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Bayern
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Auszeichnungen, Fachveranstaltungen, Dreharbeiten, Premieren von Mai bis Juli – der Rückblick in Bildern
10 Minuten Lesezeit
© Instagram Markus Söder

Besuch am Set von „Left Seat“

Hollywood-Besuch in Bayern: Im Frühjahr standen Richard Gere und Michelle Rodriguez für Left Seat vor der Kamera. Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder besuchte das Set in Warngau und traf dort die beiden Hauptdarsteller*innen. Der FFF-geförderte Actionthriller handelt von einer Frau, die unerwartet das Steuer übernehmen muss, als der Kapitän ohnmächtig wird, und dabei über Funk Hilfe von einem erfahrenen Piloten erhält. Regie führt Ben Younger, der selbst im Cockpit zu Hause ist. Left Seat entsteht als deutsch-amerikanische Koproduktion der augenschein Filmproduktion mit A/Vantage Pictures und Mandalay Pictures. Die Produktionsdienstleistungen wurden von der Bavaria Fiction verantwortet. Als deutscher Verleihpartner ist PLAION PICTURES an Bord, den Weltvertrieb übernimmt ANTON, WME korepräsentiert die USA.

© Gisela Schober und Flo Huber

Creators
Conference I:
Panel über
KI und Förderung

Mit über 400 Gästen, mehr als 40 renommierten Speaker*innen aus Branche, Kultur, Medien und Politik sowie 15 Panels zu zentralen Zukunftsthemen der Filmwirtschaft setzte die FFF-geförderte Creators Conference am 26. Juni erneut ein starkes Zeichen zum Auftakt des Filmfests München. Im Mittelpunkt standen produzentische Trends, Künstliche Intelligenz, neue Finanzierungsmodelle und zukunftsfähige Formen der Zusammenarbeit.

Ein Panel widmete sich den Herausforderungen und Chancen KI-gestützter Filmproduktion. Unter der Moderation von Prof. Dr. Lisa Giehl (LEONINE Studios) diskutierten FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein und Stephanie Schettler-Köhler (Storybook Studios), wie sich Förderinstrumente an die Realität der technologischen Entwicklung anpassen können.

Einigkeit herrschte darüber, dass sich die Branche derzeit in einer Trial-and-Error-Phase befindet. Der Einsatz von KI eröffnet zwar neue kreative und produktionstechnische Möglichkeiten, erfordert aktuell aber vor allem umfangreiche Erprobung, zahlreiche Iterationsschleifen und den Aufbau von Know-how. Die hierfür entstehenden Kosten für Prototypen und Proof-of-Concepts sind in klassischen Projektkalkulationen bislang kaum berücksichtigt. Stephanie Schettler-Köhler sprach sich deshalb für eine eigene Prototypenförderung aus. Innovation entstehe nur dort, wo es möglich sei, neue Arbeitsweisen auszuprobieren. Dabei sollte man auch scheitern zu dürfen. Eine entsprechende Förderschiene sei in anderen Bereichen, etwa der Games-Förderung, bereits etabliert und könne als Vorbild dienen.

Dorothee Erpenstein betonte, dass der FFF Bayern die Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz im engen Austausch mit der Branche begleitet. KI biete großes Potenzial, Arbeitsprozesse zu erleichtern, werfe zugleich aber wichtige Fragen zu Urheberrecht, Transparenz, fairen Arbeitsbedingungen sowie zur Bedeutung menschlicher Kreativität und Leistung auf. Ziel müsse es sein, technologische Innovation zu ermöglichen, ohne kreative und rechtliche Standards aus dem Blick zu verlieren. Daraus leite sich auch die Aufgabe der Förderung ab: Räume für Erprobung zu schaffen und Innovation zu ermöglichen mit dem klaren Anspruch, dass KI der kreativen Arbeit dient und die Wertschöpfung beim Menschen bleibt.

Ein weiterer Aspekt der Diskussion war der wachsende Bedarf an KI-Kompetenz in der Filmproduktion. Analog zu etablierten Green Consultants könnten künftig spezialisierte KI-Consultants Produktionen bei der Einführung neuer Technologien begleiten. Dafür müssten jedoch auch Aus- und Weiterbildungsangebote entsprechend angepasst werden.

© Gisela Schober und Flo Huber

Creators Conference II:
Daniel Kehlmann
über KI

Ein weiteres Gespräch zum Thema KI bei der FFF-geförderten Creators Conference war dasjenige zwischen Daniel Kehlmann und Yasmine M’Barek. Dabei wies der Schriftsteller darauf hin, dass es lange als Gewissheit schien, dass Roboter mehr und mehr körperliche Arbeit übernehmen werden, der Geist aber die Domäne des Menschen bliebe. „Seltsamerweise kehrt sich das gerade um“. Er schilderte, wie er die KI verwendet und wo sie seiner Erfahrung nach verstärkt eingesetzt wird – weniger im kreativen Bereich.

©Philip Nuernberger

Acht Lolas für Bayern

Ende Mai fand die Verleihung des Deutschen Filmpreises 2026 statt, nach drei Jahren am Marlene-Dietrich-Platz wieder am Palais am Funkturm. Acht Lolas gingen nach Bayern, darunter die Silberne Lola für den besten Film an Gelbe Briefe (if… Production), der bereits im Februar mit dem Goldenen Bären der Berlinale geehrt wurde. Die Silberne Lola ging an Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Komplizen Film, Regie: Simon Verhoeven). An die Joachim Meyerhoff-Verfilmungen gingen auch die Filmpreise an die beste Hauptdarstellerin Senta Berger und den besten Nebendarsteller Michael Wittenborn. Zum elften Mal in Folge gewann ein FFF-geförderter Film die Lola für den besuchsstärksten Film, das war dieses Mal Das Kanu des Manitu von Michael Bully Herbig (HerbXFilm). Auf dem Foto: Das Team von Ach, diese Lücke… mit FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein im Palais am Funkturm.

©FFF Bayern Thorsten Suckow

Auf der Höhe

Die beliebte FFF Gameswanderung führte im Mai an den Starnberger See. Seit 2010 bietet der FFF Bayern dieses besondere Networking-Format an und schafft damit Raum für den branchenübergreifenden Dialog zwischen Games, Politik und Förderung. Gemeinsam mit mehr als 60 Studio-Gründer*innen, Unternehmer*innen sowie Vertreter*innen aus der Filmbranche, dem bayerischen Digitalministerium, der LfA Förderbank Bayern sowie von bayerischen Hochschulen wanderte die Gruppe zur Ilkahöhe. Dabei standen der persönliche Austausch, neue Impulse und die Vernetzung innerhalb der Branche im Mittelpunkt. Vom Regen ließen sich die Teilnehmer*innen nicht aufhalten und nutzten die Wanderung für intensive Gespräche und neue Begegnungen.

© Frederic Batier

„30 Bullets“ abgedreht

Die Dreharbeiten des FFF-geförderten Politthrillers 30 Bullets wurden Anfang Mai 2026 abgeschlossen. Regie führten Arash und Arman T. Riahi, die auch für das Drehbuch verantwortlich sind. In den Hauptrollen spielen Max Riemelt, Leonie Benesch & Hadi Khanjanpour. Für die Kamera zeichnet Judith Kaufmann verantwortlich. Der Film handelt von einem wortkargen Staatsanwalt, der nach einem brutalen Attentat in Berlin mit der Mordermittlung betraut wird. Was zunächst wie ein interner Konflikt zwischen rivalisierenden politischen Gruppierungen wirkt, entpuppt sich schnell als staatlich organisierter Terror. Denn schon bald erkennt der Ermittler, dass Teile der eigenen Regierung und Geheimdienste in eine groß angelegte Vertuschung verwickelt sind. Produziert wird 30 Bullets von btf Produktion mit Golden Girls, ZDF/arte, ORF und DCM. DCM wird den Film in die Kinos bringen. Auf dem Foto (v.l.):  Produzentin Judith Fülle, Solveig Cornelisen (ZDF), Judith Kaufmann, Hadi Khanjanpour, Leonie Benesch, Max Riemelt, Arash T. Riahi und Arman T. Riahi.

© Bayerisches Staatsministerium für Digitales

Let them Scheck!

Beim Bayerischen Digitalgipfel 2026 in Nürnberg stand neben den Themen digitale Transformation, Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität auch die bayerische Gamesbranche im Fokus. Im Rahmen der Veranstaltung überreichten Vertreter des Studios PixelManiacs gemeinsam mit Spaceflower einen symbolischen Scheck an Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring. Hintergrund ist der wirtschaftliche Erfolg des FFF-geförderten Projekts Let them Trade: Nach dem erfolgreichen Marktstart zahlte das Studio die Fördermittel zurück und verdeutlicht den nachhaltigen Erfolg öffentlicher Gamesförderung.

© Sommerhaus Filmproduktion Constantin Film Distribution GmbH Luis Zeno Kuhn

Dreharbeiten von
„Die hellen Tage“

Ende Juni fiel die letzte Klappe für die FFF-geförderte Literaturverfilmung Die hellen Tage. Unter der Regie und nach einem Drehbuch von Maggie Peren entsteht ein Film über die Höhen und Tiefen in den Leben von drei Familien und die Freundschaft, die sie verbindet. Gedreht wurde in Estland und Bayern. Zum Schauspielensemble gehören Julia Jentsch, Karoline Herfurth, Natasha Petrovikj, Emilia Maier, Samirah Breuer, Ruben Meiller, Marko Cindric, Corinna Kirchhoff und Jakob Diehl. In die Rollen der Kinder schlüpfen Flavia Winderlich, Sofia Önder und Anton Landau. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Zsuzsa Bánk, erschienen im S. Fischer Verlag. Die hellen Tage ist eine Produktion von Sommerhaus Filmproduktion (Jochen Laube, Fabian Maubach und Sophie Cocco) und Constantin Film (Viola Jäger und David Kehrl, Executive Producer: Oliver Berben) in Koproduktion mit dem ZDF und ARTE und in Zusammenarbeit mit Bewegte Bilder. Service Produzent in Estland ist Nafta Films (Andreas Kask). Die Redaktion haben Alexandra Staib (ZDF) und Julius Windhorst (ZDF/ARTE) sowie Barbara Häbe (ARTE). Constantin Film plant den Kinostart für 2027.

© Bayerische Staatskanzlei

Bayerischer Verdienstorden für Brigitte Hobmaier und Oliver Berben

Anfang Juli zeichnete Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Antiquarium der Münchner Residenz 68 Persönlichkeiten mit dem Bayerischen Verdienstorden aus. Der Bayerische Verdienstorden ist durch das Gesetz über den Bayerischen Verdienstorden vom 11. Juni 1957 geschaffen worden. Er wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“ verliehen. Eine Besonderheit des Bayerischen Verdienstordens ist, dass die Zahl der lebenden Ordensträger auf 2.000 begrenzt ist. In diesem Jahr wurden in der Kategorie Kunst, Kultur & Unterhaltung unter anderem Poduzent Oliver Berben, SZ-Kulturjournalistin Susanne Hermanski sowie Schauspielerin Brigitte Hobmeier ausgezeichnet.

© Sophia Küstenmacher

Dreharbeiten von
„Men We Love“

Paul erkennt, dass er Männer liebt, und sein Sohn Toni beschließt, nicht mehr zur Schule zu gehen. Von der Orientierungslosigkeit beider genervt, lässt die Mutter sie allein, damit sie einen neuen Weg zueinander finden. In München fiel Ende Juni die erste Klappe zu Men We Love, dem Drama von HFF München-Absolvent Emil Klattenhoff. Er inszeniert nach einem gemeinsamen Drehbuch mit Autorin Tünde Sautier. Neben dem jungen Schauspieler Leonard Maschkowski stehen Fabian Stumm, Lavinia Wilson und Andreas Döhler vor der Kamera. Die Bildgestaltung übernehmen Paula Tschira und Jonas Kleinalstede. Produzent*innen sind Katharina Hein, Paul Beck und Marius Beck, Producer ist Jakob Wahl (Apollonia Film). Gedreht wurde bis Ende Juli in München. Apollonia Film produziert den Film in Ko-Produktion mit dem Bayerischen Rundfunk, die Redaktion liegt bei Natalie Lambsdorff. Men we Love ist Gewinner des PHAROS-Awards und wird mit Filmtechnik von Kameraverleih Ludwig und in der Postproduktion von Pharos unterstützt. Auf dem Foto (v.l.): Natalie Lambsdorff, Theodor Fusban, Paula Tschira, Jonas Kleinalstede, Tünde Sautier, hinten: Emil Kattenhoff, Fabian Stumm, vorne: Leonard Maschkowski, Lavinia Wilson, Andreas Döhler, Monika Wöhrl, Christine Haupt, Katharina Hein, hinten: Michael Welzel, Jakob Wahl.

© FSFF

Starnberg: Kino Open Air und 20. Fünf Seen Film Festival

Bayern hat nicht nur einen der schönsten Seen überhaupt, sondern auch ein Open Air Kino an ebendiesem: Wie jeden Sommer bietet das Fünf Seen Film Festival auch in diesem Jahr ein Angebot für große Leinwanderlebnisse vor der Seekulisse im Seebad Starnberg an. Auf dem Programm stehen Extrawurst, Der Teufel trägt Prada 2, Ein Münchner im Himmel, Sentimental Value, Vaterland und weitere tolle Filme an – bis zum schönen Finale mit Steckerlfischfiasko am 20. August. Beim Pressegespräch waren (v.l.): Lydia Basu, Veronika Osterauer, Janina Rohleder, David Mindermann, Lara Schimpf, Dominik Petzold, Diana Dickmann, Martin Baranowski, Katharina Neuner, Nancy Dlusztus (alle Team FSFF und Open Air Kino Starnberg), außerdem (sitzend): Tom Dauer (Regisseur Nanga Parbat – Echoes of Sisyphus), Festivalleiter Matthias Helwig. Das Kino Open Air Starnberg läutet 2026 in die 20. Jubiläumsausgabe des Fünf Seen Film Festivals ein. Der Hannelore Elsner Preis geht an Luna Wedler, Ehrengast ist Christian Petzold.

© Cine Global

Premiere von
„To my Sisters“

Im Juli fand die Premiere von Faek Falaks FFF-gefördertem Dokumentarfilm To my Sisters im Rio Kino in München statt. Es geht um drei Frauen unter dem IS-Regime in Syrien. Der Film läuft aktuell im Verleih von Cine Global in den deutschen Kinos. Bei der Premiere in München waren (v.l.): Mario Hubert, Julia Brumm, Sepan Ajo, Faek Falak, Christine Haupt, Daniel Ludwig und Kristina Bogen.

© HFF München / Jani Sellmann

"Das Begehren der Anderen"

Seit etlichen Jahren beraten Johanna Faltinat und Letícia Milano mit ihrem „Büro für vielfältiges Erzählen“ die Filmbranche zum Thema Diversität. Nun haben sie ein Praxishandbuch bei Springer veröffentlicht, dieses trägt den schönen Titel Das Begehren der Anderen. Es stellt machtkritisch ein dramaturgisches Modell zur Figurenentwicklung und gerechtere Narrative jenseits reiner Repräsentations-Klischees in Film und Fernsehen vor. In der HFF München haben die beiden Autor*innen unter der Moderation von FFF Förderreferentin Silvia Tiedtke über ihr Buch und ihren dramaturgischen Ansatz gesprochen.

© Thomas Wachinger

Großer Erfolg in Oberaudorf

Die 19. Musikfilmtage Oberaudorf im Juli haben erneut das Publikum begeistert. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen mehr als 3.000 Gäste in die rund 5.000 Einwohner zählende Inntal-Gemeinde. Sowohl die Kinovorführungen als auch die abendlichen Open-Air-Screenings im Kurpark waren gut besucht. Das Stummfilmkonzert im Rahmen der Tiroler Festspiele in Erl fand vor einem nahezu ausverkauften Konzertsaal mit 700 Plätzen statt. Zum Festivalprogramm gehörten auch Gespräche mit Filmemacher*innen, die ihre Produktionen persönlich vorstellten. Auf großes Interesse stieß zudem der traditionelle Frühschoppen im Gasthaus Waller, bei dem Regisseurin und Autorin Margarethe von Trotta und der langjährige Berlinale-Leiter Dieter Kosslick mit dem Publikum ins Gespräch kamen. Der Publikumspreis, der mit einer Produktionshilfe in Höhe von 5.000 Euro verbunden ist und von Pharos – The Post Group gestiftet wird, ging in diesem Jahr an The Piano Tuner von Daniel Roher. Und nächstes Jahr dann die 20. Ausgabe der Musikfilmtage Oberaudorf!

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„Aufbruch, keine Nostalgie­verwaltung“