#4/25

FILM
NEWS
BAYERN

DAS MEDIENMAGAZIN DES FFF BAYERN
FILM, SERIE, GAMES UND XR
Erschienen am 13. November 2025
(c) megaherz gmbh

FÖRDERUNG

DELEGATION BEIM GÖTEBORG FILM FESTIVAL 2026

Das Göteborg Film Festival setzt im Januar 2026 ein Spotlight auf die deutsche Filmindustrie. Der FFF Bayern schickt darum gemeinsam mit sechs weiteren deutschen Länderförderungen eine Delegation von Produzent*innen nach Göteborg. Bewerben Sie sich bis 21. November 2025 und nehmen Sie vier Tage lang am Industry-Programm des größten Filmfestivals der nordischen Länder teil!

STANDORT

MEDIENSZENE

Auszeichnungen, Fachveranstaltungen, Dreharbeiten, Premieren von August bis November – der Rückblick in Bildern

„KI HAT VIELE GESICHTER“

Seit 2017 werden in Laupheim herausragende Produktions­persönlichkeiten mit dem Carl Laemmle Produzentenpreis geehrt. Alle acht bisherigen Preisträger*innen sind mit München verbunden, so auch die aktuelle: Gabriele M. Walther, die an der HFF München studiert hat und vor bald 40 Jahre die Caligari Film gründete. Ein Gespräch über KI, Selbständigkeit und Mut.

JULIA UND DANIELA

Die 59. Hofer Filmtage 2025 ehrten Julia von Heinz, Autorin und Regisseurin aus Herrsching am Ammersee sowie Professorin für Spielfilm-Regie an der HFF München, mit einer Hommage. Anlass für eine persönliche Würdigung durch ihre langjährige Kamerafrau.

SUMMER IN THE HFF

Im Spätsommer fand zum achten Mal die HFF Summer School statt, unter anderem mit dem Women Writing Lab und Workshops zu Künstlicher Intelligenz. Ein Gespräch mit Elena Diesbach, Leiterin des International Office der HFF München, über die erfolgreiche Entwicklung des Projekts.

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GANZ GROSSE OPER

Mitte September 2025 startete bei Disney+ die Serie Call My Agent Berlin. Neben dem deutschen Hauptsitz des Streamingdienstes, der in München liegt und verschiedenen Schauspieler*innen, sind weitere Akteure aus Bayern hinter der Kamera beteiligt: Koproduzent Marc Gabizon und Komponist David Reichelt. Ein Hintergrundbericht.

PRODUKTIONS­SPIEGEL

Den regelmäßig aktualisierten Produktionsspiegel finden Sie hier online. Wenn Sie Ihre Produktionen ebenfalls listen möchten, nutzen Sie schnell und einfach das Anmelde-Fenster am Ende der Seite.

AKTUELLE STARTS

FFF-geförderte Projekter

PRODUK­TION

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GEMÜTLICH DIE WELT RETTEN

Vom gemütlichen Lagerfeuer bricht eine Expedition niedlicher Papiertierchen auf, um die Welt zu retten: Das FFF-geförderte Game Paper Animal Adventures von Cuddling Raccoons Studio aus dem oberpfälzischen Amberg vereint Cozy Gaming mit Roguelikes, und sein aussichtsreicher Erstrelease spricht für das Konzept.

„KINO IST EINFACH WUNDERBAR“

Pumuckl ist nicht nur ein Kobold und Schabernacktreiber, er ist auch Chartstürmer: Seit dem Start steht „Pumuckl und das große Missverständnis“ auf Platz 1. Dabei handelt es sich um den ersten Kinofilm der erfolgreichen, etablierten und preisgekrönten Münchner Firma Neuesuper, die auch die beliebte RTL-Serie „Neue Geschichten vom Pumuckl“ realisiert. Ein Gespräch mit Ein Gespräch mit den Gründern Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente

VERAN­STALTUNGEN

FFF BEI DEN HOFER FILMTAGEN: FILME, BEGEGNUNGEN, LOCATION TOUR, NETZWERK-TREFFEN

Bei den 59. Hofer Filmtagen 2025 (21.-26. Oktober 2025) war der FFF Bayern mit verschiedenen Aktivitäten präsent. Mit einer Location Tour und einem Netzwerktreffen in Oberfranken brachte die Film Commission des FFF Bayern Festivalgäste, Vertreter*innen der Kommunen sowie potenzielle künftige Crews zusammen.

FILM NEWS BAYERN – das Medienmagazin des FFF Bayern
Film, Serie, Games und XR | #4/25 |
www.fff-bayern.de

Redaktion: Dr. Olga Havenetidis (v.i.S.d.P.)
Autor*innen dieser Ausgabe:  Julien Hebenstreit, Paul Junhold, Daniela Knapp, Jürgen Moises, Dominik Petzold, Chris Schinke, Anja Schmidt, Georg Seitz, Jana Simet, Anna Steinbauer, Pascal Wagner, Kathrin Winter

Headervideo: Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde
© MFA+ Filmdistribution

Anzeigen: Veronika Barthelmess

Verlei­hung Blauer Panther

Blinder Introtext
Text von BLIND

Blinder Text Verleihung Blauer Panther

Blinde BU

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Olga Havenetidis
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Medientage

Deutsche
Kinofilme
2025

Top 15


1

Das Kanu des Manitu*

Verleih: Constantin
Start: 14.08.2025
Besucher*innen seit Start: 4.934.011


2

Die Schule der magischen Tiere 4*

Verleih: Leonine
Start: 25.09.2025
Besucher*innen seit Start: 2.701.689


3

Wunderschöner*

Verleih: Warner Bros.
Start: 13.02.2025
Besucher*innen seit Start: 1.328.949


4

Die drei ??? und der Karpatenhund*

Verleih: Sony Pictures
Start: 23.01.2025
Besucher*innen seit Start: 1.190.059


5

Der Spitzname*

Verleih: Constantin
Start: 19.12.2024
Besucher*innen seit Start: 1.037.146


6

22 Bahnen*

Verleih: Constantin
Start: 04.09.2025
Besucher*innen seit Start: 667.636


7

Amrum

Verleih: Warner Bros.
Start: 09.10.2025
Besucher*innen seit Start: 625.065


8

Pumuckl und das große Missverständnis*

Verleih: Constantin
Start: 30.10.2025
Besucher*innen seit Start: 554.770


9

Ein Mädchen namens Willow*

Verleih: Constantin
Start: 27.02.2025
Besucher*innen seit Start: 546.400


10

Momo*

Verleih: Constantin
Start: 02.10.2025
Besucher*innen seit Start: 391.475


11

In die Sonne schauen

Verleih: Neue Visionen
Start: 28.08.2025
Besucher*innen seit Start: 332.344


12

Die Heinzels – Neue Mützen, Neue Mission

Verleih: Tobis Film
Start: 24.12.2024
Besucher*innen seit Start: 242.846


13

Ganzer halber Bruder

Verleih: Wild Bunch / Central
Start: 16.09.2025
Besucher*innen seit Start: 220.243


14

Die Saat des Heiligen Feigenbaums

Verleih: Alamode / Filmagentinnen
Start: 26.12.2024
Besucher*innen seit Start: 200.059


15

Heidi – Die Legende vom Luchs

Verleih: Leonine
Start: 26.07.2025
Besucher*innen seit Start: 192.531


 

Filme ab Start 19.12.2024. Quelle: AllScreens e.V., Stand: 11.11.2025

* wurden vom FFF Bayern gefördert

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Aktuelle Kinostarts

FÖRDER-
MELDUNG

Lesen Sie hier, welche Projekte der FFF Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung am 12. November 2025 empfohlen hat.

Liebe Leser*innen,

in den letzten Wochen und Monaten haben sich die guten Meldungen zu FFF-geförderten Projekten überschlagen: Preise über Preise und ein Chartstürmer nach dem anderen. Sämtliche deutsche Filme, für die in diesem Jahr mehr als 1 Mio. Tickets verkauft wurden, hat der FFF Bayern sowohl in der Produktion als auch im Verleih unterstützt. Aktuell stehen Pumuckl und das große Missverständnis, Die Schule der magischen Tiere 4, No Hit Wonder und Das Kanu des Manitu in den Top 10. Übrigens alles Filme, bei denen der FFF Bayern Hauptländerförderer war. Am letzten Wochenende gewannen die beiden Debütfilme Cotton Queen und Karla fünf Preise in Thessaloniki, darunter mehrere Hauptpreise. Auch hier war der FFF Bayern Hauptländerförderer, auch hier unterstützte er sowohl die Produktion als auch den Verleih. Anfang der Woche lief der FFF-geförderte Zweiteiler Sturm kommt auf im ZDF und erreichte hervorragende Quoten.

Gestern hat der Vergabeausschuss für die FFF Film- und Fernsehförderung erneut vielversprechende Projekte zur Förderung empfohlen. Insgesamt fließen 3,1 Mio. Euro in 29 Filme und Serien. Im Kinobereich empfahl der Ausschuss für fünf Projekte insgesamt mehr als 1,3 Mio. Euro. Mehr als eine halbe Million Euro entfällt auf die Produktion von vier Talentfilmen, 225.000 Euro auf neun Stoffentwicklungen: für zwei Serien, zwei Kinospielfilme und fünf Kinodokumentarfilme. Mit 875.000 Euro fördert der FFF Bayern die Herausbringung von zehn Kinofilmen.

EINIGE DER GESTERN EMPFOHLENEN PROJEKTE SIND:

 

Checkerin Marina und das Feueramulett

Ein magisches Amulett lässt Marinas besten Freund Tobi verschwinden. Um ihn zu retten, muss sie das Geheimnis des Feuers lüften und stürzt sich dafür in ihr bisher größtes Abenteuer rund um die Welt. Regie bei der Megaherz-Produktion Checkerin Marina und das Feueramulett führt Sarah Müller, das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit Miriam Rechel.

 

30 Bullets

BTF Productions verfilmt die wahre Geschichte eines Staatsanwalts, einer Journalistin und eines Terrorüberlebenden, die allen Widrigkeiten zum Trotz den Kampf gegen zwei übermächtige Regierungen aufnehmen. Das Drehbuch zu 30 Bullets, inspiriert von wahren Begebenheiten, schrieben die Brüder Arash und Arman T. Riahi, die auch Regie führen werden.

 

Jennerwein

Ein in Garmisch spielender Bestseller kommt auf die große Leinwand: Das Münchner Unternehmen W&B Televisionproduziert den Kinofilm Jennerwein – Hochsaison nach dem gleichnamigen Alpenkrimi von Jörg Maurer. Für die große Leinwand adaptiert haben den Stoff die Autor*innen Linus Herbig-Matten, Maximilian Brückner und Dinah Marte Golch, Regie führen wird Hannu Salonen. Ein wesentlicher Teil der Dreharbeiten findet in Garmisch statt.

 

Paluten – Der Film

Odeon Fiction mit Sitz in München produziert einen Animationsfilm, basierend auf der gleichnamigen Buchreihe des hinter „Paluten“ stehenden bayerischen Gaming-YouTube-Stars Patrick Mayer, der auch gemeinsam mit Klaas Kern und Jamie Nash das Drehbuch geschrieben hat: Als Abenteurer Paluten mit einem Teleportationsgürtel in eine finstere Parallelwelt gerät, stiehlt dort der finstere Despot König Xaroth die Technologie, um auch Palutens Heimatwelt mit seiner Armee zu unterjochen. Nun muss Paluten mit seinem besten Freund, Schwein Edgar, beide Welten retten. Ein Teil der virtuellen Dreharbeiten wird in Bayern stattfinden. Regie führen wird Tobias Schwarz.

 

Im Labyrinth des Lichts

Die Münchner Produktionsfirma Parnass Films produziert den TV-Dokumentarfilm Im Labyrinth des Lichts für ZDF/arte: Yayoi Kusamas Bilderwelten haben von Japan aus die Welt erobert und Kultstatus erreicht. Eine filmisch opulente Reise unter der Regie von Sabine Pollmeier durch die Welt eines Superstars der zeitgenössischen Kunst.

 

Die rote Linie

Isa Willinger entwickelt mit Trimafilm den Stoff für ihr neues Dokumentarfilmvorhaben, in dem es darum geht, wie sich das Ringen um die Kontrolle von immer intelligenter werdenden Maschinen zuspitzt. Erste Menschen werden Opfer von Lug und Trug der Chatbots, einige der prominentesten KI-Entwickler*innen empfinden eine Mitschuld und schlagen Alarm. Während eine Forscherin bemüht ist, einer KI gutes Benehmen beizubringen, zeigen anderswo Stresstests, dass KIs sich immer raffinierter gegen ihr Abschalten wehren. Als Produktionsfirma ist Trimafilm beteiligt.

 

Untitled Project

Mit den Autor*innen Annika Pinske und Jacob Hauptmann sowie Regisseur İlker Çatak und if… Productions entwickelt Trimafilm die Spielfilm-Adaption eines Bestsellers als High-End-Miniserie: Eine Familiengeschichte verwoben mit den Brüchen der Nachwendezeit und der heutigen Realität rechter Radikalisierung.

 

Heinz Rühmann – ein Schauspielerleben

Heinz Rühmann wurde über fast 75 Jahre hinweg zum Idol mehrerer Generationen und verkörperte zugleich die Sehnsüchte, Widersprüche und Verdrängungen der deutschen Gesellschaft – vom Kaiserreich über das Dritte Reich bis in die Bundesrepublik. Lars-Olav Beier entwickelt den Stoff für ein dokumentarisches Kinoporträt mit der Münchner Firma A Company Filmproduktion.

 

Allen gefallen

Die junge preisgekrönte Münchner Produktionsfirma Kalekone Film realisiert Allen gefallen als Debütfilm der ProduzentinLea Neu: Anatol will unbedingt Journalist werden, gerät dabei aber in eine Bewerbungsodyssee voller Missgeschicke und Notlügen, während er seiner großen Liebe hinterherrennt und der Konkurrenzkampf mit seinem Überflieger-Cousin immer mehr eskaliert. Regie führen wird Lukas Nathrath, der auch das Drehbuch gemeinsam mit Julius Forster geschrieben hat.

 

So schlimm hab ich’s mir nicht vorgestellt

Apollonia Film mit Sitz in München produziert den HFF München-Abschlussfilm So schlimm hab ich’s mir nicht vorgestelltvon Eva Gemmer. Die Autorin und Regisseurin sucht Orte auf, an denen niemand Gespräche über Sex erwartet, und stellt eine einfache Frage: „Wie wurdest du aufgeklärt?“ Entstehen soll daraus eine generationenübergreifende Debatte über Scham, darüber, wo sie anfängt, wie sie uns schützt und wann sie uns verletzt.

 

Beltracchi

Ein exzentrischer Hippie mit dem Talent eines Alten Meisters schleust jahrzehntelang gefälschte Gemälde in den internationalen Kunstmarkt und wird zum unsichtbaren Star der High Society. Gemeinsam mit seiner Frau lebt er ein Leben zwischen Palmenstrand und Pariser Galerien, Millionen und Maskerade, bis ihn sein Verlangen nach Anerkennung zum Einsturz seiner eigenen Legende führt. Autor Peter Kocyla entwickelt den Stoff Beltracchi mit der neuen Münchner Produktionsfirma Polle & Hofmann Pictures GmbH.

 

Junge Männer

Bahar Bektas und Paul M.M. Schmidt entwickeln mit der Firma Michael Kalb Filmproduktion den Stoff für den Dokumentarfilm Junge Männer, eine Langzeitbeobachtung über die Kraft der Gemeinschaft in einer Welt voller Brüche. Vier Jahre wird eine Freundesgruppe in München-Riem beim Übergang ins Erwachsenenalter begleitet, sechs junge Männer von 16 bis 19, die füreinander Familie sind.

 

LaBrassBanda Autobahn

Von der Stadl-Party in die Olympiahalle, goldene Schallplatte für Habediehre, goldene Schallplatte für Europa, Welttournee – die Band LaBrassBanda sprengt die bayerischen Grenzen. Autorin Stefanie Reinhard, die bereits mehrere Musikvideos mit der Band gemacht hat, entwickelt mit der Münchner Produktionsfirma Monolith Film den Stoff für den Kinodokumentarfilm LaBrassBanda Autobahn.

 

Im Bereich der Verleihförderung unterstützt der FFF Bayern zehn Kinofilme: Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen (Leonine Studios), Die Drei ??? – Das Geheimnis der Toteninsel (Sony Pictures Entertainment Deutschland), Extrawurstund Woodwalkers 2 (Studiocanal), Pumuckl und das große Missverständnis (Constantin Film Distribution), Das geheime Stockwerk (Farbfilm Verleih), Gelbe Briefe und Vier minus drei (Alamode Film), Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (Warner Bros.) und The Cowboy (Salzgeber).

 

Alle am 12. November 2025 empfohlenen Projekte finden Sie hier.

Bayerns Kinos tragen wesentlich dazu bei, Filmen die bestmöglichen Bühne zu bieten. Aus diesem Grund prämieren wir jährlich die bayerischen Programmkinos. So auch in der kommenden Woche, wenn wir mit Medienminister Dr. Florian Herrmann die Kinobetreiber*innen bei der diesjährigen Verleihung in Kempten im Allgäu erwarten. Dort verkündigen wir auch, welches Kino 2025 die Spitzenprämie erhält. Seien Sie gespannt!

Wir sehen uns im Kino, bis dahin eine anregende Lektüre dieser Ausgabe der Film News Bayern,

Ihre Dorothee Erpenstein

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Dr. Olga Havenetidis
Gestaltung: Schmid/Widmaier

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Creative Europe
Desk München

FFF bei den Hofer Filmtagen

Filme, Begeg­nungen, Location
Tour, Netzwerk-Treffen

Bei den 59. Hofer Filmtagen 2025 (21.–26. Oktober 2025) war der FFF Bayern mit verschiedenen Aktivitäten präsent. Mit einer Location Tour und einem Netzwerktreffen in Oberfranken brachte die Film Commission des FFF Bayern Festivalgäste, Vertreter*innen der Kommunen sowie potenzielle künftige Crews zusammen. Die Hommage widmete das Festival der in Bayern lebenden Autorin, Regisseurin und HFF München-Professorin Julia von Heinz. Fünf der von ihr in Hof gezeigten Produktionen von Hannas Reise bis Und morgen die ganze Welt hat der FFF Bayern gefördert. Zu den Höhepunkten der Woche zählte der beliebte Bayern Brunch, zu dem der FFF gemeinsam mit Partnerinstitutionen einlud.
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Mehr als 300 Festivalbesucher*innen kamen am Freitag zum traditionellen Bayern Brunch, den der FFF Bayern gemeinsam mit den Partnerinstitutionen Creative Europe Desk München, HFF München, LfA Förderbank Bayern sowie VGF – Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken in der VHS Hofer Land ausrichtete. Begrüßt wurden dort neben Festivalleiter Thorsten Schaumann und der Leiterin des Trägervereins Ana Radica die 2.nbsp;Bürgermeisterin der Stadt Hof Angela Bier und Fabian Riemen, der Kulturamtsleiter der Stadt Hof. Der Empfang bot dem FFF-geförderten Nürnberger Autor*innenstipendium erneut einen Rahmen, um in einer Pitching Area die entwickelten Stoffe erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen. In seiner Rede wies der stellvertretende FFF Geschäftsführer Martin Hartung auf den Enthusiasmus hin, mit dem neue Talente in Hof seit jeher aufgenommen werden und die mit dem Festival über Jahre hinweg verbunden bleiben. So wie Julia von Heinz, die zu Beginn ihrer Karriere 2003 in Hof  ihren Kurzfilm Lucie & Vera präsentierte und in diesem Jahr mit einer Hommage geehrt wurde. Der FFF Bayern hat die 59. Hofer Filmtage im Rahmen der bayerischen Filmfestivalförderung unterstützt.

Im Rahmen der 59. Hofer Filmtage 2025 lud die Film Commission des FFF Bayern zu einer Location Tour nach Mödlareuth ein. Das ehemals geteilte Dorf, auch „Little Berlin“ genannt, steht auf ähnliche Weise wie Berlin für die deutsch-deutsche Geschichte: geteilt durch Mauer und Stacheldraht. Fürs Filmschaffen eignet sich Mödlareuth als authentischer Schauplatz, der Geschichte, Emotion und Atmosphäre vereint. Bei der Location Tour erfuhren die Teilnehmenden, welche filmischen Möglichkeiten die Region Hof bietet und wie sich historische Orte in moderne Stoffe übersetzen lassen. Festivalleiter Thorsten Schaumann und die Film Commission begrüßten im Beisein von Dr. Oliver Bär, Landrat des Kreises Hof 30 Filmschaffende in Mödlareuth, wo sie auch bereits einen Blick in das neue Deutsch-Deutsche Museum werfen konnten, das am 9. November 2025 offiziell eröffnet wird. Bei einem Get-together im Hofer Galeriehaus im Anschluss vernetzte die Film Commission die Teilnehmenden mit regionalen Netzwerkpartner*innen.

Uli Decker und Bernadette Weber

Das Team von „Die Schwelle“

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen

Julia von Heinz

John Quester, Julia von Heinz, Thorsten Schaumann, Martin Hartung, Angelika Bier, Ana Radica und Fabian Riemen

Martin Hartung, Silvia Tiedtke, Tuna Kaptan und Christine Haupt

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen

Angela Reedwisch, Jakob Zapf, Christine Haupt, Thorsten Schaumann

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen

Thorsten Schaumann und Miwako Van Weyenberg

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen 

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen 

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen 

Timo Jacobs

FFF Brunch bei den Hofer Filmtagen 

Tim Seyfi

First Look Pitch des Nürnberger Autorenstipendium

First Look Pitch des Nürnberger Autorenstipendium

Antje Nikola Moenning, Franz Himpsl und Matthias Ditscherlein

Artur Althen, Lennart Heidtmann und Dominik Graf

Birgit Bähr und Fabian Riemen 

Christine Haupt, Simone Baumann, Dunja Limbrunner, Anna Duschinger 

Kathrin Anna Stahl, Stefanie Ramb, Silvia Tiedtke

Letizia Lange, Birgit Bähr

Martin Hartung, Thomas Bernhardt

Silvia Tiedtke, Teresa Fritzi Hoerl

Tonio Schneider, Lia van Blarer

Trixi Strobel, Lorenz Hochhuth

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Olga Havenetidis
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Termine

„Kino ist einfach wunder­bar“

Pumuckl ist nicht nur ein Kobold und Schabernacktreiber, er ist auch Chartstürmer: Seit dem Start steht "Pumuckl und das große Missverständnis" auf Platz 1. Dabei handelt es sich um den ersten Kinofilm der erfolgreichen, etablierten und preisgekrönten Münchner Firma Neuesuper, die auch die beliebte RTL-Serie "Neue Geschichten vom Pumuckl" realisiert.. Ein Gespräch mit Ein Gespräch mit den Gründern Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente
Interview von Olga Havenetidis
5 Minuten Lesezeit

Pumuckl und das große Missverständnis ist Euer erster Kinofilm nach 15 Jahren erfolgreicher Produktions­geschichte in Werbung und TV/Streaming. Was war anders in der produzentischen Entwicklungs- und Herstellungsweise?

 

KORBINIAN DUFTER
Pumuckl ist sicher eine Besonderheit. Einerseits, weil Pumuckl eine große Marke ist, große Fußstapfen, in die wir treten durften, und eine große Verantwortung, die damit einhergeht. Andererseits waren wir durch Staffel 1 von den „Neuen Geschichten vom Pumuckl“ schon sehr mit dem Kobold vertraut, hatten bereits unseren wunderbaren Hauptcast und das Team. Das war natürlich von Vorteil. Inhaltlich mussten wir für den Kinofilm ein serielles Format auf Spielfilmlänge bringen, was eine Herausforderung war. Wir haben außerdem in dem gleichen Jahr die zweite Staffel von „Neue Geschichten vom Pumuckl“ gedreht. Die Integration des Kinofilms in den Seriendreh war logistisch ein sehr großes Unterfangen – fast 100 Drehtage für Serie und Kino am Stück. Das war fordernd für alle Beteiligte. Wir hatten ein herausragendes Team und mit RTL und Constantin starke Partner an unserer Seite.

Das Drehbuch musste nun nicht einzelne Episoden tragen, sondern einen Langfilm für die große Leinwand. Wie seid Ihr da dramaturgisch herangegangen?

 

KORBINIAN DUFTER
Mit dem AC-Release von Staffel 1 hatten wir bereits drei Folgen von „Neue Geschichten vom Pumuckl“ in einer Kinoauswertung. Drei Folgen je 25 Minuten hintereinander, das funktioniert, haben wir gemerkt. Aus dieser Erfahrung heraus hatten mein Co-Autor Matthias Pacht und ich entschieden, den Kinofilm dramaturgisch an diese Struktur anzulehnen – aber so verwoben und unter einen großen Spannungsbogen gebracht, dass es der Zuschauer nicht unbedingt merkt.

Gleichzeitig wussten wir: Kino braucht Größe, sowohl visuell als auch emotional. Wir gehen mit Pumuckl hinaus in die Welt – im wahrsten Sinne des Wortes. Auf dem Land, in der Oper: Die Bilder werden größer und genauso die Emotionen. Das Langfilmformat hat es uns ermöglicht, tiefer in die Beziehung zwischen Eder und Pumuckl einzutauchen, was in einer Serien-Episode so nicht möglich wäre.

Mitte Oktober hattet Ihr Eure erste Kinopremiere.
Wie war das für Euch?

 

KORBINIAN DUFTER
Das war ein ganz besonderer Moment für uns. Die Constantin hat mit viel Liebe zum Detail einen großartigen Premieren-Nachmittag für alle geschaffen. Den Film, an dem man über eine so lange Zeit mit so vielen tollen Menschen gearbeitet hat, dann endlich auf der ganz großen Leinwand zu sehen, war einfach fantastisch. Die Reaktionen aus dem Publikum während des Films haben uns sehr berührt. Wenn Kinder vor Spannung aufspringen, weil der Pumuckl etwas Verbotenes macht, der ganze Kinosaal lacht oder den Erwachsenen am Ende vor Rührung die Tränen kommen, das ist toll zu erleben. Diese Energie im Saal zu spüren war einfach magisch. Das kann nur Kino!

Wie kommt es, dass Ihr nicht schon vorher einen Kinofilm gemacht habt?

 

RAFAEL PARENTE
Simon, Korbinian und ich haben die NEUESUPER noch während unseres Studiums an der HFF gegründet. Wir haben unseren Einstieg in das Geschäft, so wie es viele gemacht haben, mit Werbung bestritten. Dann kam der große Serien-Boom, wo wir mit HINDAFING ganz früh dabei sein durften. Später kamen Serien für Sky, Amazon und Filme für Netflix und den BR dazu. Das war dann auch unser Kerngeschäft, auf das wir uns die letzten Jahre mit unserem Team fokussiert haben. Serienentwicklungen und -produktionen sind extrem zeitintensiv. Da war dann schlichtweg nicht mehr viel Zeit für anderes. Umso mehr freuen wir uns, dass mit Pumuckl unser erster Kinofilm jetzt endlich da ist. Und wir haben einige andere Kinoprojekte in Entwicklung.

Mit Eurem professionellen aber ja dennoch frischen Blick: Was sind Eure Empfehlungen, um die Herstellung von Kinoproduktionen in Deutschland noch besser zu machen?

 

SIMON AMBERGER
Es wird leider immer schwieriger, die Menschen ins Kino zu locken. Deswegen muss man als Produzent neben der inhaltlichen Entwicklung und produktionellen Herstellung von Anfang mehr denn je auch die Vermarktung des Films mitdenken. Wer ist unsere Zielgruppe? Was interessiert sie? Und wie können wir sie erreichen? Nur einen guten Film zu machen reicht schon lange nicht mehr. Marketing mitzudenken ist wahnsinnig wichtig. Pumuckl ist hier sehr dankbar, und dennoch haben wir mit ihm verstanden, wie wichtig dieser vermeintliche Nebenaspekt ist.

Außerdem gibt es faktisch eine Schere in der Produktionsrealiät, die immer weiter auseinander geht. Filme herzustellen wird zunehmend teurer. Förder- und Senderbudgets müssen daher mit den Anforderungen im Markt mitwachsen, damit Filme weiterhin auf diesem Niveau hergestellt werden können und die Bedingungen für alle Beteiligten fair bleiben. Diese Verantwortung darf nicht allein auf die Produzenten abgewälzt werden, vor allem, wenn man die Abwanderung von Dreharbeiten ins Ausland eindämmen möchte.

Würdet Ihr nach der Pumuckl-Erfahrung noch weitere Kinofilme produzieren?

 

RAFAEL PARENTE
Ja, unbedingt. Ich glaube, das Kino ist als Ort das, was uns als Kinder oder Jugendliche davon hat träumen lassen, selber irgendwann einmal Filme zu machen. Wenn es dunkel im Saal wird, der Vorhang aufgeht und der Film beginnt. Das ist eine ganz lebhafte Kindheitserinnerung. Jetzt gehe ich mit meinen eigenen Kindern ins Kino, wie zuletzt bei der Pumuckl-Premiere, und erlebe das Strahlen in ihren Augen. Kino ist einfach wunderbar.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Olga Havenetidis
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Vernet­zungs­plattform
für die junge
Filmszene

Ganz große Oper

Mitte September 2025 startete bei Disney+ die Serie Call My Agent Berlin. Neben dem deutschen Hauptsitz des Streamingdienstes, der in München liegt und verschiedenen Schauspieler*innen, sind weitere Akteure aus Bayern hinter der Kamera beteiligt: Koproduzent Marc Gabizon und Komponist David Reichelt. Ein Hintergrundbericht.
Text von Chris Schinke
6 Minuten Lesezeit

Mit Call My Agent Berlin brachte Disney+ im September 2025 eine deutsche Adaption des französischen Serienerfolgs Dix pour cent auf den Serienmarkt – gedreht wurde in Babelsberg und Berlin, verortet ist die glamourreiche zehnteilige Dramedy um eine Schauspielagentur in der Hauptstadtbranche. Doch hinter der offenkundig berlinerischen Oberfläche liegt eine Produktionsstruktur, die nicht unwesentlich von Akteuren mitgeprägt wurde, die in Bayern ansässig sind. Die Münchner Produktionsfirma Wild Bunch Germany war von Beginn an der Entwicklung beteiligt und fungiert neben Friday Film als federführende Produzentin. Auch der Score, der den Tonfall und die emotionale Wirkung der Serie prägt, stammt vom Münchner Komponisten David Reichelt.

Die charmante Serie blickt hinter die Kulissen der fiktiven Schauspielagentur Stern, in der reale Filmstars wie Moritz Bleibtreu, Heike Makatsch, Veronica Ferres oder Frederick Lau sich selbst spielen. Der Reiz des Formats – außerdem produziert von Henning Kamm und Showrunner Johann Buchholz sowie Barbara Mientus als Koproduzentin  – liegt in der Verbindung aus satirischem-selbstironischem Blick auf das Filmgeschäft und packender Dramahandlung. Ein Konzept, das bereits international erfolgreich war und nun kongenial für den deutschen Markt adaptiert wurde.

Veronica Ferres als Veronica Ferres auf der Comedy-Bühne

Für Wild Bunch-Produzent Marc Gabizon war von Anfang an klar, dass die Adaption nur dann funktionieren würde, wenn sie „den Geist der Originalserie“ aufgreift, aber eine eigene dramaturgische Identität entwickelt. Er beschreibt die Ausgangslage so: „Es gab schon vorher Versuche anderer Produktionsfirmen in Deutschland, die sich in Frankreich nach den Rechten erkundigt hatten. Es ist aber nie zustande gekommen.“ Gemeinsam mit der Friday Film habe man über mehrere Jahre Rechte verhandelt, Stoffentwicklung betrieben und Disney schließlich überzeugt.

Am Anfang der Produktion standen dabei auch Fragen nach dem Handlungsort der deutschen Version von Call My Agent. Neben Berlin kam u.a. auch die Idee auf, die Serie an den Medienstandorten Hamburg oder München anzusiedeln. Disney war dabei eine maximal urbane Kulisse wichtig, daher fiel die finale Entscheidung auf die Hauptstadt. „Wir wollten einen gewissen Glamour, einen glossy Look“, so Gabizon, „Die Serie spielt ja bewusst mit einer etwas idealisierten, glamourösen Version der Branche. Es ist eine stilisierte Erzählwelt. Berlin erschien uns schließlich als der naheliegendste und für das Publikum am natürlichsten wirkende Ort: Hauptstadt, Stars, Kreativszene – das ist in der Wahrnehmung stark mit Berlin verbunden.“

Ein münchnerisch-bayerischer Akzent kommt neben der in der Landeshauptstadt beheimateten Wild Bunch von David Reichelt, der in München komponiert und produziert. Für die musikdramaturgische Umsetzung arbeitete Reichelt eng mit dem Musikproduzenten Christian Prommer zusammen, der die Tracks und die Titelmusik verantwortet.

©Ina Chi

Der Münchner Filmusikkomponist David Reichelt

Reichelt entwickelte gemeinsam mit seinem Ko-Komponisten eine Klangwelt, die bewusst zwischen Glamour, Ironie und emotionaler Fallhöhe vermittelt – ein Spiegel der High-End-Bilder der Serie. „Wir wollten den klassischen Gestus, aber trotzdem etwas ganz Eigenes schaffen – also eine klassische Struktur, kombiniert mit Beats und modernen Elementen.“ Humor und Tempo spielen in der musikalischen Dramaturgie eine zentrale Rolle. Der Score ist auf das Timing der Serie abgestimmt, die von schnellen Dialogen, Walk-and-Talk-Szenen und Machtspielen geprägt ist. Das Hauptthema, intern „Spiel der Agenten“ genannt, ist darauf ausgelegt, diese Dynamik voranzutreiben und zugleich emotionale Tiefenschichten hörbar zu machen. „Wir bedienen Humor, aber auch Drama – immer mehrschichtig.“ So verweist Reichelt etwa auf die Beerdigungsszene am Ende der zweiten Folge, in der sich unter der Oberfläche von Trauer bereits Machtverschiebungen andeuten. Eine Spannung, die in der musikalischen Gestaltung reflektiert wird.

Der Score folgt einem bewusst überhöhten Ansatz, den der Münchner Komponist als „opernhaft“ beschreibt: Er soll die charakteristische Mischung der Serie aus Eitelkeit, Machtspielen, Drama und Leichtigkeit nicht bloß naturalistisch abbilden, sondern stilisiert verstärken. Die Musik dient dabei als kommentierende Ebene, die Emotionen überzeichnet oder ironisch bricht und sie zugleich auf eine größere erzählerische Bühne hebt. 

Große Bühne ist in Call My Agent Berlin allein schon wegen den zahlreichen Gastauftritten von Stars angesagt. Neben Veronica Ferres u.a. Emilia Schüle und Iris Berben. Großes Format aber hat auch das Stammensemble aus Dana Herfurth, Karin Hanczewski, Michael Kammer, Lucas Gregorowicz und Gabrielle Scharnitzky. „Am Anfang war die Begeisterung groß – viele haben gesagt: ‚Super, ich bin interessiert.‘ Aber wenn es konkret wurde, kamen Zweifel“, berichtet Gabizon im Hinblick auf die Akquise prominenter Gastauftritte. Die Selbstinszenierung sei verständlicherweise für manche Stars eine sensible Frage gewesen. Rollen wurden angepasst, Gespräche geführt, Figuren überarbeitet. Der Serie geht es nicht darum bloß Branchendynamiken zu persiflieren, sondern den Starfaktor für eine unterhaltsame wie realitätsnahe serielle Erzählung zu nutzen. Herrlich pointiert gelingt das etwa in einer frühen Episode, in der Heike Makatsch‘ Berühmtheit eine Hürde auf dem Datingmarkt darstellt.

Der Münchner Koproduzent Marc Gabizon (Wild Bunch Germany)

„Die Serie hat diese Leichtigkeit, mit der dramatische Situationen erzählt werden.“, so Gabizon. „Sie ist charmant, ironisch, menschlich. Die Agenten sind Figuren mit Sehnsüchten: nach Anerkennung, Macht, Liebe, Selbstverwirklichung. Das ist universell. Genau das hat uns überzeugt: Wenn die Figuren funktionieren, dann funktioniert die Serie. Es ist letztlich eine Serie über Beziehungen – nicht nur über Stars.“ Bei der Adaption wurde die Tonalität gezielt an den deutschen Markt angepasst. Das Erzähltempo wurde erhöht und emotionale sowie dramatische Momente stärker akzentuiert, während die ironische Grundhaltung des Originals erhalten blieb. Ziel war es, keine direkte Kopie der ohnehin nicht 1 zu 1 „duplizierbaren“ französischen Vorlage zu schaffen, sondern ein eigenständiges Format mit höherer erzählerischer Verdichtung und Tempo zu entwickeln.

Die größte Herausforderung lag in der extrem engen Produktionsplanung. Pro Episode standen relativ wenige Drehtage zur Verfügung – ein knapp bemessenes Zeitfenster, insbesondere für eine Serie mit komödiantischem Timing und prominenten Gastdarstellerinnen und -darstellern, deren Verfügbarkeit begrenzt war. Um den Drehplan einzuhalten, musste parallel an mehreren Sets gearbeitet werden. Verzögerungen hätten den gesamten Ablauf gefährdet, weshalb das Team äußerst präzise und unter hohem Zeitdruck agierte. Zwar konnten durch zusätzliche Partner einzelne Drehtage ergänzt werden, insgesamt blieb der Zeitrahmen jedoch sehr knapp. Gabizon beschreibt diese Phase als eine der herausforderndsten, zugleich aber auch produktivsten seiner Laufbahn.

Call My Agent Berlin erfährt seit seinem Start im Herbst überaus positive Aufnahme, beim Publikum und überwiegend auch bei Kritiker*innen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz bedeutete das jeweils Top-Charts-Platzierungen. Natürlich drängt sich da sie Frage nach einer Fortsetzung auf. Zusammen mit Friday Film würden Marc Gabizon und die Münchner Wild Bunch natürlich gerne an Staffel 1 anknüpfen. Allein in ihrer Macht liegt die Entscheidung nicht. „Disney hat eine außergewöhnlich breitflächige starke Kampagne gemacht, das Marketing war mehr als beeindruckend“, so Gabizon. „Die Resonanz in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sehr positiv. Aber ob das ausreicht, entscheidet Disney nach internen Kriterien. Wir wissen, dass die Zahlen gut sind – ob sie ‚gut genug‘ sind, das wissen wir noch nicht. Wir bereiten eine zweite Staffel vor, aber die Entscheidung liegt nicht bei uns.“ Die Agentur-Sets im Studio Babelsberg existieren jedenfalls noch – schon mal eine gute Voraussetzung für eine mögliche Produktion von Season 2.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Chris Schinke
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Film Commission Bayern News

Film Commis­sion Bayern News

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten
und Dokumentationen der
Film Commission des FFF Bayern
10 Minuten Lesezeit

IN EIGENER SACHE

FILM COMMISSION
DES FFF BAYERN
WÄCHST PERSONELL

Die Film Commission ist der Erstkontakt für nationale und internationale Projekte, die in Bayern gedreht werden sollen. Sie akquiriert Projekte, informiert und präsentiert auf Messen, unterstützt Crews bei Drehvorbereitungen und macht den Filmstandort sichtbar. Die erste deutsche Film Commission wurde 1989 in Bayern gegründet, 1997 wurde sie fest in den FFF Bayern integriert und bildet seither gemeinsam mit dem Förderteam die zentrale Anlaufstelle für Filmproduktionen im Freistaat. Mit der Einführung des internationalen Förderprogramms und der wachsenden Bedeutung Bayerns als Filmstandort haben sich auch Aufgaben und Reichweite der Film Commission regional wie international kontinuierlich erweitert. Der Freistaat vergrößerte das Team der Film Commission beim FFF Bayern nach und nach. Jetzt sind zwei weitere Stellen sind im Sommer hinzugekommen, um den Bedarf der relevanten Zielgruppen nach mehr Service zu decken.

Neu im Team sind Oliver Pusch und Anja Schmidt die beide auf langjährige Erfahrung im Film Business zurückgreifen. Oliver Pusch begann 2008 seine Laufbahn in der Branche und arbeitete zuletzt als Location Manager und Motiv-Aufnahmeleiter an vielen Projekten in Bayern mit. Dazu zählen u.a. Willkommen bei den Hartmanns, Fack Ju Göhte 3, Return to Silent Hill und Neue Geschichten vom Pumuckl. Anja Schmidt studierte Series Production an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und war zuletzt für die Produktion von Animationsserien und -filmen bei Playmobil in Nürnberg verantwortlich. Sie kümmerte sich um die kreative, inhaltliche Entwicklung und Produktion von Bewegtbild für ein weltweites Publikum. Unter der Leitung von Anja Metzger sind David Klein und Oliver Pusch von nun an beim FFF Bayern gemeinsam für die wachsende Zahl von nationalen und internationalen Anfragen im Bereich Production Support & Coordination zuständig. Kathrin Winter verstärkt ihren Einsatz in Aufbau und Pflege der regionalen Filmstandorte in ganz Bayern und betreut weiterhin die Netzwerkevents und Fachveranstaltungen der Film Commission, während sich Anja Schmidt um Marketing & Social Media kümmert.

Auf Instagram präsentiert das Team der Film Commission seinen Service, informiert über bayrische Drehorte und Drehbedingungen und kündigt eigene Fachveranstaltungen an.

Head of Film Commission Anja Metzger (m.) mit ihrem Team: David Klein, Kathrin Winter, Anja Schmidt und Oliver Pusch

FILMSTANDORT

SCHNITTSTELLE ZWISCHEN FILM UND POLITIK 

Die Film Commission ist weit mehr als eine Serviceeinrichtung für Filmschaffende. Sie agiert stetig an der Schnittstelle zwischen der Branche, Verwaltung und Politik – und schafft so maßgeblich die Rahmenbedingungen, damit Filmproduktionen in einer Großstadt wie München überhaupt arbeiten können und möglich bleiben.  Zentraler Teil ihrer Arbeit ist die politische Vermittlung. Die Film Commission führt Gespräche mit Entscheidungsträger*innen im Münchner Rathaus, mit Vertreter*innen der Stadtratsfraktionen und diskutiert nicht nur die Verbesserung der Drehbedingungen, sondern hebt auch immer wieder die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung der Branche hervor. Sie verhandelt mit städtischen Referaten, Bezirksausschüssen, der Stadtverwaltung und stimmt sich mit Polizei, Verkehrs- und Umweltbehörden ab. Dabei geht es nicht nur um Drehgenehmigungen oder logistische Fragen, sondern oft um Grundsatzentscheidungen: Wie viel Platz und Stellflächen gibt die Stadt der Filmproduktion im öffentlichen Raum? Wie lassen sich wirtschaftliche Interessen, Standortmarketing und Bürgerbelange miteinander vereinbaren? Diese politische Arbeit wirkt gestaltend auf die Rahmenbedingungen des Filmstandortes ein. Die Film Commission bringt die Perspektive der Produktionsfirmen in kommunale Entscheidungsprozesse ein, sensibilisiert politische Akteure für den kulturellen und wirtschaftlichen Wert von Dreharbeiten und entwickelt gemeinsam mit der Stadt Strategien, um lokale Dreharbeiten zu ermöglichen sowie internationale Projekte anzuziehen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Film Commission, Stadtverwaltung und Politik soll München langfristig als innovativer, nachhaltiger und international wettbewerbsfähiger Filmstandort gefestigt werden. 

(c) Film Commission Anja Schmidt

David Klein und Oliver Pusch trafen die Stadträt*innen Julia Schönfeld-Knor, Lars Mentrup, Kathrin Abele und Fraktionsreferentin Miriam Held, um zu besprechen, wie die Drehbedingungen in der Stadt weiter verbessert werden können.

DREHARBEITEN

HOLLYWOOD IN BAYERN – BAYERN IST EIN INTERNATIONAL GEFRAGTER DREHORT 

Im vergangenen Jahr war ein zunehmendes Interesse internationaler Produktionen an Dreharbeiten in Bayern erkennbar. Fördermöglichkeiten, modernste Studiotechnologien mit den Penzing Studios und den Bavaria Studios, renommierte Dienstleistungsunternehmen sowie die große Vielfalt an Motiven und Landschaften machen den Standort besonders attraktiv. Die Film Commission des FFF Bayern begleitete internationale Projekte von der ersten Beratung zu der Frage, ob Dreharbeiten motivisch am Standort möglich sind, über ein individuelles Scouting bis hin zur Unterstützung der Drehvorbereitung und Fragen zu Genehmigungen. Projekte wie The Weight (Dreharbeiten u. a. in Niederbayern und der Oberpfalz) mit Ethan Hawke, The Rage (Penzing Studios, Franken) sowie Man of the world gehören zu den aktuellen Projekten, die nach erfolgreichen Scoutings für die Realisierung nach Bayern geholt werden konnten. Neben diesen großen internationalen Koproduktionsprojekten wurden weitere Scoutingtouren und Location Pitches durchgeführt, die Bayern international noch stärker in den Fokus gerückt haben. Mit gezielten Präsentationen in Zusammenarbeit mit internationalen Produzent*innen gelang es, die Vielfalt der bayerischen Drehorte von urbanen Zentren wie München bis zu einzigartigen Naturkulissen in den Alpen und im Voralpenland prominent zu platzieren. Das Interesse an Bayern als Drehort ist unvermindert hoch.

© Film Commission Bayern David Klein

Bayerns Kulissen sind beliebte Motive für internationale Drehs

MESSEN IN ALLER WELT

PRÄSENTATION IN SPANIEN

Mitte Oktober fand in Valladolid in Spanien die Shooting Location Messe statt.  Hier stellten die Film Commissioner Anja Metzger (Bayern) und Christiane Krone-Raab (Berlin-Brandenburg) stellvertretend für die German Film Commission Location Scouts aus aller Welt den Produktionsstandort Deutschland vor. In konzentrierten One to One Meetings trafen sie Branchenvertreter*innen, die sich für Locations und Drehbedingungen in Deutschland interessierten und beantworten Fragen von internationalen Streamern, Sendern und Produktionsfirmen. Im Dezember 2025 findet die nächste Präsentation des Produktionsstandortes bei der zum Publisher „The Location Guide“ gehörenden Messe FOCUS London statt. UK ist nach den USA das Land, aus der die meisten internationalen Projekte nach Bayern kommen. FOCUS ist die einzige Fachveranstaltung im Vereinigten Königreich, auf der sich die Teilnehmer*innen mit Content-Machern und -Veranstaltern aus über 100 Ländern treffen können und die Tausende von Fachleuten aus den Bereichen Film, Fernsehen, Werbung, Animation und Spiele jährlich anlockt. FOCUS bietet den Teilnehmenden wertvolle Kontakte, ein inspirierendes Vortrags- und Panelprogramm, moderierte Treffen und eine Vielzahl von Networking-Möglichkeiten. 

(c) Michael Grandits

Stephanie Rauscher (Vienna Film Commission), Christiane Krone-Raab (Berlin-Brandenburg Film Commission), Sabine Schulmeyer (Location Manager), Anja Metzger (Film Commission Bayern(, Markus Bensch (Location Manager – Berlin Production Group) in Valladolid

EVENTS

LOCATION TOUREN IM MÜNCHNER UNTERGRUND UND IM OBERFRÄNKISCHEN MÖDLAREUTH 

Um Filmschaffenden neue und faszinierende Kulissen unterhalb der Münchner Oberfläche zu präsentieren, hat sich die Film Commission Bayern gemeinsam mit rund 25 Gästen auf eine besondere Entdeckungstour begeben: „Munich Underground“. Mit dabei waren Motivaufnahmeleiter*innen, Szenenbildner*innen, Location Scouts, Producer und Produzent*innen – allesamt auf der Suche nach einzigartigen Orten, die Geschichten zum Leben erwecken können. Vertreter der jeweiligen Motivgeber gaben aus erster Hand Einblick in ihre Motive und deren Herausforderungen. Los ging die unterirdische Reise am Alten Nordfriedhof, wo sich unter dem historischen Gelände eindrucksvolle gemauerte Kanalsystemteile der Münchner Stadtentwässerung verbergen. Das leise Tropfen, die gedämpften Schritte auf den feuchten Böden und das gedimmte Licht verliehen der Tour eine beinahe filmreife Spannung. Der nächste Abschnitt führte die Gruppe unter die Akademiestraße, wo sich weitere Einblicke in das verzweigte Kanalsystem boten. Als besonderes Highlight stand ein seltener Besuch in einem nicht öffentlich zugänglichen Gewölbeteil des U-Bahnsystems am Ostbahnhof auf dem Programm, von dem aus nicht nur das Ein- und Ausfahren der U-Bahn beobachtet, sondern auch eine beeindruckende Lichtprojektion entdeckt werden kann. Zum Ausklang fand sich die Gruppe im traditionsreichen Augustiner Keller ein, wo bei Brotzeit und Getränken Raum für Austausch, neue Kontakte und kreative Gespräche entstand. Ein Blick in den Lagerkeller des Hauses rundete die Expedition in Münchens Unterwelt ab. So wurde der Tag zu einer inspirierenden Reise unter die Oberfläche – und vielleicht zur Geburtsstunde neuer, außergewöhnlicher Drehorte.

Im Rahmen der 59. Internationalen Hofer Filmtage 2025 lud die Film Commission zu einer Location Tour nach Mödlareuth ein. Das ehemals geteilte Dorf, auch „Little Berlin“ genannt, steht ähnlich wie Berlin für die deutsch-deutsche Geschichte: geteilt durch Mauer und Stacheldraht. Für Filmschaffende ist Mödlareuth ein authentischer Schauplatz, der Geschichte, Emotion und Atmosphäre vereint. Bei der Location Tour erfuhren die Teilnehmenden, welche filmischen Möglichkeiten die Region Hof bietet und wie sich historische Orte in moderne Stoffe übersetzen lassen. Gemeinsam mit nationalen und internationalen akkreditierten Gästen des Festivals, darunter auch Studierende der HFF München sowie Netzwerkpartner*innen aus der Region wurde ein „Hidden Gem“ entdeckt, der nicht nur für die Erinnerungskultur wichtig ist, sondern auch als inspirierende Kulisse für zukünftige Filmprojekte. Landrat des Kreises Hof Dr. Oliver Bär begrüsste mit dem Festivalleiter Thorsten Schaumann und der Film Commission die 30 Filmschaffenden in Mödlareuth, wo sie auch das neue Museum besichtigen konnten, das erst in einigen Wochen offiziell eröffnet wird. Der Landrat betonte hier auch die Unterstützung für Dreharbeiten in der Region. Bei einem Get together im Galeriehaus im Anschluss vernetzte die Film Commission die Filmschaffenden mit regionalen Netzwerkpartner*innen und  Motivgeber*innen. Ein reger Austausch zu Drehbedingungen in Oberfranken und besonders zur Region rund um Hof.

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Schilder und der Wachturm in Mödlareuth sind bis heute erhalten geblieben

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Location Tour im Münchner Untergrund

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Die Teilnehmer*innen der Location Tour konnten das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth besuchen. Offiziell eröffnet wurde es am 9. November 2025

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Schilder und der Wachturm in Mödlareuth sind bis heute erhalten geblieben

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Die Tour führte an die ehemalige deutsch-deutsche Grenze

(c) Film Commission Bayern Anja Schmidt

Location Tour im Münchner Untergrund

(c) Hofer Filmtage, Melina Seitz

Die Teilnehmer*innen im Neuen Museum Mödlareuth

(c) Hofer Filmtage, Melina Seitz

Der Landrat des Kreises Hof Dr. Oliver Bär und Festivalleiter Thorsten Schaumann mit Kathrin Winter und Anja Schmidt von der Film Commission Bayern während der Hofer Filmtage in Mödlareuth

NEUE FILMLOCATIONS

NEUES IN DER FILMLOCATIONS BAYERN-DATENBANK

Wer auf der Suche nach Filmkulissen ist, findet auf Filmlocations Bayern vielfältige Drehlocations und Motive in ganz Bayern. Ob romantisches Schloss oder verwunschene Burgruine, ob faszinierende Naturkulisse oder brachliegende Industrieanlagen – in der von der Film Commission Bayern gepflegten Datenbank lassen sich gewünschte Motive über die Filterfunktion finden. Die Datenbank wächst stetig und wird ständig aktualisiert. Aktuell neu hinzugefügt wurden eine historische Apotheke in Würzburg, das Bergson Kunstkraftwerk, ein Münchner Luxushotel, ein Bauernhofmuseum, ein historisches Wasserschloss und die Westernstadt Pullman City. Zur direkten Kontaktaufnahme und für weitere Informationen lassen sich die jeweiligen Ansprechpartner*innen in der Detaildarstellung der jeweiligen Motive entnehmen. Darüber hinaus unterstützen professionelle Location Scouts und Agenturen Teams bei der Suche.

© Stiftung Juliusspital Würzburg

Neu in der Motivdatenbank: Historische Apotheke in Würzburg

© Simon Kammermeier

Bauernhof-Museum „Auf der Puit“

© Bergson Kunstkraftwerk

Bergson Kunstkraftwerk

© Kempinski

Royal Residence Kempinski München

© Sandizell / Leo Konopitzky

Das historisches Wasserschloss Sandizell

© Film Commission Bayern Oliver Pusch

Westernstadt Pullman City

ANKÜNDIGUNG 

FILM ACADEMY DAY
@ FESTIVAL OF
FUTURE STORYTELLERS

Mehr als 550 Teilnehmer*innen entdeckten im April 2025 die Vielfalt der Filmberufe beim 3. Film Academy Day. Der Aktions- und Informationstag war für Schulklassen, Quereinsteiger*innen und alle, die sich für einen Einstieg in die Filmbranche interessieren, konzipiert. Die Gäste wirkten in einem interaktiven Filmset mit und lernten dabei wichtige Filmberufe kennen. Ab diesem Herbst soll die Nachwuchsveranstaltung im Rahmen und in Kooperation mit bestehenden Festivals und Events fortgeführt werden. Ein erster Film Academy-„Satellit“ findet beim Festival of Future Storytellers am 18. November 2025 im Festivalzentrum an der HFF München statt. Er bildet ein eigenständiges Zusatzangebot für den Nachwuchs, für den es im regulären Festivalprogramm auch ein kuratiertes Vormittagsprogramm gibt sowie Workshops. Am Film Academy Day gibt es für die jungen Gäste darüber hinaus ein Special Screening des FFF-geförderten Kinofilms Zweigstelle (Weltkino Filmverleih). Die Teilnehmer*innen sehen ausgewählte Filmszenen der Komödie, die beim Filmfest München 2025 den BR/SZ-Publikumspreis gewann, bevor die Crew unter der Moderation von Christina Wolf Einblicke in ihre Departments, Berufsbilder, Ausbildungswege und die besonderen Herausforderungen des Projekts geben wird. Ein junges Filmteam trifft hier auf den Nachwuchs, um die Begeisterung fürs Filmemachen weiterzugeben und über Jobs und Möglichkeiten in der Branche zu informieren. Hintergrund des Film Academy Days, der erstmalig nicht als großer Einzelevent, sondern im Rahmen eines Festivalprogramms stattfindet, ist die langfristige Nachwuchsgewinnung für die vielfältigen Berufe in der Filmbranche. Nach dem Screening haben die Schüler*innen dann noch im Foyer bei einem Meet & Mingle die Möglichkeit, sich gezielt über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Neben dem Filmteam stehen Vertreter*innen der Initiative „Ich will zum Film“ von Crew United sowie die ZAV-Künstlervermittlung für Filmschaffende der Bundesagentur für Arbeit für Fragen zum Einstieg in die Filmberufe zur Verfügung

Termin und Anmeldung
Dienstag, 18.11.2025, 9.30–11.30 Screening & Talk
11.30–12.30 Meet & Mingle

Anmeldung über Festival of Future Storytellers: tobias.obermeier@filmfest-muenchen.de

 

Alle Informationen der Film Commission Bayern finden Sie fortlaufend hier.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Texte: Kathrin Winter, Anja Schmidt
Redaktion:
Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Deutsche Kinofilme 2025

Summer in the HFF

Im Spätsommer fand zum achten Mal die HFF Summer School statt, unter anderem mit dem Women Writing Lab und Workshops zu Künstlicher Intelligenz. Ein Gespräch mit Elena Diesbach, Leiterin des International Office der HFF München, über die erfolgreiche Entwicklung des Projekts.
Text von Dominik Petzold
5 Minuten Lesezeit
(c) HFF München

Frau Diesbach, wie ist die HFF Summer School entstanden?

Die HFF Summer School wurde 2018 ins Leben gerufen, um die HFF für internationale, externe Teilnehmer*innen zu öffnen, mit einem sehr hochwertigen Programm und national und international renommierten Dozent*innen der Film- und Medienindustrie. Alles begann mit einem vierwöchigen „International Series Workshop“ von Professor Tac Romey und weiteren Gastdozierenden und Mentoren wie Anna Winger oder Frank Doelger. Ich hatte 2018 als Freiberuflerin das Konzept für Bettina Reitz an der HFF München als Erweiterung des Lehrangebots entwickelt: englischsprachige Workshops mit internationalem Fokus. 2019 habe ich im International Office der HFF angefangen, mit dem Auftrag, die Schule noch internationaler aufzustellen – die Summer School wurde als Teil dieser Entwicklung fortgeführt und weiterentwickelt.

 

Sie bringen damit Ihre Studierenden mit Kolleg*innen aus dem Ausland zusammen.

Ja, die Summer School findet in der unterrichtsfreien Zeit statt. 50 Prozent der Kapazitäten stehen HFF-Studierenden offen. Die Summer School soll auch ein Experimentierplatz für innovative Lehrinhalte sein.

(c) HFF München

Der Kurs Visual Storytelling

Man muss sich dafür bewerben. Heißt das, die Nachfrage ist größer als das Angebot?

Ja. Das Bewerbungsverfahren ist auch darüber hinaus nötig, denn man braucht entsprechende Voraussetzungen, um profitieren zu können, nicht zuletzt natürlich Englischkenntnisse. Insgesamt hatten wir in diesem Jahr 58 Teilnehmer*innen. Beim Women Writing Lab hatten wir zum Beispiel 34 Bewerbungen für 12 Plätze.

 

Wieso ist dieser Workshop besonders gefragt?

Das Women Writing Lab gibt es seit 2019, das ist ein Klassiker. Es liegt an der Dozentin Robin Swicord, einer sehr bekannten US-Drehbuchautorin und Regisseurin aus L.A. mit langer Erfahrung. Aber auch der Kurs „How To Break A Script Into Shots“ ist sehr erfolgreich, weil wir mit Hagen Keller einen sehr passionierten, kompetenten Dozenten haben, der seine Teilnehmerinnen mitzureißen versteht. Und wir haben das Thema KI in die Summer School mit aufgenommen, dieses Jahr gleich mit zwei Kursen mit Experten aus dem Bereich KI und Medien – wobei wir uns eng mit unserer KI-Professorin Sylvia Rothe absprechen. Diese sehr intensiven Kurse „From Idea To Pilot Using AI“ und „AI-Enhanced Documentary Storytelling“ waren vollbesetzt, genauso wie „Script in 23 Days“ mit Florian Puchert und Romina Ecker, bei dem am Ende die erste Drehbuchfassung steht. Das ist nicht selbstverständlich, schließlich stehen wir in einem Wettbewerb mit vielen anderen tollen Anbietern. Aber ich denke, die Summer School ist inzwischen zu einer Marke geworden.

(c) HFF München

Summer School 

Woran machen sie das fest?

Seit es die Summer School gibt, bekommen wir noch mehr Anfragen von Filmschulen, die mit uns kooperieren, Programme mit uns anbieten oder uns besuchen wollen. Manche der externen Teilnehmerinnen sind auch auf den Geschmack gekommen und studieren inzwischen bei uns.

 

Aus welchen Ländern kommen die Teilnehmer*innen ihrer Summer School?

Aus den USA, UK, Türkei, Luxemburg, Österreich und anderen europäischen Ländern. Wir hatten auch schon Teilnehmerinnen aus Saudi-Arabien oder Brasilien.

 

Manche Teilnehmer*innen reisen extra aus den USA an?

Ja, für das Women Writing Lab. Das ist für uns ein Ritterschlag. Es liegt vor allem an Robin Swicord. Eine diesjährige Teilnehmerin hat es besonders treffend beschrieben: Kyla Romero, eine junge Filmemacherin von den Philippinen, die im Zuge unserer neuen Kooperation mit dem Cannes Film Festival „Fokus CoPro“ zu uns kam. Sie bezeichnete das Women Writing Lab als „lebensverändernd“.

(c) HFF München

Die Teilnehmerinnen des Womens Writing Lab 

Wieso gibt es diesen Drehbuch-Kurs, der sich ausschließlich an Frauen richtet?

Es ist wichtig für Drehbuchautorinnen, sich in einem geschützten Raum zu begegnen, einem Raum nur für Frauen. Wir erleben das immer wieder im Lab. Und es geht um gegenseitige Unterstützung, um Empowerment. Frauen sind im Filmgeschehen immer noch unterrepräsentiert – seit mehreren Jahren wird paritätisch ausgebildet, aber im Berufsmarkt spiegelt sich das immer noch nicht wider. Manchmal braucht es Mut, Geschichten zu erzählen – und unsere Dozentin schafft eine Atmosphäre von Vertrauen und Motivation, die für die Stoffentwicklung Wunder bewirkt.

 

Ist in den Jahren ein erfolgreiches Projekt entstanden, das seinen Anfang in der Summer School hatte?

Ja, zum Beispiel die Serie Youth von Justina Jürgensen oder der FFF-geförderte Film Mädchen in Uniform, beide werden noch finalisiert. Außerdem entstanden durch die Begegnungen von HFF-Studierenden und externen Teilnehmer*innen viele Beziehungen, die zu weiteren Projekten geführt haben. Viele bleiben auch lange über die Summer School hinaus in Kontakt – der Netzwerkgedanke ist wichtig.

(c) HFF München

Elena Diesbach leitet das International Office der HFF München 

Gab es auch mal Probleme in den Kursen?

Klar, es gibt immer wieder Learnings. Bei unserer ersten Summer School haben wir zum Beispiel einen bestimmten legalen Aspekt nicht bedacht. Die 15 Teilnehmer*innen des „International Series Workshop“ kamen mit einer eigenen Idee, aber wir konnten aus Kapazitätsgründen nur fünf in kleinen Writers‘ Rooms weiterentwickeln. Wir haben die Arbeit in der Gruppe als Übung betrachtet, aber am Ende gab es einen Pitch vor Branchenexpert*innen und zwei Projekte wurden tatsächlich optioniert. Wir hatten nicht damit gerechnet und nicht bedacht, dass die Teilnehmenden, die vier Wochen lang in den Teams zugearbeitet haben, im Erfolgsfall als Co-Creators bedacht werden müssen. Wir konnten das aber gut lösen und ein Agreement finden, mit dem alle zufrieden waren. Man lernt dazu und sowas passiert einem dann nicht nochmal. Auf der anderen Seite war die Optionierung auch ein Beweis für die Qualität der Stoffe – und wir sind immer wieder begeistert, mit welch tollen Projekten Studierende und Externe in die Summer School kommen.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dominik Petzold
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Mit VR-Brille
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