Als am 20. November in Kempten die Kinoprogrammprämien an die bayerischen Filmtheater verliehen wurden, erlebte der Kinobetreiber Josef Loibl aus Bad Reichenhall einen Fiebertraum. In alphabetischer Reihenfolge wurden die ausgezeichneten Kinos aufgerufen, zuerst die untere Kategorie mit 7.500 Euro für 28 Kinos, dann 30 Namen für 10.000 Euro. Das Reichenhaller Park-Kino war nicht dabei. Schon seit 25 Jahren reichen Loibl und sein Kollege Max Berger Unterlagen für die Prämie ein; einen höherstelligen Betrag hatte ihr Kino noch nie erhalten. Ihr Kino wurde wieder nicht genannt, als 18 Häuser 15.000 Euro erhielten. „Jetzt haben sie uns vergessen, wie ein Sack Wasser saß ich da“, erinnert er sich später an diesen Moment. Als Staatsminister Florian Herrmann das Park-Kino Bad Reichenhall aufruft und es als Spitzenpreisträger verkündet, ist Loibl überwältigt.
Wie in Trance nimmt er die Laudatio wahr und die Glückwünsche der vielen Kolleg*innen entgegen, von Christian Mitzam aus Bad Füssing, Rudolf Huber und seinem Nachfolger Kai Erfurt aus Bad Wörishofen und natürlich von seinen Freunden vom Amper-Kino aus Wolnzach in der Holledau. Mit Kinobetreiber Max Amper jr. ist er zur Schule gegangen; über dessen Familie fand er zum Kinomachen. Wie sehr die Freund*innen und Kollegen ihm alle die Auszeichnung ehrlich gegönnt hätten: „Das war der Moment“, erinnert sich Loibl vierzehn Tage später im Gespräch. Unangenehm war ihm allein, dass er bloß eine Jeans und keinen Anzug trug, als er zur spontanen Dankesrede ansetzte.