25 Jahren lange hat der Bernhard Wicki Gedächtnis Fonds e.V. unter dem Vorsitz von Gründerin Elisabeth Wicki-Endriss in München den Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke verliehen. Die Schauspielerin hat damit ein Netzwerk ganz eigener Art geschaffen: Die Preisstatue besteht aus Brückenpfeilern, die imaginiert durch die internationalen Preisträger*innen eine Brücke des Friedens um den Globus bilden. FFF-geförderte Filme, die hier ausgezeichnet wurden, sind etwa Treasure – Familie ist ein fremdes Land, Sophie Scholl – Die letzten Tage, Nebel im August, Willkommen bei den Hartmanns, Ballon, Picco, Almanya – Willkommen in Deutschland, Das Leben der Anderen, Schachnovelle, Die Brücke am Ibar und September 5.
Rund drei Wochen nach der Verleihung, die Elisabeth Wicki-Endriss noch auf dem Balkon verfolgte und kommentierte, starb sie. „Seit 25 Jahren steht der Friedenspreis des Deutschen Films – Die Brücke für Humanität, Verständigung und die Kraft des Films, Brücken zwischen Menschen und Kulturen zu bauen“, so FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein. „Mit ihrer Idee, die Preisstatue aus Brückenpfeilern zu gestalten, die durch die internationalen Preisträger*innen symbolisch eine Brücke des Friedens um die Welt bilden, hat Elisabeth Wicki-Endriss ein einzigartiges filmisches Netzwerk geschaffen. Der FFF Bayern hat den Friedenspreis des Deutschen Films über Jahre hinweg begleitet und gefördert, zuletzt auch die 25. Preisverleihung 2026. Ebenso unterstützte der FFF Bayern Elisabeth Wicki-Endriss‘ Dokumentarfilm ‚Verstörung – und eine Art von Poesie. Die Filmlegende Bernhard Wicki‘ (2007). Erst im Juni sind wir Elisabeth Wicki-Endriss bei der 25. Friedenspreis-Verleihung im Münchner Cuvilliéstheater persönlich begegnet. Nun fehlt sie uns. Wir sind sehr traurig. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, ihren Freund*innen und allen, die ihr verbunden waren.“
Bei der Trauerfeier auf dem Friedhof Nymphenburg war der 2. Satz von Schuberts Sonate für Arpeggione und Klavier in A-Moll (Adagio), D.821 zu hören. Diese hat Elisabeth Wicki-Endriss an den letzten Tagen ihres Lebens wahrscheinlich gehört, da die entsprechende CD in ihrem CD-Player steckte. In ihrer Ansprach an die Trauergäste erinnerte Bettina Reitz, seit vielen Jahren Mitglied der Friedenspreis-Jury, an die liebenswerte und unnachgiebige Hartnäckigkeit, mit der Elisabeth Wicki Endriss den Friedenspeis Jahr für Jahr auf die schillernde Bühne des Cuvilliéstheater brachte und München damit ein strahlendes, bedeutsames und unverzichtbares Ereignis schenkte, das unter den gesellschaftlichen Terminen seinesgleichen sucht. Jede*n Preisträger*in rief die Initiatorin höchstpersönlich an, um die ehrenvolle Auszeichnung auf direktem Weg zu kommunizieren.
Im 25. Jubiläumsjahr zeichnete die Jury den FFF-geförderten Kinofilm Gelbe Briefe mit dem Friedenspreis aus. Der Film von Autor und Regisseur İlker Çatak und Produzent Ingo Fliess lief im Wettbewerb der Berlinale im Februar 2026 und gewann den Goldenen Bären.