Wer wissen möchte, was die Hofer Filmtage so besonders macht, sollte vielleicht nicht zuerst ins Kino gehen. Vielleicht sollte man sich einfach an die legendäre Bratwurstbude stellen. Früher oder später laufen dort fast alle vorbei: Nachwuchsregisseurinnen, Oscarpreisträger, Produzentinnen, Filmstudenten, Branchenveteranen – und natürlich die Hofer selbst. Man grüßt sich, kommt ins Gespräch, erzählt Geschichten. Oft dieselben wie vor Jahrzehnten. Und doch immer wieder neue.
Dieses Jahr feiert dieses Phänomen Jubiläum: Seit 60 Jahren ist Hof ein Ort, an dem Filmgeschichte geschrieben wird, ohne dass dabei jemals viel Aufhebens darum gemacht worden wäre. Hier trafen sich schon lange vor dem Begriff „Networking“ Menschen, die Kino lieben. Hier wurden Karrieren angestoßen, Freundschaften geschlossen und Anekdoten gesammelt, die mittlerweile ganze Bücher füllen könnten. Und während sich die Filmwelt in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach neu erfunden hat, ist eines erstaunlich konstant geblieben: das Gefühl, in Hof Teil von etwas Besonderem zu sein.
Zum 60. Jubiläum blicken Festivalleiter Thorsten Schaumann und Ana Radica, Vorsitzende des Trägervereins, auf bewegte Jahre zwischen Verlust und Erneuerung, dazu auf geradezu „himmlische“ Momente. Sie erzählen von Heinz Badewitz’ Vermächtnis, von Krisen, die das Festival stärker gemacht haben, von mutigen Veränderungen – und von der Frage, wie man eine Institution in die Zukunft führt, ohne ihre Seele zu verlieren.