Zwischen
Genera­tionen­wechsel
und langer
Tradition

Im Dezember war es wieder soweit: Mit 800.000 Euro prämierte der FFF Bayern 79 Kinos für ihr Filmprogramm des Vorjahres. Die Spitzenprämie ging an das Regina Filmtheater in Regensburg. Die Verleihung der Prämien fand im Cinecittà Multiplexkino in Nürnberg statt.
Text von Olga Havenetidis

„Es freut mich sehr, dass heute auch viele junge Kinomacherinnen und Kinomacher im Saal sind, die ein Kino übernommen haben“, sagte der stellvertretende FFF Geschäftsführer Martin Hartung in seiner Rede. „Denn wie überall steht auch die Kinobranche vor einem Generationswechsel. Gleichwohl ist es wunderbar, dass viele der ausgezeichneten Kinos eine so große und lange Tradition haben und seit Jahrzehnten von Ihnen und Ihren Familien und Teams geführt werden.“

Medienminister Dr. Florian Herrmann hob die Bedeutung einer vitalen und vielfältigen Kinolandschaft hervor: „Nirgendwo erlebt man Filme besser als im Kino. Das sind sehr emotionsgeladene und einprägsame Erlebnisse, an die man lange zurückdenkt. Kinos sind nicht nur kulturelle und zwischenmenschliche Begegnungsstätten mit einzigartigem Flair, sondern auch eine Bereicherung unserer kulturellen Vielfalt. Besonders Programmkinos leisten einen wertvollen Beitrag zur Kulturszene, den andere nicht ersetzen können.“ Mit Blick auf die staatliche Filmförderung verwies Dr. Herrmann auf die Notwendigkeit der Umsetzung von FFG, Anreizmodell und einer Investitionsverpflichtung mit Augenmaß. „Es braucht eine Erhöhung der Fördermittel des Bundes zugunsten des Verleihs und der Kinobetriebe, um die Verwertungskette Kino zu stärken. Wir wollen, dass Top-Filme weiter bei uns gedreht werden und die Kinos und Arbeitsplätze erhalten bleiben.“

Die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg betonte die Notwendigkeit, Kinos intensiver zu unterstützen. Die mit der Förderreform verbundenen Hoffnungen hätten sich bislang leider nicht realisiert. Auf Länderebene agiere Bayern in dieser Hinsicht aber durchaus vorbildlich. Auch wenn 2024 ein herausforderndes Jahr war, zeigte sich Christine Berg zuversichtlich, dass sich bei den Besuchszahlen der zuletzt schon geschrumpfte Rückstand zu 2023 in den kommenden Wochen noch weiter verringern würde – eine Erwartung, die bis zum Ende des Jahres erfüllt wurde.

Fritz und Evi Preßmar mit Martin Hartung, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, HDF-Vorstandvorsitzende Christine Berg, Birgit Bähr

Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Doris Lerchl-Goldermann, Oliver Goldermann, Martin Hartung

Wolfram und Claudia Weber (Cinicitta Multiplexkino Nürnberg)

Christian Pfeil, Dr. Christian Bräuer, Christopher Bausch

Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Bastian Hauser

Georg H. Kloster und Holger Trapp

Christiane Vogel, Gerrit Zachrich, Rudolf Huber

Birgit Bähr und Matthias Damm

Christian Mitzam, Christopher Bausch, Felix Bruder

Sonja Härtlein, Gert Dobner, Diana Linz

Peter Zwingmann, Birgit Bähr

Gerog H. Kloster, Lina Winkler, Dr. Doris Appel-Kölmel

Matthias Hellwig, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Veronika Osterauer

Birgit Bähr, Dr. Christian Bräuer

Warm up und Programmprämienverleihung im Dezember in Nürnberg

Warm up und Programmprämienverleihung im Dezember in Nürnberg

Warm up und Programmprämienverleihung im Dezember in Nürnberg

Kai Erfurt, Ralph Feigl, Roland Harsch

Von allen anwesenden Kinos hatten neun ihren Sitz in der gastgebenden Region Mittelfranken: Casino Lichtspiele Eckental, Lamm-Lichtspiele Erlangen, Lichtspiele – Kino zum Wohlfühlen Großhabersdorf, Babylon Kino am Stadtpark Fürth, KinoNEA Neustadt an der Aisch, Casablanca Filmkunsttheater Nürnberg, Metropolis Nürnberg, Regina Filmtheater Pegnitz und Kino Center Weißenburg. Ein bewegender Moment war die Würdigung der Familie Preßmar, die seit 80 Jahren das legendäre Sendlinger Tor Kino betreibt und dies im Januar 2025 schließen musste.

Die Spitzenprämie ging in an das Regina Filmtheater Regensburg. Betreiber*innen Doris Lerchl-Goldermann und Oliver Goldermann nahmen die Prämienurkunde von Staatsminister Dr. Florian Herrmann entgegen. „Das Regina ist seit fast 40 Jahren eine feste Größe in der Regensburger Kinoszene und ein beliebtes Traditionskino“, hieß es in der Laudatio. „An der Filmauswahl spürt man die Liebe zum Kino und guten Filmen. Konsequent läuft hier täglich ein Kinderkinoprogramm. Über das ganze Jahr werden Themen- und Filmreihen kuratiert und regelmäßig Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt. Eine große Leidenschaft gilt dem deutschen Kino, Nachwuchsfilmen und heimischen Produktionen.“ Im Februar 2024 feierte das Regina Filmtheater Regensburg 75. Geburtstag. Es befindet sich nördlich der Regensburger Altstadt und hat zwei Säle: Einen Theatersaal mit 236 Plätzen sowie einen kleineren Saal mit 60 Plätzen. Ursprünglich war das heutige Kinogebäude ein Getreidespeicher, 1912 gebaut und 1922 erweitert. Dass es so lange erfolgreich läuft, ist dem leidenschaftlichen Einsatz Doris Lerchl-Goldermannn zu verdanken, die das Kino 1986 als eine der damals jüngsten Kinomacherinnen Deutschlands übernahm. Im letzten Jahr wurde das Nürnberger Casablanca Filmkunsttheater mit der Spitzenprämie geehrt. Dort fand vorgestern Abend das Warm up zur Prämienverleihung statt. Der FFF Bayern präsentierte den Stummfilm Sherlock Jr. (1924) von und mit Buster Keaton, musikalisch begleitet von Hilde Pohl am Klavier und Yogo Pausch mit Percussion.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Fotos: FFF Bayern / Uwe Niklas
Gestaltung: Schmid/Widmaier

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