Frau Schmidbauer, können Sie manchmal den riesigen Erfolg der Eberhofer-Filme selbst kaum glauben?
Kerstin Schmidbauer: Ja. Aber es ist nie ein Selbstläufer. Wir sind bei jedem Film so aufgeregt wie beim ersten, vielleicht sogar noch mehr, weil wir die Erwartungshaltung der Fans spüren.
Wie erklären Sie sich den anhaltenden Erfolg?
Es gibt viele Faktoren. Wir hatten von Anfang an eine populäre Buchreihe. Die ersten beiden Bände Winterkartoffelknödel und Dampfnudelblues hatten sich schon sehr gut verkauft. Es ist immer eine gute Basis, einen Bestseller zu haben – allerdings haben das auch andere Projekte. Ein wichtiger Faktor der Eberhofer-Bücher und Filme ist das anarchische Grundgefühl. Die Filme feiern eine analoge Welt, die viele noch kennen. Und es ist eine eigene Welt, in der auch mal Dinge passieren, die über das Reale hinausgehen. Wo gibt es Polizisten, die einen Nachbarschaftsstreit mit der Pistole schlichten? Wir können uns viel trauen, und das funktioniert so gut wegen der wunderbaren Charaktere: Sie sind unangepasst, eigenwillig und haben einen Wiedererkennungswert. Jeder kennt solche Leute.
Auch Sie als Nicht-Niederbayerin?
Ich komme aus Nürnberg, so anders ist die fränkische Provinz nicht. Rita Falk hat schon Briefe bekommen, in denen Leute aus Norddeutschland schrieben: Niederkaltenkirchen ist überall, auch bei uns. Und ich zum Beispiel hatte auch so eine Oma, die uns alle bekocht und ein Regiment geführt hat.