Avant­garde
und
Hand­werk

Seit Oktober fungiert Daniel Sponsel als Präsident der Hochschule für Fernsehen und Film München. Ein Gespräch über seine eigene Zeit als Student an der HFF, die Überführung des Studienangebots in die Bologna-Struktur und die Integration von KI.
Interview von Anna Steinbauer
6 Minuten Lesezeit
Daniel Sponsel © 2025 / HFF München, Robert Pupeter
B

Betritt man die Hochschule für Fernsehen und Film in München, fällt einem sofort eine Neuerung ins Auge: Im Foyer steht ein Tisch mit Stühlen. Darüber hängt ein Schild mit der Einladung zur Sprechstunde „Let’s Talk!“ mit Daniel Sponsel, die jeden Mittwoch von 11 bis 12.30 Uhr sattfindet. Der neue Präsident der HFF hat sich vorgenommen, mit den Student*innen und Mitarbeiter*innen ins Gespräch zu kommen und zu hören, was sie bewegt. Warum der neue Job eine Rückkehr für den 1964 geborenen Hamburger ist und was sich Sponsel vorgenommen hat, erzählt er im Gespräch.

Herr Sponsel, Sie haben 16 Jahre lang das DOK.fest München geleitet und sind nun seit Herbst 2025 Präsident der HFF München. Wie haben Sie sich eingefunden?

Es war schon ein großer Einschnitt in meiner beruflichen Tätigkeit, ich bin aber sehr gut gelandet. Für mich ist es ja eine Rückkehr, die mit einer Art von Heimatgefühl verbunden ist. Ich habe selbst Dokumentarfilm und Fernsehpublizistik an der HFF München studiert, die damals noch in Giesing war, und dort anschließend sieben Jahre lang als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter gearbeitet. Ich kenne noch viele der aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von früher. Außerdem hatte ich nach meiner Bestellung Anfang Februar 2025 noch eine gemeinsame Übergangszeit mit meiner Vorgängerin Bettina Reitz bis zu meinem Einstieg Anfang Oktober, in der ich mich in die eine oder andere Thematik schon einarbeiten konnte.

 

Was ist denn der größte Unterschied zu Ihrer Tätigkeit als Festivalleiter?

Erstmal die Größenordnung. Das DOK.fest München hat ganzjährig 18 Mitarbeitende und dann zum Festival deutlich mehr. Hier sind es insgesamt 150 Personen mit einem ganz anderen Volumen und verschiedenen Aufgaben. Die Art und Weise zu arbeiten, ist aber grundsätzlich gar nicht so anders, weil wir ja im Präsidium ein kleines Team sind, das eng zusammenarbeitet – das waren wir beim DOK.fest auch. Der größte Unterschied ist natürlich die Ausrichtung: Hier geht es darum Studierenden zu ermöglichen, erfolgreich in die Branche hereinzuwachsen. Beim Festival hingegen organisiert man eine Veranstaltung. Diesen Jahreszyklus gibt es für mich jetzt nicht mehr.

 

Was hat sich denn an der HFF am meisten verändert im Gegensatz zur Ihrer eigenen Studienzeit?

Seit 14 Jahren ist die HFF nun in der Maxvorstadt, Standort und Größe der Hochschule haben sich verändert. Aber noch viel mehr haben sich die Branche und die gesellschaftliche Wirklichkeit gewandelt – in technischer Hinsicht, aber auch von der Konstitution und der Lesart her, was Filmkunst bedeutet und welchen Stellenwert sie in der Gesellschaft hat. Wir sind damals mit einem anderen Selbstverständnis ins Studium gestartet, als die Studierenden das heute machen: Sowohl von der Art und Weise der Medien als auch von dem Wissen um deren Wirkung und die Stabilität und Perspektiven für den Beruf. Nichtsdestotrotz ist die Relevanz die gleiche: Dass Menschen Geschichten erzählen oder die Welt filmisch nahebringen, steht eigentlich immer noch im Mittelpunkt der Aufgabe einer Hochschule.

Hier geht es darum Studierenden zu ermöglichen, erfolgreich in die Branche hereinzuwachsen.

Was ist die größte Herausforderung für Sie momentan?

Die Transformation der einzelnen Diplomstudiengänge in ein Bachelor- und Master-System und das Thema KI. Letzteres nimmt gerade eine Dynamik auf, auf die wir tatsächlich auch reagieren können, indem wir einen Studiengang dazu machen, der nächstes Jahr startet. Seit 2022/23 haben wir ja schon einen Lehrstuhl KI, der bisher aber primär einen forschenden, beratenden Charakter besitzt und im Bereich Technik in die Lehre integriert ist. Der neue Studiengang, der „Serial Storytelling: Created by AI and I“ heißen wird, soll das Angebot des Bereichs Drehbuch erweitern. Es soll sich nicht nur damit beschäftigen, wie weit man mit der Unterstützung durch die KI tatsächlich unter Wahrung der künstlerischen Kreativität und der Urheberschaft des Menschen erzählen kann, sondern auch mit den Fragen: Von wem lassen wir uns in Zukunft eigentlich Geschichten erzählen und was interessiert uns grundsätzlich? Was passiert mit und in der Branche, wenn uns eine Maschine irgendwann die Geschichten erzählen kann, die uns angehen und interessieren?

 

Inwieweit wird KI zukünftig das Geschichtenerzählen bestimmen?

KI ist längst eine Wirklichkeit, mit der wir uns alle zu arrangieren haben und die wir auch alle noch gestalten können. Wir haben momentan das Gefühl, dass in Silicon Valley entschieden wird, aber das ist nur zum Teil so. Es gibt da für uns einiges an Möglichkeiten und Wegen, die sich gabeln. Die Verantwortung dafür müssen wir wahrnehmen und mitgestalten. Gleichzeitig muss uns auch bewusst sein, dass KI gewisse Arbeitsplätze ersetzt, die vielleicht nicht die begehrtesten waren, aber sie waren und sind jedoch klassische „Brotjobs“. Beim Dokumentarfilm zum Beispiel hatte man schnell 30 Stunden Interviewszene mit sieben Protagonist*innen, die jemand zwei Wochen lang Wort für Wort transkribiert hat und dann jemand anderes noch übersetzt hat. Es ist jetzt unsere Aufgabe als Branche, als Filmhochschule und darüber hinaus als Gesellschaft zu überlegen, wie wir diesen Ausfall an Jobs mit anderen Modellen auf dem Arbeitsmarkt kompensieren können.

Dass Menschen Geschichten erzählen oder die Welt filmisch nahebringen, steht eigentlich immer noch im Mittelpunkt der Aufgabe einer Hochschule.

Was ist Ihre Vision von einer Filmausbildung in der heutigen Zeit?

Einerseits schaffen wir Freiräume für Leute, die wirklich originell und Avantgarde sind und die Branche später mit ihrer Individualität bereichern. Andererseits ist Filmen auch ein Handwerk, das nicht automatisch nur eine Einzigartigkeit voraussetzt. Gleichzeitig sind wir keine Fachhochschule, die nur marktorientiert ausbildet. Die Ausbildung muss zudem auf einen vielseitigen und sich stark im Wandel befindenden Markt vorbereiten und dabei klar mitdenken: Nicht alle, die wir hier z.B. in Regie ausbilden, werden Regisseurinnen und Regisseure. Viele entdecken in der Branche andere Tätigkeiten für sich. Das ist nicht nur in Ordnung so, sondern das sollten wir in der Ausbildung bereits mitdenken. Wichtig ist, das Angebot immer wieder abzugleichen mit der Veränderung der Produktionswirklichkeit da draußen, weil die Hochschule kein Elfenbeinturm ist. Da die Balance zu bewahren und diesen Spagat hinzubekommen sehe ich als eine wichtige Aufgabe.

 

Welche Erfahrung aus Ihrer Studienzeit möchten Sie gerne weitergeben?

Das Wichtigste ist mir tatsächlich, Räume für Begegnungen von Menschen zu schaffen, die Vorbilder sein können oder die Türen öffnen können. Dazu gehören natürlich die Kontakte zu den Lehrenden und in die Branche. Genauso wichtig ist aber auch, die Begegnung unter den Studierenden zu fördern, also das Netzwerk, das man in dieser Zeit an Freundschaften, aber auch an Kompetenzen aufbaut. Dieses trägt weit in die Berufswirklichkeit rein und begründet den eigenen beruflichen Werdegang. Diese wertvolle Erfahrung konnte ich an der Hochschule machen und diese Erfahrung soll für die Studierenden hier auch weiterhin möglich sein.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Anna Steinbauer
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Maschine dient dem Menschen

Creative
Europe
Desk
München
News

6,6 Millionen Euro europäische Förderzusagen für Bayern in 2025, aktuelle Fördermöglichkeiten des Creative Europe MEDIA-Programms und ein Rückblick auf das Mediengespräch in der Au: das sind die News aus dem Creative Europe Desk München.
7 Minuten Lesezeit

Mediengespräch in
der Au 2025

Das Mediengespräch des Creative Europe Desk München bot erneut Gelegenheit zum Austausch unter Kolleg*innen aus Produktion, Hochschule, Verleih, Festival oder Sender, eine angenehme Atmosphäre zum Kennenlernen, Wiedertreffen und Miteinanderbekanntmachen, sowie direkten Austausch zwischen Branche und Politik. Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Medienminister im Freistaat, eröffnete den Abend mit einer Rede und stand noch lange für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Barbara Gessler, aus Berlin angereist, wo sie die Vertretung der Europäischen Kommission leitet, sprach über die Pläne der Kommission für AgoraEU, das Programm, in dessen Rahmen ab 2028 die MEDIA-Förderung fortgesetzt und erweitert werden soll, und über mögliche Hürden auf dem Weg dorthin. Zu den großen Linien der europäischen Medienpolitik gab sie ein Update.

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

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Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

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Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

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Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

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Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

(c) Creative Europe Desk München / Mathis Beutel

Bildergalerie vom Mediengespräch in der Au Mitte November 2025 

Das war 2025: Creative Europe Desk München blickt zurück

Im bewegten Jahr 2025 ließ sich eine im Vergleich zum letzten Jahr deutlich gestiegene Zahl an Beratungsanfragen verzeichnen. Das spricht für ein hohes Interesse an europäischen Fördermitteln. Auch die Diskussionen um die Zukunft der Medienförderung in Europa und der dahingehende Vorschlag der EU-Kommission (Agora EU) prägten die Debatten von Belgien bis Bayern. Die Blicke sind gespannt nach Brüssel gerichtet, wo die Details über die kommenden zwei Jahre hinweg verhandelt werden.

Viele bayerische Verleihunternehmen profitierten auch 2025 von der MEDIA Förderung. Die Nürnberger Grandfilm, die Planegger Plaion Pictures sowie die Münchner Wild Bunch Germany profitierten von Fördergeldern aus dem „Films on the Move“-Call, der die Herausbringung europäischer Filme im Kino und auf Onlineplattformen unterstützt. Sie gehörten außerdem zur Gruppe derjenigen Verleihfirmen aus Bayern, die Referenzmittel in Höhe von insgesamt knapp 1.3 Millionen Euro erhielten, ebenso wie MFA+ Filmdistribution, Alamode Film, Pandora Film Verleih, 24 Bilder Film und eksystent Filmverleih.

© Grandfilm

Die Nürnberger Verleihfirma Grandfilm bringt die MEDIA-geförderte slowenisch-italienisch-kroatisch-serbische Koproduktion Little Trouble Girls von Urška Djukić in die Kinos

Wenn am Erscheinungstag dieser Ausgabe der Film News Bayern Woodwalkers 2 (vom FFF Bayern gefördert) in den deutschen Kinos startet, arbeitet die Produktionsfirma blue eyes fiction mit Unterstützung von MEDIA Co-Development 2025 bereits an der Entwicklung von Seawalkers, einem weiteren Projekt aus dem Franchise rund um Katja Brandis‘ Bestseller.

Bayerische Firmen waren im europäischen Vergleich auch im Jahr 2025 mit über 6,6 Millionen Euro an Förderzusagen erfolgreich, nachdem sie seit 2021 4,4 Prozent der gesamten MEDIA-Fördermittel in den Freistaat geholt hatten. Im Wettbewerb um die Innovationsförderung von Creative Europe sind Unternehmen aus Bayern seit mehreren Jahren in der Spitzengruppe, und das Jahr 2025 bestätigte diesen Trend: Seriotec mit Yamdu-AI, einer weltweit eingesetzten Software zur Optimierung von Pre-Production Workflows, und BlueBottle GmbH mit ihrem gleichnamigen E-Sports Content Production Tool erhielten zusammen 28% der europaweit vergebenen Fördermittel im Call „Innovative Tools and Business Models“. Im Förderbereich „Creative Innovation Lab“ erhielt die Münchner K5 Media Group mit ihrem 2D to 2.75D Videoconverter „Laxity“ knapp 793.000 Euro. Eine detaillierte Übersicht mit allen bisher bekannten MEDIA-Förderergebnissen kann hier und im FFF Jahresrückblick 2025 entnommen werden, der in Kürze erscheint.

Wir gratulieren allen Förderempfänger*innen und bedanken uns bei allen, die 2025 unsere Beratung in Anspruch genommen haben, für ihr Vertrauen. Auch 2026 beraten wir wieder  gerne zu 20 verschiedenen Förderlinien von Creative Europe MEDIA und Cross Sector.

Creative Europe MEDIA Förderung:
jetzt beantragen!

Das Creative Europe Desk München berät Interessierte zu den verschiedenen Fördermöglichkeiten und unterstützt bei der Vorbereitung der Anträge. Informationen zu fast allen Fördermöglichkeiten von Creative Europe MEDIA und Cross Sector finden Sie in der Ausgabe 4/25 der FilmNews. Anfang Dezember 2025 hat die Europäische Kommission zusätzlich weitere Creative Europe Förderaufrufe veröffentlicht:

1

Für Unternehmen mit innovativen Softwarelösungen für die audiovisuelle Branche und die Kultur und Kreativwirtschaft:

 

Creative Innovation Lab
Einreichschluss: 23.04.2026

Unterstützt werden Unternehmen, die innovative digitale Lösungen mit Potential für eine europaweite Nutzung entwickeln, welche auf mindestens eine Sparte der audiovisuellen Branche (Film, Videogames) und zusätzlich auf mindestens eine der folgenden Branchen aus Kultur und Kreativwirtschaft anwendbar sind: Musik, Buch, Museen. Ziel der Förderung ist es, Kooperationen zwischen der audiovisuellen Branche und der Kultur und Kreativwirtschaft zu fördern, um deren ökologische Nachhaltigkeit und oder Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und/oder die grenzüberschreitende Verbreitung, Auffindbarkeit, Sichtbarkeit, Zugänglichkeit, Diversität oder Reichweite europäischer Inhalte zu verbessern. Projekte können Nutzung von Künstlicher Intelligenz oder virtuellen Welten beinhalten und müssen mindestens eines der folgenden Themen abdecken: 1. Virtuelle Welten als Umgebung für die Promotion europäischer Inhalte und Erschließung neuen Publikums, 2. Innovative digitale Lösungen für Produktion, Finanzierung, Vertrieb oder Promotion unter Nutzung neuester Technologien, 3. Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit der audiovisuellen Branche und der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Die Agentur in Brüssel hat zu „Creative Innovation Lab“ am 20. Januar 2026 ein Webinar angeboten. Eine Aufzeichnung des Webinars und die zugehörigen Folien finden Sie im Anschluss hier.

 

2

Für Anbieter von Weiterbildung für die europäische audiovisuelle Branche (Film und Games)

 

Skills & Talent Development
Einreichtermin: 16.4.2026

Unter „Skills & Talent Development“ fördert Creative Europe Weiterbildungs- und Mentoringprogramme für Medienschaffende, insbesondere auch junge Talente und Start-Ups. Die Fördermittel beantragen können zum Beispiel Film- und Fernsehhochschulen, Universitäten, Verbände, Anbieter von Fortbildungsprogrammen oder Privatunternehmen der audiovisuellen Branche, welche damit die Vermittlung von Wissen und Skills für erfolgreiches internationales Arbeiten anstreben. Folgende Bereiche und Themengebiete liegen im Fokus der Förderung:
Die Unterstützung neuer kreativer Prozesse und Storytelling (z. B. interdisziplinäre kreative Zusammenarbeit oder speziell für Videogames auch neueste Tools für Entwicklung bis Vertrieb), die Nutzung digitaler Innovationen in der audiovisuellen Produktion (z. B. virtuelle Produktion) und im Vertrieb (z.B. Marketing), die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und verbesserte Verwertung von IP-Rechten, sowie die Einführung umweltfreundlichen Praktiken entlang der audiovisuellen Wertschöpfungskette (z.B. Green Consultants). Creative Europe MEDIA unterstützt die Programme mit bis zu 80% der Gesamtkosten.

Die Agentur in Brüssel hat zu „Skills & Talent Development“ am 20. Januar 2026 ein Webinar angeboten. Eine Aufzeichnung des Webinars und die zugehörigen Folien finden Sie im Anschluss hier.

© Kathu studio / Arte France / mk2 films / Alamode Film

Seit dem 25. Dezember 2025 im Verleih von Alamode in den Kinos: Der MEDIA-geförderte Cannes-Gewinner Die jüngste Tochter, basierend auf dem Roman von Fatima Daas

3

Für Verleihunternehmen

 

European Film Distribution
Einreichtermin: 23.4.2026

Die Förderung dient der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit von europäischen Filmen außerhalb des Ursprungslandes.
Unabhängige Verleihunternehmen können bei Creative Europe MEDIA Referenzmittel beantragen, um diese in Koproduktion, Lizenzen sowie die Herausbringung von neuen nicht-nationalen europäischen Filmen im Kino und online zu reinvestieren. Die Referenzsumme wird berechnet auf  Basis der vom jeweiligen Verleih mit neueren (Copyright ab 2022) nicht-nationalen europäischen Filme erzielten Kinobesucherzahlen des Jahres 2025.

Die Agentur in Brüssel bietet zu „European Film Distribution“ am 10. März 2026 ein Webinar an, an dem Sie hier teilnehmen können. Eine Aufzeichnung des Webinars und die zugehörigen Folien finden Sie im Anschluss hier.

 

4

Für Weltvertriebe

 

European Film Sales
Einreichtermin: 18. Juni 2026

Um den breiteren transnationalen Vertrieb neuer europäischer Filme zu stärken, bietet Creative Europe MEDIA europäischen Weltvertrieben Referenzmittel, die in Koproduktionen, Erwerb von Vertriebsrechten und Marketingmaßnahmen investiert werden können. Als Berechnungsgrundlage werden u.a. die von Verleihfirmen an MEDIA im Rahmen der Förderlinie „European Film Distribution“ gemeldeten Kinobesucherzahlen aus dem Jahr 2025 einbezogen.

Die Agentur in Brüssel bietet zu „European Film Sales“ am 4. Juni 2026 ein Webinar an, an dem Sie hier teilnehmen können. Eine Aufzeichnung des Webinars und die zugehörigen Folien finden Sie im Anschluss hier.

INFORMATION UND BERATUNG
Creative Europe Desk München
Sonnenstraße 21, 80331 München
(ab 11. Februar 2026: Franziskanerstr. 14, 81669 München)

Tel.: 089-54460330
E-Mail: info@ced-muenchen.eu 
Web: www.creative-europe-desk.de

Alle Neuigkeiten und Informationen zum Creative Europe MEDIA Programm sind auf der Webseite zu finden.

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Medien­szene
Bayern im Bild

„Der Kinobesuch als solcher sollte wieder Event werden“

Das Park-Kino in Bad Reichenhall erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Spitzenpreis der bayerischen Kinoprogrammprämie. Ein Gespräch mit Kinobetreiber Josef Loibl
Text von Dunja Bialas
5 Minuten Lesezeit
© Park Kino Bad Reichenhall
A

Als am 20. November in Kempten die Kinoprogrammprämien an die bayerischen Filmtheater verliehen wurden, erlebte der Kinobetreiber Josef Loibl aus Bad Reichenhall einen Fiebertraum. In alphabetischer Reihenfolge wurden die ausgezeichneten Kinos aufgerufen, zuerst die untere Kategorie mit 7.500 Euro für 28 Kinos, dann 30 Namen für 10.000 Euro. Das Reichenhaller Park-Kino war nicht dabei. Schon seit 25 Jahren reichen Loibl und sein Kollege Max Berger Unterlagen für die Prämie ein; einen höherstelligen Betrag hatte ihr Kino noch nie erhalten. Ihr Kino wurde wieder nicht genannt, als 18 Häuser 15.000 Euro erhielten. „Jetzt haben sie uns vergessen, wie ein Sack Wasser saß ich da“, erinnert er sich später an diesen Moment. Als Staatsminister Florian Herrmann das Park-Kino Bad Reichenhall aufruft und es als Spitzenpreisträger verkündet, ist Loibl überwältigt.

Wie in Trance nimmt er die Laudatio wahr und die Glückwünsche der vielen Kolleg*innen entgegen, von Christian Mitzam aus Bad Füssing, Rudolf Huber und seinem Nachfolger Kai Erfurt aus Bad Wörishofen und natürlich von seinen Freunden vom Amper-Kino aus Wolnzach in der Holledau. Mit Kinobetreiber Max Amper jr. ist er zur Schule gegangen; über dessen Familie fand er zum Kinomachen. Wie sehr die Freund*innen und Kollegen ihm alle die Auszeichnung ehrlich gegönnt hätten: „Das war der Moment“, erinnert sich Loibl vierzehn Tage später im Gespräch. Unangenehm war ihm allein, dass er bloß eine Jeans und keinen Anzug trug, als er zur spontanen Dankesrede ansetzte.

© FFF Bayern / Patrick Vöhringer

Der Moment danach: die beiden frischgekürten Spitzenpreisträger Josef Loibl und Max Berger mit Staatsminister Dr. Florian Herrmann, FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein und dem AG Kino-Vorstandsvorsitzenden Dr. Christian Bräuer

Sich selbst nicht allzu sehr ins Licht zu stellen und seine befreundeten Kolleg*innen mit in den Scheinwerfer zu holen: Das ist einer der Grundzüge von Josef Loibl. Seit 1998 betreiben er und der technikversierte Max Berger gemeinsam das Park-Kino. Sie kamen von den großen Innenstadtkinos Münchens nach Bad Reichenhall, Loibl arbeitete im alten Mathäser und im Gloria-Palast am Stachus, Berger war im Theater am Karlstor tätig. Das Kino in Bad Reichenhall übernahmen sie von der Berchtesgadener Kinobetreiberfamilie Klegraefe. Sie waren 31 und 44 Jahre alt und hatten keine Ahnung, was sie in der alpenländischen Kurstadt mit knapp 20.000 Einwohner*innen erwarten würde. Nach einem erfolgreichen Start mit Der Pferdeflüsterer kam der Reichenhaller Winter. Schon im November war es „zappenduster“, erinnert sich Loibl. Der Grund für die einbrechenden Zahlen war das Airport-Cineplexx in Salzburg, das wenige Monate zuvor eröffnet hatte. In nur sieben Kilometern Entfernung.

Es folgte ein Umdenken. Sie zeigten nun Arthouse sowie eher nischige kommerzielle Titel und auch Filme in englischer Originalfassung. „Man hat richtig gespürt, dass die Menschen darauf gewartet haben“, sagt Loibl. Eine der tragenden Säulen für das Kino wurden neben dem guten europäischen und dem starbesetzten deutschen Kino bald die regionalen Filme: Marcus H. Rosenmüller und Ed Herzog etablierten den Kinobesuch für die Einheimischen zur angesagten Freizeitbeschäftigung.

Eine entscheidende Entwicklung für die Kinos in ländlichen Regionen. Auch Loibl und Berger betreiben ihr Kino für die Ortsansässigen, weniger für die knapp eine Million Übernachtungsgäste – „sie können sich aber gerne anschließen“, so Loibl. Früher habe das Credo gegolten: Kommerzielles für die Fremden, kaum Kino für die Einheimischen. Jetzt aber kommen sogar die Salzburger*innen, mit den benachbarten, eher mainstreamig aufgestellten Berchtesgadenern Kolleg*innen tausche man Publikum aus. Loibl wählt die Filme persönlich aus, horcht auf die Wünsche der Reichenhaller*innen und folgt auch seinem eigenen Geschmack; so liebt er beispielsweise das britische Kino in seiner Kombination aus Sozialkritik und schwarzem Humor. Und dann ist da noch die stilvolle Gestaltung des altehrwürdigen, popcornfreien Kinos.

Interaktive 360-Grad-Fotos auf der Website machen auf die im Fünfzigerjahre-Ambiente gehaltenen Säle aufmerksam. Im „Saal Maximilian“ mit 70 Plätzen verheißt ein Samtvorhang mit goldenen Bordüren gehobenen Filmtheatergenuss, das angebrachte bayerische Staatswappen bekundet Heimatverbundenheit. Im kleineren „Saal Josef“ mit 50 Plätzen wird die Leinwand von Säulen gerahmt, und um einen Kronleuchter rankt sich eine sorgfältig drapierte Stoffrosette. Beide Säle, benannt nach den Kinobetreibern, verfügen über Dolby-7.1-Surround. Im kleineren „Studio Maaz“, dem Radio- und Fernsehtechniker und Kino-Förderer Karl-Siegfried Maaz gewidmet, gibt es eine Sofalandschaft. Unter dem Podest liegt das Vermächtnis von Maaz: seine technischen Zeichnungen und Berechnungen für das Kino – eine verborgene Sentimentalität des Hauses.

© Park Kino Bad Reichenhall

Die Ausstattung passt zu den historischen Axelmannstein-Kolonnaden, wo im Mai 1918 das Park-Kino mit Max Macks Othello eröffnet wurde. Hundert Jahre später wurde das Jubiläum mit dem Musical Greatest Showman begangen, inklusive Sing-alongs und einem von Hauptdarsteller Hugh Jackman handsignierten Glückwunsch-Plakat. Mit derartigen Premieren-Events bindet Loibl das Kino an die städtische Gemeinschaft in Bad Reichenhall und Umgebung. Es wird gerne extravagant gefeiert: Mit einem Afternoon-Tea für 160 Gäste im 20er-Jahre-Outfit anlässlich von Downton Abbey oder in der Lokwelt Freilassing zur Premiere von Mord im Orient Express.

Die Events stemmt der Zwei-Mann-Betrieb zusätzlich zum Kinoalltag. Aber auch der normale Kinobesuch ist im Park-Kino besonders: Die Vorstellung beginnt bei geschlossenem Vorhang – bisweilen ertönt dazu eine Ouvertüre aus den 30er-Jahren oder die ikonische Fox-Fanfare. Diese Momente der Inszenierung feiern das Kinoerlebnis. „Ein Film sollte auch aus sich heraus funktionieren und der Kinobesuch als solcher wieder ein Event werden“, findet Loibl. Wenn sich der Vorhang bei gedimmter Lichtstimmung langsam öffnet, bekommen nichts anderes als die Filme die volle Aufmerksamkeit. Für dieses Kino brennt Loibl.

Im kommenden Kinojahr werden sich Loibl und Berger auf das normale Verleihprogramm konzentrieren, auch eine Renovierung stehe nach dem Einbau der Klimaanlage im vergangenen Sommer nicht an. „Eine unspektakuläre Aussicht auf 2026“, findet Loibl. Im Wissen um die Inszenierungsbegabung des Park-Kinos erwartet die Menschen in Bad Reichenhall jedoch mit Sicherheit: ganz großes Kino.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dunja Bialas
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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2500 Prozent Bayern-Effekt

Reit Here, Reit Now

Mit dem FFF-geförderten Game Die Legende von Khiimori baut das größte unabhängige Entwicklungsstudio Bayerns auf eine lange Tradition der Pferdespiele auf. Doch jetzt wollen es die Münchner von Aesir Interactive wissen: Durch Mainstream-Appeal und mächtige Fördersummen ist das Reiterspiel in der Mongolei schon jetzt ein Interneterfolg.
Text von Pascal Wagner
7 Minuten Lesezeit
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Die Mongolei, unendliche Weiten. Im Fokus eine junge Reiterin, das Pferd im Galopp durch die Steppe, die Satteltaschen voll mit Briefen und Paketen. Kein Spin-off von Spirit – Der wilde Mustang, sondern das neueste Videospiel von Aesir Interactive, dem hochspezialisierten Erfolgsteam aus München. Mit Berufssimulationen und mehreren erfolgreichen Umsetzungen der Ostwind-Buchfranchise in Games für Pferdefans eroberte sich das Studio dereinst einen Platz unter den erfolgreichsten deutschen Entwicklungsteams. Und mit Die Legende von Khiimori, dem aktuellen FFF-geförderten Pferdespiel, bricht eine neue Ära für Aesir an.

Dabei begann zunächst alles ganz bescheiden. „Aesir Interactive begann 2013 als kleines Studententeam aus fünf Leuten in einem einzigen Raum in der MediaDesign Hochschule, getragen von Idealismus und dem Glauben daran, dass man auch ohne große Mittel Spiele erschaffen kann, die etwas bedeuten,” erzählt Andreas Sirch, CEO von Aesir. „Damals konnten wir erste kleine Spiele und Non-Game Applikationen entwickeln, die uns in den ersten drei Jahren ein kleines Team von ca. 10 Personen gesichert haben. Mit Subsiege entstand zum ersten Mal das Gefühl, ein richtiges Games-Studio zu sein, ein Team mit Ambition und einer klaren Richtung.”

2017 schließlich folgte eine Kooperation, die Aesir für lange Zeit prägen sollte: Die Zusammenarbeit mit Alias Entertainment, IP-Halter der Kinderbuch- und Kinderfilmserie Ostwind, beziehungsweise Windstorm, im internationalen Umfeld. „Ostwind war damals der entscheidende Startschuss und hat unsere Marschrichtung klar geprägt. Mit dieser IP begann für uns der Weg in jenes Genre, das heute ein starkes Standbein geworden ist nämlich  Open World Adventure Games mit tiefem Pferdebezug,” sagt Sirch. „Durch unser Münchner Netzwerk und dank unseres damaligen Business Developers Stefan Kreutzer kamen wir erstmals mit dem IP Halter Alias in Kontakt. Die Chemie hat von Anfang an gestimmt, und schon bei den ersten Gesprächen haben wir gemeinsam über die spielerische Ausgestaltung des Ostwind-Universums philosophiert. Diese Offenheit und das gegenseitige Vertrauen haben es uns ermöglicht, die Welt der erfolgreichen Filme und Bücher nicht nur ins Spiel zu übertragen, sondern sie behutsam weiter auszubauen. So entstand unser Einstieg in eine Marke, die für viele Menschen emotional tief verankert ist und für uns der Beginn eines Genres, das wir bis heute mit Leidenschaft weiterentwickeln.”

Zwischen 2017 und 2024 entstanden so drei Ostwind-Spiele bei Aesir, dazu mit Horse Tales: Rette Emerald Valley ein weiteres Pferdespiel außerhalb der Lizenz gemeinsam mit dem französischen Publisher Microids. Die Ostwind-Kooperation festigte Aesirs Kompetenz im Bau offener Welten und systemischer Simulationen, und ermöglichte dem Studio so auch den fast schon natürlichen Schritt zu ihrem zweiten Standbein, den Berufssimulationen. Erst in Form der Reihe Police Simulation: Patrol Officers, 2025 dann mit einem Ausflug in die Arbeit der Rettungssanitäter mit Ambulance Life. Sirch macht den Zusammenhang klar: „Die technische Komplexität einer systemischen Sandbox Entwicklung erfordert ein enormes Investment in Zeit, Technologie und Expertise,” erklärt er. „Grundsätzlich entwickeln wir Spiele, die auf offenen Welten, systemischen Sandbox Strukturen und freier Erkundung basieren, ohne starre lineare Vorgaben. Genau in diesem Ansatz lassen sich unsere beiden stärksten Genres ‚Simulationen‘ und ‚Open World Adventure‘ wunderbar vereinen. Das Simulationsgenre gehört weltweit zu den größten und am stärksten wachsenden Bereichen der Branche und bietet enorme Skalierungsmöglichkeiten, ohne die kreativen oder wirtschaftlichen Perspektiven einzuschränken.” So steckt in jeder Berufssimulation auch ein kleines bisschen der Pferdespiel-Abstammungslinie, wenn auch nur ideell.

Ostwind hat Aesir also dahin verholfen, wo das mittlerweile zweitgrößte Spielestudio Bayerns nach Medienriese Plaion und damit größte inhabergeführte Entwicklungsstudio des Freistaats nun steht. Trotzdem oder vielleicht gerade deswegen geht das Studio den Weg der kommenden Pferdesimulation nun alleine. Denn was als Ostwind: Die Legende von Khiimori startete, verlor Ende 2025 den Franchise-Zusatz. Laut Sirch eine Konsequenz von Scope und Ausrichtung des Spiels: Während sich die Ostwind-Titel auf die etablierte, junge Zielgruppe ausrichteten, sah man mit Khiimori eine echte Chance, außerdem die immer stärker relevante Gruppe erwachsener Pferde-Enthusiast*innen und Open-World-Fans im Allgemeinen anzusprechen. „Diese Erkenntnisse entstanden nicht im luftleeren Raum, sondern wuchsen organisch aus Playtests, der Kickstarter-Kampagne und ersten Dev Diaries, die ein sehr klares Bild der Wünsche und Erwartungen unserer Community zeichneten. Genau dort lag jedoch auch die Schwierigkeit. Viele der neuen Ideen und spielerischen Anforderungen ließen sich nicht ohne Weiteres mit den Werten und dem Schutzbedürfnis der eher kinder- und jugendorientierten Ostwind-Marke vereinbaren. Die kommenden Entwicklungsphasen, insbesondere Early Access, der auf kontinuierliches Spielerfeedback angewiesen ist, hätten uns gezwungen, entweder wesentliche Teile der Marke stark zu verändern oder zentrale Wünsche der Community auszuklammern. Beides wäre der Ostwind-Welt gegenüber nicht gerecht geworden.” Die neue Marke befüllt Aesir nun gemeinsam mit Publishing-Urgestein Mindscape aus den USA. Bei der Entwicklung hilft außerdem das Bayreuther Studio NightinGames.

 

Aufgrund der neuen Perspektiven und Möglichkeiten, die diese Freiheit mit sich bringt, will Aesir Khiimori auch gar nicht zu sehr mit vorherigen Titeln vergleichen. „Ein direkter Vergleich ist tatsächlich schwierig, denn weder die bisherigen Ostwind-Spiele noch Horse Tales verfolgen einen so stark auf den Mainstream ausgerichteten Ansatz wie unsere neue Vision. Am besten lässt sich das anhand der USPs von Die Legende von Khiimori erkennen. Dieses Spiel öffnet das Pferdespiel-Genre in einer Weise, die es so bislang nicht gegeben hat. Spielerinnen und Spieler werden nicht in einen klassischen Stallalltag geführt, sondern als Kuriere in ein historisches Zentralasien versetzt, wo Erkundung, Reiten und Lagerleben zu echten Abenteuern verschmelzen. Die raue Schönheit des 13. Jahrhunderts, von eisigen Gipfeln über weitläufige Steppen bis zu glühenden Wüsten, bildet den atmosphärischen Rahmen, getragen von hochwertigen Bildern und eigens komponierter, authentisch mongolischer Musik. Pferde sind in Khiimori keine reinen Reittiere, sondern Gefährten mit Persönlichkeit, Entwicklung und Bedeutung.” Die Vision kommt an: Bereits mit der Demo verbuchten Aesir massive internationale Aufmerksamkeitserfolge in Form viral gegangener Artikel auf PC Gamer, Polygon und anderen wichtigen Medien. Nicht zuletzt auch, weil die Schweizer Pferdespielberaterin Alice Ruppert, Autorin des einzigartigen Pferdespielblogs The Mane Quest, mit am Community- und Social-Media-Management des Spiels beteiligt war.

Der Aufstieg Aesir Interactives zum Münchner Primus ist damit eine echte Vorzeige-Erfolgsgeschichte, an der auch die bayerischen und bundesrepublikanischen Förderschienen stark mitbeteiligt waren. Bereits 2016 förderte der FFF das erste Ostwind-Spiel mit 78.000 Euro Prototypenförderung, eine Produktionsförderung in Höhe von 300.000 Euro für den zweiten Teil folgte 2018. Die Legende von Khiimori bekam ebenfalls 200.000 Euro für die Produktion zugesprochen, während der Titel aus der Bundesförderung sogar auf 1.471.162 Euro zugreifen kann. „Ohne die ursprüngliche FFF Förderung hätten wir das Projekt im Jahr 2022 weder starten können noch in dieser Form starten wollen. Damals war es bewusst kleiner gedacht, getragen von einem Team von acht bis zehn Personen, dass die Grundvision und erste Systeme entwickeln sollte,” zeigt Sirch die Timeline auf. „Erst die kumulierte Förderung durch den Bund hat das Projekt in die Größenordnung gehoben, die seiner tatsächlichen Komplexität gerecht wird. Mit diesen zusätzlichen Mitteln konnte das Spiel auf eine Teamgröße und technische Tiefe wachsen, die für ein modernes Open World Projekt dieser Art notwendig ist. In Kombination mit den Mitteln unseres Publishers und unserem eigenen, nicht unerheblichen Investment wurde daraus erst ein Projekt, das wirtschaftlich tragfähig und inhaltlich ambitioniert realisierbar ist.”

Mit ihrer Vision und Die Legende von Khiimori im Holster sind Aesir dabei auf dem besten Weg, noch lange den Erfolg zu feiern, den ihre hochspezialisierte Nische mit sich bringt. Nicht zuletzt drei Nominierungen beim Deutschen Computerspielpreis in den letzten drei Jahren, aber auch der Sieg beim Pädagogischen Medienpreis 2023 für Horse Tales bestätigen das Studio auf ihrem Weg. Im Büro an der Schwanthalerhöhe ist man stolz darauf, was man tut, und was man noch ganz lange weitermachen will: „Spiele, die Haltung haben, die technologisch überzeugen und die man mit Stolz als ‚made in Bavaria‘ bezeichnen kann.”

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Pascal Wagner
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Programm­prämien

Film Commis­sion Bayern News

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten
und Dokumentationen der
Film Commission des FFF Bayern
5 Minuten Lesezeit

DREHARBEITEN

THE UPRISING-DREHARBEITEN IN NÜRNBERG 

Kurz bevor der weltberühmte Christkindlesmarkt in Nürnberg eröffnete und Hundertausende Menschen anzog, fanden dort die Dreharbeiten für die internationale Koproduktion The Uprising statt. Bei einem Setbesuch im November überzeugte sich das Team der Film Commission Bayern, dass das Scouting und die intensiven, aktiv begleiteten Vorbereitungen für die Dreharbeiten erfolgreich waren und traf vor Ort die Produzenten, Regisseur Paul Greengrass sowie zentrale Partner*innen, die dieses Projekt in Nürnberg möglich gemacht haben. Dank der herausragenden Unterstützung seitens der Stadt Nürnberg und des Servicebetriebs Öffentlicher Raum, konnten die Dreharbeiten mitten in der Innenstadt perfekt umgesetzt werden. Und das obwohl die Vorbereitungen für die größte touristische Attraktion parallel in Nürnberg auf Hochtouren liefen. So gut wie die Stadt aufgestellt ist kann der nächste Dreh 2026 kommen. 

© Supernix

Besuch am Set von The Uprising (v.l.): David Klein (FFF Bayern Film Commission), Berlind Bernemann (Filmansprechpartnerin & Marketing Stadt Nürnberg), Paul Greengrass (Regie & Drehbuch), Marcus König (OB Nürnberg), Philipp Kreuzer (Produzent, Supernix), Wolfgang Leeb (Servicebetrieb Öffentlicher Raum, Nürnberg)

MESSEN IN ALLER WELT

LONDON CALLING 

Die regelmäßig im Kalenderjahr letzte Präsentation des Produktionsstandortes Bayern fand auch 2025 wieder am Gemeinschaftsstand der German Film Commissions am 8. und 9. Dezember in London statt. Die zum Publisher The Location Guide gehörende Messe Focus London ist die einzige Fachveranstaltung im Vereinigten Königreich, auf der sich die Teilnehmer*innen mit Filmemacher*innen und -Veranstalter*innen aus über 100 Ländern treffen können und die Tausende von Fachleuten aus den Bereichen Film, Fernsehen, Werbung, Animation und Spiele nach London reisen lässt. Focus London bietet den Teilnehmer*innen wertvolle Kontakte, ein inspirierendes Vortragsprogramm, moderierte Treffen und eine Vielzahl von Networking-Möglichkeiten. UK gehört zu den wichtigsten Koproduktionsländern für Bayern und Deutschland. Treffen der European Film Commission (EUFCN) und der British Film Commission dienten der Vernetzung und dem Austausch über die Zukunft der Film- und Serienproduktion. Im Rahmen des Konferenzprogramm fand, organisiert von den German Film Commissions, ein Panel statt, dass die Virtual Production-Möglichkeiten in Deutschland vorstellte. Moderiert von Christiane Krone-Raab von der Berlin Brandenburg Film Commission stellten Marcus Loges (Studio Babelsberg) und Philipp Kreutzer (Penzing Studios) die vielfältigen und hochmodernen Produktionsmöglichkeiten vor.

© Film Commission Bayern

Die Messe Focus – meet the makers ist ein jährliches Branchenevent im Dezember in London, das als internationales Meeting Point für die Produktionswelt von Film und TV über Werbung bis Gaming dient. Die Film Commission des FFF Bayern ist mit einem Messe-Stand vertreten

EVENTS

MEET-UP IM HILTON 

Bei der Veranstaltungsreihe Film Commission „MEET UP“ beim Entertainment Round Table im Hilton Munich City lag der inhaltliche Schwerpunkt diesmal auf den Drehbedingungen in München: Status Quo, Ausblick und konkrete Produktionsrelevanz. David Klein (Film Commission Bayern) sprach gemeinsam mit Christian Kotz (Servicebüro Film, MOR) und Heike Schweiger (Aufnahmeleiterin) über die zentralen Bausteine für erfolgreiche Dreharbeiten in München. Im Mittelpunkt standen Fakten, Vorgaben und Neuerungen, die Produktionen bekannt sein sollten, wenn sie 2026 effizient planen wollen:


Die MOR-5-Finger-Regel: Korrekter Weg zur Antragsstellung.
Und: Welche Parameter sind Voraussetzung für einen möglichst reibungslosen Genehmigungsprozess?


Das MOR als Puzzleteil im Genehmigungsprozess:
Warum das Servicebüro Film (MOR) nicht nur eine Schnittstelle zwischen Produktion und Behörden ist.


Ein Ausblick auf 2026, Mobilitätsrestriktionen, Bauvorhaben und Großveranstaltungen, die Produktionen im kommenden Jahr beeinflussen könnten.


Kollaboration der Stadt München mit der Film Commission Bayern, gemeinsame Verbesserungen der zukünftigen Rahmenbedingungen zum Flächenmanagement.

© Film Commission Bayern

David Klein (Film Commission Bayern) sprach gemeinsam mit Christian Kotz (Servicebüro Film, MOR) und Heike Schweiger (Aufnahmeleiterin) über die zentralen Bausteine für erfolgreiche Dreharbeiten in München

EVENTS

FILM ACADEMY DAY BEIM FESTIVAL OF FUTURE STORYTELLERS

Der Film Academy Day ist ein Informationstag zu Filmberufen, der im November 2026 erstmalig mit einer Veranstaltung das Programm des FOFS ergänzte und Schulklassen, Quereinsteiger*innen und Interessierten die Gelegenheit bot, nicht nur die Bandbreite der Filmberufe kennenzulernen, sondern sich auch über Ausbildung und Berufseinstieg zu informieren. Nach drei erfolgreichen Aktionstagen in den Jahren 2023, 2024 und noch im April 2025 auf dem Gelände der Bavaria Filmstadt und in den Bavaria Studios fand im November ein neuartiges Film Academy Day-Format in der HFF München beim Festival of Future Storytellers als eigenständiges Zusatzangebot für den Nachwuchs neben dem regulären kuratierten Schulprogramm statt. Bei einem Special Screening des FFF-geförderten Kinofilms Zweigstelle (Weltkino Filmverleih) sahen die jungen Besucher*innen ausgewählte Filmszenen der Erfolgskomödie, die beim Filmfest München 2025 den BR/SZ-Publikumspreis gewann, bevor die Crew unter der Moderation von Christina Wolf Einblicke in ihre Department gab. Auf dem Podium vertreten waren WennDann-Film-Produzent Simon Bogocz, Co-Autor und Regisseur Julius Grimm, Kamerafrau Lea Dähne, Szenenbildnerin Ruth Grau, Kostümbildnerin Marlene Jordan und Regieassistent Victor Solms. Sie gaben Einblick über unterschiedliche Berufsbilder, Ausbildungswege und die besonderen Herausforderungen des Projekts und beantworteten Fragen. Bei einem Meet & Mingle im Anschluss im Foyer der Hochschule nutzten die jungen Gäste intensiv die Gelegenheit, sich gezielt über Ausbildungsmöglichkeiten und Einstiegswege in die Branche zu informieren. Neben dem Filmteam standen Vertreter*innen der Initiative „Ich will zum Film“ von Crew United sowie die ZAV-Künstlervermittlung für Filmschaffende der Bundesagentur für Arbeit für Fragen zum Einstieg in die Filmberufe zur Verfügung. Das Angebot soll künftig verstärkt in Kooperation mit Filmfestivals und weiteren etablierten Branchenevents umgesetzt werden.

© Festival of Future Storytellers / Ronny Heine

Erstmals fand der Film Academy Day im Ramen des Festival of Future Storytellers statt

NEUE FILMLOCATIONS 

NEUE MOTIVE IN DER FILMLOCATIONS BAYERN-DATENBANK  

Wer auf der Suche nach Filmkulissen ist, findet auf Filmlocations Bayern vielfältige Drehlocations und Motive in ganz Bayern. Ob romantisches Schloss oder verwunschene Burgruine, ob faszinierende Naturkulisse oder brachliegende Industrieanlagen – in der von der Film Commission Bayern gepflegten Datenbank lassen sich gewünschte Motive über die Filterfunktion finden. Die Datenbank wächst stetig und wird ständig aktualisiert. Aktuell neu hinzugefügt wurden eine historische Apotheke in Würzburg, das Bergson Kunstkraftwerk, ein Münchner Luxushotel, ein Bauernhofmuseum, ein historisches Wasserschloss und die Westernstadt Pullman City. Zur direkten Kontaktaufnahme und für weitere Informationen lassen sich die jeweiligen Ansprechpartner*innen in der Detaildarstellung der jeweiligen Motive entnehmen. Darüber hinaus unterstützen professionelle Location Scouts und Agenturen Teams bei der Suche.

filmlocations-bayern.de

© Angelika Hlady

Modernisiertes historisches Stadthaus mit Gewölbe

© Fresch

Freisinger Erlebnis Schwimmbad

© Gut Hitzelsberg

Gut Hitzelsberg im Chiemgau

© Pineapple Park

Pineapple Park Halle

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Texte: Kathrin Winter, Anja Schmidt
Redaktion:
Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Deutsche
Kinofilme
2026

Termine

Eine Übersicht über wichtige
Branchentermine der nächsten Monate

 


26. Januar – 1. Februar (online: 2. – 8. Februar 2026)

Bamberger Kurzfilmtage


26.–30. Januar 2026

German Focus beim Göteborg Film Festival


29. Januar – 1. Februar 2026

Internationales Filmwochenende Würzburg


12.–22. Februar 2026

76. Internationale Filmfestspiele Berlin


13. Februar 2026

FFF Empfang anlässlich der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin

(nur auf Einladung)


27. Februar – 8. März 2026

Filmfestival Türkei Deutschland


19.–22. März 2026

Internationales Kurzfilmfestival Bunter Hund München


5.–15. März 2026

Internationale Kurzfilmwoche Regensburg


11.–16. März 2026

Landshuter Kurzfilmfestival


12.–15. März 2026

nonfiktionale


9.–12. April 2026

Grenzland-Filmtage Selb


16.–22. April 2026

Hard:Line International Filmfestival Regensburg


21.–22. April 2026

MTM Special: AI und Media


 

 

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29. April 2026

Deutscher Computerspielpreis


6.–17. Mai 2026

DOK.fest München


15./16. Mai

Kurzfilmtage Thalmässing


12.–23. Mai 2026

Festival de Cannes


17. Mai 2026

FFF Business Lunch in Cannes


26. Juni – 5. Juli 2026

Filmfest München


7.–12. Juli 2026

Musikfilmtage Oberaudorf


3.–13. September 2026

20. Fünf Seen Film Festival


20.–25. Oktober 2026

60. Internationale Hofer Filmtage


21.–23. Oktober 2026

40. Medientage München


Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Förder­meldungen

2500 Prozent Bayern-Effekt

Mit 1 Mio. Euro förderte der FFF Bayern die Produktion der zweiten Staffel der Hulu-Serie Nine Perfect Strangers mit Hauptdarstellerin Nicole Kidman. Produzent Joe Neurauter erklärt, welche Vorzüge des Standorts dazu beigetragen haben, das Projekt nach Europa und speziell nach Bayern zu bringen – und was es Bayern gebracht hat.
Text von Josef Grübl
7 Minuten Lesezeit
Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

9


9 Fremde sollt ihr sein: So oder so ähnlich lautete die Ausgangslage der US-Serie Nine Perfect Strangers, die im Sommer 2021 veröffentlicht wurde. Die Produktion von Autor und Showrunner David E. Kelley (Big Little Lies) erreichte ein weltweites Publikum, sie war ein großer Hit, auch in Deutschland. Es geht darin um neun Menschen, die in ein mysteriöses Wellness-Resort in Kalifornien einchecken, dem sogenannten Tranquillum House. Dessen Betreiberin Masha (gespielt von Hollywood-Superstar Nicole Kidman) verspricht Diskretion, Exklusivität und „totale Transformation“: Sie nimmt auch nur neun Kundinnen und Kunden pro Session an, zehn Tage lang sollen sie mit Meditation, Yoga und Glasschalenmusik kuriert werden. Alkohol und Süßigkeiten sind tabu, Telefone und Laptops auch. Dafür gibt es regelmäßig frisch gemixte Smoothies. Bis jemand fragt: „Werden wir hier etwa unter Drogen gesetzt?“

8

8 Episoden hatte die erste Staffel, in Deutschland war sie bei Amazon Prime zu sehen. Im Juni 2023 bestellte in den USA der Streaminganbieter Hulu eine zweite Staffel, wiederum mit acht Episoden. Das Konzept der Serie sah vor, dass es einen Ortswechsel mit neuen Gästen rund um die dubiose Masha (Nicole Kidman) geben sollte: Vom Wellness-Resort im sonnigen Kalifornien geht es für sie in eine winterliche Bergwelt. Und hier kommt Joe Neurauter ins Spiel: Der gebürtige Österreicher arbeitet seit vielen Jahren als Filmproduzent, seit knapp vier Jahren ist er auch Geschäftsführer der bayerischen Penzing Studios. „Ich habe lange in Los Angeles gelebt, ein Großteil meines professionellen Networks geht auf diese Zeit zurück“, erzählt er im Dezember 2025 bei einem Gespräch in München. „Als wir in Penzing angefangen haben, war ich wieder öfter in Amerika und habe mich mit mehreren Entscheidungsträgern getroffen.“ Bei einem dieser Meetings erfuhr er von der geplanten Fortsetzung von Nine Perfect Strangers. Es sollte aber noch ein langer Weg sein bis in den Zauberwald.

Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Szene aus der 2. Staffel von  „Nine Perfect Strangers“, die im Mai 2025 bei Amazon Prime startete

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7 unterschiedliche Service-Dienstleistungen bieten die Penzing Studios auf ihrer Website an: Produktion, Geräteverleih, Set Construction, Requisiten, Kostüm, Postproduktion und Virtual-Art-Leistungen. Auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts bei Landsberg am Lech hat sich in den letzten Jahren viel getan. Es wurden internationale Kinofilme wie Cliffhanger 2, The Crow oder Return to Silent Hill gedreht, erst kürzlich inszenierte der Oscar-nominierte Brite Paul Greengrass sein Historiendrama The Uprising hier. Auch nationale Produktionen wie Bora Dagtekins Kinohit Chantal im Märchenland oder Marcus H. Rosenmüllers Pumuckl (Kinofilm und Serie) kamen nach Penzing. Diese Vielfalt sei wichtig, sagt Neurauter, man freue sich über große und kleine Projekte aus dem In- und Ausland. Auf dem weitläufigen Studiogelände könne man klassische Sets, Backlot Filming oder Drehs im virtuellen Produktionsstudio anbieten, der sogenannten Hyperbowl. „Die größten Kosten einer Produktion machen Reisen, Trucks und Logistik aus“, sagt Neurauter. „Mit einer intelligenten Verbindung verschiedener Produktionsmethoden brauche ich aber nicht mehr ‚on location‘ gehen. Ich kann 100 Prozent an einem Ort darstellen.“ Aber gilt das auch für eine Großproduktion wie Nine Perfect Strangers?

Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Der FFF Bayern förderte die Produktion mit 1 Mio. Euro

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6 Monate lang dauerten die Dreharbeiten. Los ging es im Januar 2024, abgedreht war die zweite Serienstaffel im Juni 2024. „Penzing war unsere Base“, sagt Joe Neurauter, der mit seiner Firma Supernix GmbH auch als Koproduzent beteiligt war. In der Hyperbowl sei unter anderem eine Szene gedreht worden, in der die von Nicole Kidman gespielte Figur ein Eisbad in einem winterlichen See nimmt. „Das wäre in echt zu drehen nicht möglich gewesen“, erzählt Neurauter. „Der See wurde also nachgebaut in der Hyperbowl, an der eigentlichen Location sind nur die Hintergründe gedreht worden.“ Diese Bilder habe man in die Hyperbowl transferiert, so entstand die perfekte Illusion der eisbadenden Masha. Überhaupt wurde die Produktion ganz auf ihre Hauptdarstellerin ausgerichtet: Da Nicole Kidman ein vielbeschäftigter Star ist, konnte sie keine sechs Monate am Stück vor Ort sein. „Der Drehplan wurde auf sie abgestimmt“, sagt Neurauter. So seien auch die Sets die ganze Zeit stehengeblieben, weil Kidman immer wieder kam – und ging.

Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Die Dreharbeiten fanden in Österreich und Bayern statt

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5 Monate lang wurde verhandelt, bis der fiktive Wellness-Tempel „Zauberwald“ nach Bayern kam. Beziehungsweise nach Österreich: Nine Perfect Strangers entstand nicht nur in Penzing, sondern auch an Originalschauplätzen in den Bundesländern Salzburg, Oberösterreich oder Tirol, in Hallstatt oder in Kals am Großglockner. „Anfangs wollten die Amerikaner für den Location-Teil nach Frankreich gehen“, erinnert sich Joe Neurauter. „Den Studioteil wollten sie in Atlanta drehen.“ Dieser Plan stellte sich schon bald als zu teuer heraus. Dreharbeiten in den USA seien ohnehin kostspielig, weiß der Produzent und Studiobetreiber. Sehr viele US-Projekte entstehen mittlerweile im Ausland. Bayern und Österreich verbinden kurze Wege, das war natürlich von Vorteil. Hinzu kam die Kombination aus attraktiven Originalschauplätzen und einem gut ausgestatteten und modernen Studio. Im April 2023 fiel die Entscheidung für Bayern und Österreich. Kurz darauf wurden die ersten Büros in Penzing bezogen, insgesamt war die Produktion 14 Monate lang in Bayern.

Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Die Hauptrolle spielt Nicole Kidman

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4 Männer und 5 Frauen checken in den „Zauberwald“ ein, sie alle schleppen unterschiedliche Traumata mit sich herum, die Therapieansätze von Masha und ihrem neuen Kollegen Martin (Lucas Englander, der österreichischen European Shooting Star der Berlinale 2026) sind umstritten. Die Besetzung ist wie schon in der ersten Staffel prominent und umfasst internationale Schauspielstars wie Henry Golding, Lena Olin, Mark Strong, Murray Bartlett oder Christine Baranski. „Wir holen eure Gefühle und Ängste ans Licht“, sagt Masha alias Nicole Kidman einmal. Dass sie dafür wieder psychedelische Drogen einsetzt, können die Gäste natürlich nicht ahnen.

© Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Das Projekt generierte einen hohen Regionaleffekt

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3 Studiohallen habe die Produktion in Penzing parallel belegt, verrät Joe Neurauter beim Gespräch in München. Das hatte nicht nur mit der an- und abreisenden Nicole Kidman zu tun: Das liegt auch an der Größe des mit „einem neunstelligen Budget“ veranschlagten Projekts. „Wir hatten insgesamt 117 Drehtage. 76 davon fanden in Deutschland statt, 41 in Österreich“, sagt der Koproduzent der Serie. Die „on location“ gedrehten Szenen erkennt man oft, aber nicht immer: Wenn Masha etwa am Tresen einer Hotelbar sitzt und Pommes isst, identifizieren die Münchner diesen Ort als Falk‘s Bar im Bayerischen Hof. In der Serie aber sitzt sie angeblich in Prag, dorthin geht es in Rückblenden. Film ist eben Illusion, nicht nur in den Penzinger Studiohallen. Auch in der Münchner Altstadt, auf der Praterinsel, in Augsburg, Ismaning und Oberföhring wurde gedreht. Wer genau hinsieht, wird so manche Orte erkennen.

Nine Perfect Strangers © Rainer Bajo Fifth Season, LLC and Made Up Stories, LLC

Neben dem Studio-Dreh in Penzing wurden etliche on location-Aufnahmen in München, Augsburg, Ismaning und Oberföhring gemacht

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2 Länder, 1 Serie: Die gemeinsame Stärke von Deutschland und Österreich habe letztendlich den Ausschlag gegeben, Nine Perfect Strangers hier zu drehen, sagt Neurauter. „Zum Verhandlungszeitpunkt gab es auch den österreichischen Tax Credit neu“, fügt er hinzu. „Damit konnten wir die perfekte Kombi aus einem besseren Financial Package und einem sehr guten Creative Package anbieten.“ Gemeint sind die steuerlichen Anreize für eine solche Produktion: Die Serienfortsetzung wurde gefördert vom FFF Bayern, German Motion Picture Fund, FISA+ und ABA (Filmstandort Austria) sowie von Cine Tirol und dem Land Salzburg. So seien insgesamt 17,5 Millionen Euro zusammengekommen, zum größten Teil über steuerliche Anreizmodelle. Die Produzenten gaben hierzulande ein Vielfaches davon aus: „Wir hatten in Deutschland Ausgaben von 58,8 Millionen Euro“, so Neurauter.

1

1 Million Euro wurde der zweiten Staffel von Nine Perfect Strangers im Mai 2023 vom FFF Bayern zugesprochen, das Geld stammte aus dem Fördertopf „Internationale Kinofilme und Serien“, das der Freistaat Bayern zur Verfügung stellt. Direkt in Bayern ausgegeben wurden bei diesem Projekt knapp 25 Millionen Euro. „Der Bayern-Effekt liegt bei fast 2500 Prozent“, sagt Neurauter. Die Serie sei also eine „richtige Lokomotive“, die Geld ins Land gespült habe und Infrastruktur schaffe. „Hier sind aus einer Million 25 Millionen entstanden.“ Zugleich stellen solche erfolgreich realisierten Produktionen eine Visitenkarte für den Filmstandort dar, auf diese Weise würden weitere Projekte in dieser Größenordnung angelockt. So hat der FFF Bayern jüngst den Kinofilm Left Seat mit Richard Gere und Michelle Wiliams gefördert und zuletzt im November 2025 drei neue internationale Serien, unter anderem eine Serie über die spätere schwedische Königin Silvia Sommerlath (German Queen) oder die Krimiserie The Death of Sherlock Holmes.

Die neuen Nine Perfect Strangers sind dagegen schon seit Sommer 2025 zu sehen, wieder bei Amazon Prime. Sollte die Serie fortgesetzt werden, dürften die amerikanischen Produzenten aber nach einem neuen Tranquillum House beziehungsweise Zauberwald suchen. Auch wenn sie in Bayern längst keine Fremden mehr sind.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Josef Grübl
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Avantgarde und Handwerk

Eine Bühne für mutige Filmideen und neue Talente

Der Camgaroo Award feiert 2026 sein 25. Jubiläum. Ein Gespräch mit der Gründerin und Leiterin Gabriele Lechner
Interview von Dominik Petzold
7 Minuten Lesezeit

Frau Lechner, was war die Idee hinter der Gründung des Camgaroo Awards?

Gabriele Lechner: Vor 25 Jahren wollte ich Filmemacherinnen und Filmemachern – insbesondere Nachwuchstalenten und der Independent-Szene – eine Bühne und Sichtbarkeit geben. Plattformen wie YouTube oder Vimeo gab es noch nicht. Es fehlte ein Ort, an dem kreative Experimente, mutige Ideen und individuelle Handschriften wahrgenommen werden konnten. Menschen sollten angeregt werden, selbst zu gestalten, statt Medien nur zu konsumieren.

 

Heute gilt der Camgaroo Award als etabliertes Sprungbrett ins Filmbusiness. Welche Entwicklungen haben ihn besonders geprägt?

Die Professionalisierung der Szene ist enorm. Technische Entwicklungen und die Digitalisierung haben in der Kamera- und Postproduktion vieles verändert. Kameras von BMD, Canon, Panasonic oder Sony sowie Softwarelösungen von Adobe, Grass Valley oder Atomos ermöglichen heute professionelle Ergebnisse mit vergleichsweise kleinen Budgets. Parallel dazu hat sich der Camgaroo Award selbst kontinuierlich weiterentwickelt – inhaltlich, stilistisch und strukturell. Besonders prägend war die Einführung des Camgaroo Film Summit, der Wettbewerb, Weiterbildung und Networking miteinander verbindet. Auch thematisch bleiben wir innovativ, etwa mit dem Sonderpreis für Filmprojekte unter Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

 

Moderatorin Tina Kaiser (r.) im Gespräch mit Gabriele Lechner

Welche Meilensteine sind für Sie persönlich besonders bedeutend?

Jede Camgaroo Award Night war und ist im Grunde ein Meilenstein – die Emotionen, die Energie und die Innovationskraft der Indie-Filmemacher sind jedes Jahr aufs Neue für alle Anwesenden spürbar. Wir stellen die Bühne bereit und diese wird von den Filmemachern gemeinsam mit unserer Jury und Partnern mit Leben gefüllt. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir die Laudatio 2007 von Regisseur, Schauspieler und Schriftsteller Imo Moszkowicz über die Unabhängigkeit der freien Filmemacher. Ich habe den Wortlaut heute noch im Ohr: „Sie sind ihre eigenen Herren, Sie können drehen, was und wie Sie wollen …“ – das bringt den Spirit des Camgaroo Awards auf den Punkt. Auch die Partnerschaft mit TELE 5 war prägend – ein Höhepunkt war, als Geschäftsführer Kai Blasberg spontan auf der Bühne 5.555 Euro für den Siegerfilm zusagte. Meilensteine waren außerdem die Präsentationen der Siegerfilme 2010 durch Thomas Gottschalk und 2011 durch Steven Gätjen auf TELE 5. Zu den Höhepunkten des letzten Jahres zählten der Moment, als Stefan Brisky von Bavaria Film auf der Bühne spontan allen Filmemachern im vollbesetzten ARRI Kino kostenfreie Karten für die Bavaria Filmstadt spendierte, und als Canon unter den Camgaroo-Siegern eine Kamera im Wert von 5.000 Euro verloste. Zudem hat die Unterstützung durch den FFF Bayern und Team Kreativ München den Camgaroo Award in den letzten drei Jahren maßgeblich gestärkt.

 

Was dürfen Publikum und Teilnehmende beim Jubiläum 2026 erwarten?

Wir möchten den Geist der letzten 25 Jahre sichtbar machen und gleichzeitig ein zeitgemäßes, zukunftsorientiertes Event gestalten. Es wird besondere Programm-Highlights, neue Impulse auf dem Camgaroo Film Summit und einige Überraschungen geben. Erstmals planen wir auch einen Publikumspreis. Das Jubiläum soll ein Fest für alle werden, die den Camgaroo Award begleitet und unterstützt haben.

Wie gelingt es, jedes Jahr eine hochkarätige Jury zu gewinnen?

Ich spreche die Menschen direkt an – die meisten sagen gerne zu, wenn sie nicht gerade viel um die Ohren haben. Unser rund 20-köpfiges Team investiert seine Freizeit, um jede Einreichung professionell zu bewerten. Viele begleiten den Camgaroo Award seit Jahren, darunter Harold Faltermeyer, Anja Kruse, Friederich Oetker, Angela Reedwisch und Max Wiedemann, um nur einige zu nennen. Das Engagement und die Expertise der gesamten Jury professionalisieren den Award und machen ihn zu einer verlässlichen Plattform für junge Talente.

 

Was geben Sie Filmschaffenden mit auf den Weg, die über eine Teilnahme nachdenken?

Trauen Sie sich. Filmemachen ist immer ein Experiment – künstlerisch, technisch und persönlich. Der Camgaroo Award lebt von mutigen Ideen, unkonventionellen Ansätzen und authentischen Handschriften, unabhängig davon, ob jemand am Anfang steht oder bereits Erfahrung mitbringt.

 

Wie schafft es Camgaroo, dass die Filme auch gesehen werden?

Ein zentraler Baustein ist unsere Mediathek filmrebell.tv. Dort sind inzwischen über 1.200 Camgaroo-nominierte Filme abrufbar. Nach kostenloser Registrierung können alle Filme online angesehen werden. Unser Ziel ist nachhaltige Sichtbarkeit für junge Talente.

Die Jury: stehend v.l.n.r – Birgitt Wolff, Harold Faltermeyer, Barbara Schepanek, Angela Reedwisch, Camgaroo Maskottchen, Gabriele Lechner, Tina Kaiser, Max Wiedemann, vorne sitzend: Caroline von Eichhorn, Anja Kruse, Nick Wilder, Mark Lohr. 

Welche Verantwortung sehen Sie bei den öffentlich-rechtlichen Sendern?

Independent-Filme werden oft nur minimal vergütet oder gar nicht ausgestrahlt. Dabei gehört die Förderung des Nachwuchses zum Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Independent-Filmen werden jedoch selten echte Chancen eingeräumt, auch wenn sie professionell produziert sind. Verbindliche Sendeplätze, klare Sichtbarkeit in den Mediatheken sowie ein eigenes Budget für diese risikobereiten Filmschaffenden könnten die Programmvielfalt und Diversität der deutschen Filmkultur deutlich erweitern und jungen Filmschaffenden echte Perspektiven eröffnen. Ich sehe auch die kommerziellen Streamingplattformen wie Netflix, Amazon und Co. in der Pflicht, aktiv zur Förderung unabhängiger Produktionen beizutragen.

 

Wie unterstützt Camgaroo konkret?

Mit der Camgaroo Productions GmbH haben wir ein praktisches Instrument geschaffen, um Filmprojekte aktiv zu begleiten, auch jenseits klassischer Förderstrukturen. Produktionen wie Hopfen, Malz und Blei (Mark Lohr), Bildungsgang (Simon Marian Hoffmann) oder aktuell Der Deserteur (Christoph Baumann) konnten mit unserer Unterstützung, trotz fehlender Förderung, erfolgreich im Kino, im Handel und auf Streamingplattformen platziert werden. Camgaroo Productions wird dabei zunehmend als verlässlicher Ansprechpartner wahrgenommen.

Gibt es Talente, die beim Camgaroo Award entdeckt wurden?

Ja, viele. Um nur einige zu nennen: Martina und Monika Plura waren bereits 2004 als Jugendliche dabei, gewannen in ihrer Kategorie und haben seitdem zahlreiche Fernseh- und Kinofilme gedreht. Heute arbeiten sie erfolgreich als Regisseurin und Kamerafrau, aktuell für die Netflix-Serie Achtsam Morden. Auch Andreas und Tanja Schmidbauer starteten bei Camgaroo ihre Karriere und realisieren inzwischen erfolgreich Filme wie Wer gräbt den Bestatter ein? oder aktuell Bubbles. International bekannt wurde der Action Designer und Stuntman Vi-Dan Tran, der unter anderem bei James Bond und Dune mitwirkte und heute für internationale Produktionen gebucht wird. Weitere Preisträger*innen haben ebenfalls erfolgreich im Filmgeschäft Fuß gefasst, zum Beispiel Daniel Alvarenga, Julian Bam (JubaFilms), Shawn Bu, Fabian Driehorst, Arne Hain, York Hovest, Joshua J. Krull, Daniel Littau, Tobias Lohf, Constantin Maier, Andreas Olenberg, Laura Antonia Roge, Marc Schiesser und Timo Sonnenschein. Viele kehren inzwischen als Jurymitglieder zurück und unterstützen damit direkt den Nachwuchs. So schließt sich der Kreis.

 

Und wie geht es weiter?

Der Camgaroo Award und der Camgaroo Film Summit werden auch weiterhin Indie-Filmschaffende im deutschsprachigen Raum fördern – eine junge, ideenreiche und technisch versierte Szene, die international durchaus mithalten kann. Deutschland braucht genau diese Talente, um auf globaler Bühne erfolgreich zu sein. Wir sind offen für strategische Partnerschaften – Interessierte können sich gerne an mich wenden. Ich freue mich über jede Anregung. Ich möchte mich bei allen bedanken, die am Erfolg des Camgaroo Awards beteiligt sind: bei den Filmemacherinnen und Filmemachern, der Jury, meinem Team, meinen Partnern aus der Wirtschaft und den Fördergremien, bei Michael Lehmann-Horn für die jahrelange technische Betreuung, bei unserer Moderatorin Tina Kaiser für zehn Jahre großartige Moderation, bei der Firma Metallbau Aubinger, die seit Jahren unsere begehrten Camgaroo Trophäen produzieren, bei den Medien, die über uns berichten sowie bei allen, die ich jetzt nicht namentlich nennen kann, die vor oder hinter der Kulisse mitwirken. Ich bin glücklich und dankbar für jedes einzelne Engagement.

Camgaroo Award / Camgaroo Film Summit

Einreichungen unter
camgaroo.com / filmrebell.tv

Einreichungsende: 10. März 2026

Voraussichtlicher Veranstaltungstermin
29. April 2025 in München

camgaroo.com, facebook.de/CamgarooAward

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dominik Petzold
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Wie geht
„Future
Readi­ness“?