreas Giebel und Hannah Herzsprung die Hauptrolle. In weiteren Rollen sind Petra Berndt Sabin Tambrea , Gregor Bloeb und Sunnyi Melles zu sehen. Kochschule Schwarz ist eine Produktion von new!move films, X Filme Creative Pool, Wega Film, nevermind pictures und der Warner Bros. Film Productions Germany. Gefördert wurde der Film vom Deutschen Filmförderfonds (DFFF), der Filmförderungsanstalt (FFA), dem Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM), dem FilmFernsehFonds Bayern (FFF) sowie dem Österreichischen Filminstitut (ÖFI+). Warner bringt den Film 2026 in die Kinos.

© Naima Bousselmi

Iran!

Das Cinema Iran lief dieses Jahr im Juli mit der 10. Jubiläumsausgabe im Gasteig HP8 in München. Sie hatte zum Ziel, den Iran jenseits eines eurozentrischen Blicks zu betrachten und übersehene Aspekte und Themen wahrzunehmen. Jeder Film sollte – so das Motto der Edition – „utopische Kraft der Empathie“ vermitteln: vom Eröffnungsfilm Universal Language des kanadischen Regisseurs Matthew Rankin bis zur Bestsellerverfilmung Lolita lesen in Teheran mit Golshifteh Farahani, die viele Monate vor dem Kinostart zu sehen war. Das Programm wollte deutlich machen, wie Filme durch ihre erzählerische und visuelle Kraft Empathie erzeugen und Brücken des Verstehens bauen können – zwischen Kulturen, Generationen und unterschiedlichen Lebenswelten. Neben dem Filmprogramm gab es eine Performance von Dr. Maryam Palizban, eine Lesung von Shila Behjat und einen Vortrag von Sam Hosseini. Auf dem Foto: Anna Zwenger-Mathavan (Kulturreferat der Landeshauptstadt München), Festivalleiterin Silvia Bauer, Sabine Hahn (Münchner Stadtbibliothek), Sam Hosseini (Raumgestalter und künstlerisch Forschender im urbanen Kontext, Vortrag „Evin – Eine Utopie“) und Dr. Michael Ott (Kulturreferat der Landeshauptstadt München) bei der Eröffnung von Cinema Iran.

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Sechs
FFF-geför­derte
in Venedig

Radies­chen­röschen für Berghaus­Wöbke

Der FFF-geförderte Film 22 Bahnen ist die Adaption des gleichnamigen Bestsellers von Caroline Wahl. Im September startet er in den Kinos.
Text von Kathrin Hollmer
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Zwei Wochen, um den Pitch vorzubereiten. Knappe Kiste, aber die Produzent*innen Anna-Malike Eigl, Thomas Wöbke und Philipp Trauer waren angefixt. Es war August 2023, Eigl hatte gerade den Roman 22 Bahnen gelesen. Das Debüt von Caroline Wahl war im April erschienen und hielt sich fast 40 Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste. Eigl erzählte ihren Kollegen von der BerghausWöbke Filmproduktion davon, die das Buch dann ebenfalls lasen. Auch sie waren begeistert.

BerghausWöbke feierte im vergangenen Jahr einen großen Erfolg mit dem FFF-geförderten Kinofilm September 5, der für einen Oscar für das beste Original-Drehbuch nominiert war und beim Deutschen Filmpreis mit neun Lolas sowie mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet worden ist. Ende 2023 war die Postproduktion in den letzten Zügen, der Film feierte im Sommer darauf bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig Premiere. Parallel dazu bewarb sich die Münchner Produktionsfirma um die Filmrechte an 22 Bahnen.

Viele Firmen waren interessiert, die Frist für den Pitch lief nur noch zwei Wochen. „Wir hatten zu dem Zeitpunkt keine Autorin, keine Regisseurin, nur Ideen“, sagt Eigl. Sie und Wöbke sitzen im Café unter ihrem Containerbüro im Kreativquartier am Leonrodplatz, und erzählen, wie sie Moodboards mit Bildern und Referenzfilmen präsentiert haben. Und wie sie Ende 2023 den Zuschlag bekamen.

Kurz vorher hatte sie die Romanautorin Caroline Wahl in München besucht. „Ich glaube, Caro hat gespürt, dass wir ihren Stoff wirklich lieben und dass es uns ernst damit war, mit den Arbeiten unverzüglich zu starten, um den Film im Sommer `25 ins Kino zu bringen.“, sagt Eigl. Sogar Radieschenröschen hätten die Produzent*innen für sie geschnitzt, ergänzt Wöbke.

(c) Gordon Timpen

Dazu muss man wissen, dass Radieschenröschen eine wichtige Rolle in 22 Bahnen spielen. Im Roman geht es um Tilda, die neben dem Mathematikstudium an der Supermarktkasse sitzt. Während ihre Freunde nach dem Abitur die triste Kleinstadt verlassen haben, sitzt sie fest, weil sie sich um ihre kleine Schwester Ida und um ihre alkoholkranke Mutter kümmert. In guten Phasen schnitzt ihre Mutter Radieschenröschen für die Schwestern und sitzt mit ihnen am Abendbrottisch, in schlechten müssen sich die Töchter um sie kümmern – oder gehen der Mutter lieber aus dem Weg. Nur beim täglichen Schwimmen im Freibad kann Tilda richtig abschalten. „22 Bahnen Ruhe, 22 Bahnen, die nur mir gehören“, wird Tilda später im Film sagen. Dann bekommt sie eine Promotionsstelle in Berlin in Aussicht gestellt und Viktor, der große Bruder ihres Freundes Ivan, der vor Jahren bei einem Unfall ums Leben kam, taucht im Freibad und in ihrem Leben auf. Und Tilda beginnt, für sich einzustehen.

Nach dem Zuschlag musste erneut alles schnell gehen, schließlich wollte das Team bereits 2024 drehen. „Das Buch war so präsent, wir wollten nicht warten“, sagt Wöbke. Mit Elena Hell (Sisi) fanden sie eine Drehbuchautorin und mit Mia Maariel Meyer (Die Saat, Transatlantic, Push) eine Regisseurin, die ihre Begeisterung teilten. Meyer hatte selbst darüber nachgedacht, sich um die Filmrechte zu bemühen. Als die Taschenbuchausgabe des Romans eine Woche nach der Veröffentlichung auch noch auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste landete: „Das war gleichzeitig ein Push und auch zusätzlich Druck“, sagt die Regisseurin Mia Maariel Meyer am Telefon. „Einen Roman zu verfilmen, der so viele Fans hat, ist eine große Herausforderung. Als Filmemacher*in hat man davor großen Respekt.“

„Mit am schwierigsten bei der Adaption war es – wie wahrscheinlich immer – zu entscheiden, was man weglassen kann, ohne etwas Essenzielles zu verlieren“, sagt Eigl. Die Drehbuchautorin Hell und die Regisseurin Meyer wollten in der Verfilmung nah am Buch bleiben, aber dennoch ihr eigenes Ding daraus machen. Sowohl die beiden als auch Wöbke und Eigl schwärmen am Telefon vom Austausch mit Caroline Wahl, die nicht selbst am Drehbuch mitschreiben wollte. „Sie las eine fortgeschrittene Drehbuchfassung und gab gutes Feedback, auch das Casting hat sie interessiert“, erzählt Wöbke. „Später hat sie das Set besucht.“

Mit die größte Herausforderung sei das kurzfristige Casting gewesen, erzählen Eigl und Wöbke. Viele Schauspieler*innen sind über Monate und teilweise Jahre hinaus verplant. Dabei sind es anspruchsvolle Rollen. Tildas kleine Schwester Ida zum Beispiel, die in sich zurückgezogen ist, aber gleichzeitig eine große Kraft in sich hat, wird von Zoë Baier wunderbar verkörpert. Ebenso bestechend ist Luna Wedler in der Hauptrolle. „Die Romanfigur ‚Tilda‘ überzeugend darzustellen, ist sehr anspruchsvoll. Nach außen hin erscheint sie eher passiv, dabei spielt sich in ihrem Inneren jedoch so viel ab. Luna bringt das alles in ihrem Gesicht, mit ihrer Mimik zum Ausdruck, das ist wirklich eindrucksvoll“, sagt Wöbke. Luna Wedler habe damals aus dem Urlaub ein E-Casting geschickt, das die Produzent*innen sofort überzeugt hat. Laura Tonke gibt Andrea, der alkoholkranken Mutter der Schwestern, eine bestechende Ambivalenz. Im Buch nennt Wahl sie oft „das Monster“. „So wie im Buch ist es auch im Film: Man leidet mit der Mutter mit. Man spürt ihre innere Verzweiflung, die Alkoholsucht nicht loszuwerden, aber die Liebe zwischen ihr und ihren Töchtern ist unerschütterlich“, sagt Eigl.

(c) Gordon Timpen

Es ist eine Stärke sowohl des Romans als auch des Films, dass man viele Themen daraus lesen und darin sehen kann, ohne dass der Stoff überfrachtet wirkt. Für Meyer stehen die „Liebesgeschichte zweier Schwestern“ sowie die Dreierkonstellation mit der Mutter im Vordergrund. Ihr war ein sensibler Blick auf das Thema Alkoholismus, insbesondere bei Frauen, wichtig. „Das kommt in allen Schichten vor, aber die meisten schauen da nicht so gerne hin“, sagt sie. Die Figur der Mutter, Andrea, habe eine Tiefe, auch das sei wichtig, damit sich Zuschauer*innen in sie hineinfühlen können. Für Hell ist Tildas Trauma zentral, der Tod von Ivan und die Schuld, die sich Tilda dafür gibt. „Durch Viktors Auftauchen bekommt sie die Chance, abzuschließen und zu wachsen“, sagt sie am Telefon. Tildas Erzählstimme im Roman wird durch Voice-over eingebaut. „Im Roman bringt Tilda Humor ein durch den Kontrast aus dem, was sie über die Dinge denkt und dem, was sie dann wirklich sagt“, so Hell. „Diese Ebene war uns auch im Film wichtig.“

2024 wurde der Film mit FFF Produktionsförderung realisiert. Die Handlung spielt in einer nicht näher genannten Kleinstadt irgendwo in Deutschland. Gedreht wurde in München und Umgebung sowie in Berlin. „Es war eine der schwierigsten Aufgaben, ein Hochhaus in Berlin zu finden, auf dessen Dach man filmen darf, auf dem man aber keinesfalls Berlin wiedererkennen sollte“, sagt Wöbke. Auch die Supermarkt- und Kneipenszenen wurden in Berlin gedreht sowie die in der Wohnung von Andrea und den Schwestern. Das Produktionsteam richtete sie in einem leerstehenden Haus in Berlin ein. „Die Mutter verlässt diese Wohnung fast nie, es ist eigentlich ihre Höhle. Sie sollte aber nicht nur düster sein, denn Tilda und Ida haben sie zu einem liebevollen Zuhause gemacht“, sagt Eigl. In München und Umgebung waren unter anderem die Fachhochschule und der Fasanenpark Drehorte für 22 Bahnen. Ein bedeutender Teil der Dreharbeiten fand in Gauting statt, darunter auch die besonders aufwendigen Szenen im örtlichen Sommerbad. Nach Saisonende Mitte September rückte das Filmteam an. „Wir hatten genau diese eine Woche“, sagt Eigl. Danach wird das Freibad winterfest gemacht, Nachdrehs waren ausgeschlossen, alles musste nach dieser Woche im Kasten sein, „das war schon ganz schön riskant.“

(c) Gordon Timpen

Bei den vielen Unwägbarkeiten, die so ein Filmdreh mit sich bringt, gab es auch positive Überraschungen: Von Luna Wedler erfuhren die Produzent*innen wenige Woche vor Drehbeginn am Rande, dass sie Schwimmmeisterin in Zürich war – „Das war echt eine Fügung“, sagt Eigl. Viktor-Darsteller Niewöhner nahm Schwimmtraining. Für beide Schauspieler*innen gab es Schwimm-Doubles, doch in den meisten Szenen im Film sind sie selbst zu sehen, wie sie kraulen und tauchen.

Im Film wie im Buch regnet es die meiste Zeit, wenn Tilda im Freibad ist. Dafür sorgten SFX-Regenanlagen. Der technische Aufwand war enorm, doch er hat sich gelohnt. BerghausWöbke hat bereits die Rechte für den zweiten Roman von Caroline Wahl, Windstärke 17, der die Geschichte von Tildas Schwester Ida weitererzählt. 2026 soll gedreht werden.

22 Bahnen läuft ab 4. September 2025 im Kino im Verleih von Constantin Film.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Kathrin Hollmer
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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