Frau Lechner, was war die Idee hinter der Gründung des Camgaroo Awards?
Gabriele Lechner: Vor 25 Jahren wollte ich Filmemacherinnen und Filmemachern – insbesondere Nachwuchstalenten und der Independent-Szene – eine Bühne und Sichtbarkeit geben. Plattformen wie YouTube oder Vimeo gab es noch nicht. Es fehlte ein Ort, an dem kreative Experimente, mutige Ideen und individuelle Handschriften wahrgenommen werden konnten. Menschen sollten angeregt werden, selbst zu gestalten, statt Medien nur zu konsumieren.
Heute gilt der Camgaroo Award als etabliertes Sprungbrett ins Filmbusiness. Welche Entwicklungen haben ihn besonders geprägt?
Die Professionalisierung der Szene ist enorm. Technische Entwicklungen und die Digitalisierung haben in der Kamera- und Postproduktion vieles verändert. Kameras von BMD, Canon, Panasonic oder Sony sowie Softwarelösungen von Adobe, Grass Valley oder Atomos ermöglichen heute professionelle Ergebnisse mit vergleichsweise kleinen Budgets. Parallel dazu hat sich der Camgaroo Award selbst kontinuierlich weiterentwickelt – inhaltlich, stilistisch und strukturell. Besonders prägend war die Einführung des Camgaroo Film Summit, der Wettbewerb, Weiterbildung und Networking miteinander verbindet. Auch thematisch bleiben wir innovativ, etwa mit dem Sonderpreis für Filmprojekte unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz.