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Auszeichnungen, Fachveranstaltungen, Dreharbeiten, Premieren von Dezember bis Januar – der Rückblick in Bildern
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© Landeshauptstadt München Alescha Birkenholz

Ein tolles Œuvre

Alle drei Jahre vergibt die Landeshauptstadt München mit ihrem Kulturreferat den Filmpreis der Stadt München für ein herausragendes Gesamtwerk. In diesem Jahr hat die Kommission Produzent Thomas Wöbke ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es u.a.: „Die oft übliche Großmannssucht in diesen international angelegten Anspruchs-Regionen hat Thomas Wöbke nicht nötig. Er kann ganz seiner Unbeirrbarkeit und der Konsequenz hinsichtlich thematischer Vorlieben und dem Erzählstil seiner Produktionen vertrauen – und mit ihm sein dankbares Publikum.“ Der FFF Bayern hat in seinem Gründungsjahr 1996 die von Thomas Wöbke und Jakob Claussen produzierten Kinofilme Nach Fünf im Urlaub und Jenseits der Stille im Verleih gefördert. Ab da sind viele Filme mit FFF Produktionsförderung entstanden, von 23, Crazy und Anatomie über Krabat, Hell, Monday um Zehn bis zu September 5 und 22 Bahnen, die Thomas Wöbke mit Philipp Trauer und Anna Eigl realisiert hat. Ein tolles Œuvre, das so viel Lust am Filmemachen ausstrahlt. Die Preisverleihung fand am 1. Dezember 2025 im Filmmuseum München statt. Ein ganz toller Abend mit einem wunderschönen Programm und sehr bewegenden wie sehr lustigen Ansprachen. Die Laudatio sprach Tim Fehlbaum, Musik gab es von Tom Schilling, der in Crazy eine seiner ersten Rollen spielte, und Lorenz Dangel, der die Musik von September 5 komponiert hat.

© LEONINE-Studios Achim-Frank-Schmidt

Ein großes Hexentreffen

Ende November feierte das FFF-geförderte Kinoabenteuer Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen  Premiere in München. Im Mathäser Filmpalast wurde das junge Ensemble NALA, Carla Demmin, Philomena Amari, Fia-Marie Lin, Aithonas Avgoustakis, Balthazar Gyan Alexis Kuppuswamy und Shanti Celik auf dem Roten Teppich empfangen. Begleitet wurden sie von Rosalie Thomass, Friedrich Mücke, Heike Makatsch, Maria Happel, Lorna Ishema und Lisa Wagner, Regisseur Gregor Schnitzler, den Produzent*innen Quirin Berg, Johanna Bergel, Max Wiedemann und Bernd Krause sowie den beiden Ko-Produzentinnen Gabriele Salomon und Martina Priemer. Auch das Musikteam Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange, das die Original-Songs zum Film beisteuerte, feierte mit Cast und Crew.

© Creative Europe Desk München Mathis Beutel

Ein direkter Austausch

Seit mehr als 25 Jahren bringt in Bayern das Mediengespräch Vertreter*innen der Film- und Gamesbranche sowie der Medienpolitik in den direkten Austausch. Mitte November folgten wieder rund 100 Gäste der Einladung des Creative Europe Desk München: zum Netzwerken, Austauschen, Wiedersehen, Kennenlernen und Updaten beim Mediengespräch in der Au. Geschäftsführerin Ingeborg Degener, Bayerns Medienminister und Leiter der Bayerischen Staatskanzlei Dr. Florian Herrmann und die Leiterin der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland Barbara Gessler umrahmten den Abend mit Impulsvorträgen zur aktuellen Lage der Filmwirtschaft in Deutschland und Bayern und zu den großen Linien der europäischen Medienpolitik. Weitere Impressionen finden Sie auf der Seite von Creative Europe in dieser Ausgabe.

© megaherz Philipp-Thurmaier

Eine heimliche Herrscherin

Der FFF-geförderte Kinofilm Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde feierte Anfang Dezember München-Premiere im Mathäser Filmpalast. Regie führte Antonia Simm, die auch das Drehbuch schrieb. Produziert wurde der Film von megaherz in Koproduktion mit dem BR. Vor Beginn der Vorstellung sollten die Kinder im Publikum auf die Frage antworten, wer denn die heimliche Herrscherin der Erde sei. Einige wussten es tatsächlich! Es hätten aber auch alle anderen Antworten, die gegeben wurden, richtig sein können. Der Film ist am 8. Januar 2026 im Verleih von MFA in den Kinos gestartet. Seitdem können auch diejenigen, die nicht bei der Premiere waren, die Antwort auf die Frage finden. 

© Megaherz

Ein neues Megaherz

Und nochmal Megaherz: Im November kam die Nachricht, dass das Münchner Unternehmen die Geschäftsführung neu bildet: Oliver Gernstl, Jonas Gernstl und Martin Tischner leiten die Firma nun zu dritt. Franz X. Gernstl übergibt damit die von ihm 1983 gegründete Firma. Oliver Gernstl ist seit 2013 bei megaherz und seit 2017 Geschäftsführer und Gesellschafter, Jonas Gernstl begleitete bisher den Weg der Firma als Regisseur, Gesellschafter und Producer. Mit Martin Tischner rückte von seiner Rolle als Produzent in die Geschäftsführung auf. Tischner war u.a. unter anderem Co-Creator der Checker Tobi-TV-Reihe, hat das Format lange als Producer geleitet und war damit redaktionell verantwortlich für mehr als 150 Folgen. Mit dem Kinofilm Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten, bei dem Tischner für Buch und Regie verantwortlich war, begründete er 2019 eine der erfolgreichsten deutschen Kinoreihen der letzten Jahre.

© FFF Bayern

Ein Skateboard-Spiel

Das FFF-geförderte Spiel Stuntboost von Byting Games aus Kempten wurde Anfang Dezember in Köln mit dem Deutschen Entwicklerpreis mit dem Ubisoft Newcomer Award ausgezeichnet. Stuntboost ist ein Skateboard-Spiel, in dem die Spieler*innen durch Strecken aus Pappe und Spielzeug in halsbrecherischer Geschwindigkeit rasen, Abkürzungen entdecken und Stunts ausführen, um schnellstmöglich ans Ziel zu gelangen. Der FFF Bayern hat das Game in der Konzept- und Prototypenentwicklung gefördert. Aus Bayern nominiert waren außerdem noch Cipsoft als bestes Studio und Sebastian Grünwald für das Projekt Deine Stimme. Auf dem Foto: die FFF Games-Förderreferenten Thorsten Suckow (l.) und Joannis Xenakis (r.) mit den Gewinnern Julian Höltge und Tobias Kozel.

© Kim Hausner

Bayern und Indonesien

Im Dezember drehte Berthold Wahjudi in Bayern seinen FFF-geförderten Abschlussfilm Vaterland, eine Geschichte über Geschwister, Heimat und Zugehörigkeit zwischen Deutschland und Indonesien. Das Drama mit einer Note Comedy handelt von Yanto, der nach Yogyakarta reist, um seine kleine Schwester zu besuchen, die dort ein Auslandssemester macht und besser reinpasst als er. Produziert wird der Film von madfilms, in Koproduktion mit der indonesischen Produktionsfirma Aftersun Creative, Bayerischer Rundfunk und Allergikerfilm. In Zusammenarbeit mit der HFF München, unterstützt von der Young Talent Foundation Berlin und dem Freundeskreis der HFF München. In der Entwicklung war das Projekt Teil der Berlinale Short Form Station (Berlinale Talents) sowie des MEDIA-geförderten European Short Pitch, bei dem der Pitch den Hauptpreis gewinnen konnte. Im Januar zog das Team mit den Dreharbeiten nach Yogyakarta in Indonesien weiter. Auf dem Foto beim Setbesuch nahe München (v.l.): Hauptdarsteller Aggai Saibuma (Rolle Yanto), Jennifer Drake (PL), Berthold Wahjudi (Drehbuch und Regie), Jonas Egert (Produzent madfilms), Theodor Fusban (BR Kino & Debüt), Natalie Lambsdorff (BR Kino & Debüt), Hauptdarstellerin Sarah Röser (Rolle SARA), Sylvain Cruiziat (Produzent madfilms), Christine Haupt (FFF Bayern) und Noah Böhm (Bildgestaltung).

© StMD

Eine wichtige Erhöhung

Am 26. November 2026 empfahl der FFF Games-Vergabeausschuss acht Projekte mit insgesamt 240.000 Euro zur Förderung. Kurz daraufüberreichte Digital- und Games-Minister Dr. Fabian Mehring in der Gamerei persönlich die Förderbescheide an die geförderten Studios: Emergo Entertainment, Alea Interactive, Thogli Studios, Benjamin Lochmann New Media, Nementic Games, Red Gate Forge Studios, McPeppergames sowie an Valentin Baral und Korbinian Fischer. Der Standort Bayern war mit Studios aus Bayreuth (Oberfranken), Kempten (Schwaben), Fürstenfeldbruck (Oberbayern), Nürnberg (Mittelfranken), Herzogenaurach (Mittelfranken), Regensburg (Oberpfalz), Gersthofen (Schwaben) und Münnerstadt (Unterfranken) vertreten. Mit dabei waren FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein, der stellvertretende FFF Geschäftsführer Martin Hartung sowie FFF Games-Förderreferent Thorsten Suckow. Außerdem nutzte Digitalminister Dr. Fabian Mehring die Gelegenheit zu verkünden, dass die FFF-Gamesförderung auf € 4 Mio. pro Jahr erhöht wird. Der Erhöhung muss noch der Bayerische Landtag zustimmen.

© Supernix

Eine historische Rebellion

Die Dreharbeiten zur FFF-geförderten internationalen Koproduktion The Uprising (AT: The Rage) vom Oscar-nominierten Regisseur Paul Greengrass in Bayern  sind abgeschlossen. Der Film handelt von einem einfachen Bauern, der im 14. Jahrhundert in England eine Rebellion gegen König Richard II. entfacht und ungewollt zur Legende des Widerstands wird. Die Hauptrolle spielt Andrew Garfield, in weiteren Rollen sind Jamie Bell, Cosmo Jarvis, Thomasin McKenzie, Katherine Waterston, Sky Yang, Stephen Dillane, Jonny Lee Miller, Tom Hollander, Stanley Townsend and Woody Norman zu sehen. Produziert wird die deutsch-britisch-US-amerikanische Produktion von deutscher Seite von Supernix. Leonine Studios übernimmt den Verleih für Deutschland und Österreich, der US-Verleih liegt bei Focus Features. Der FFF Bayern hat das Projekt mit 2 Millionen Euro im Programm Internationale Filme und Serien gefördert. Die Film Commission hat die Produktion im Vorfeld der Dreharbeiten unterstützt. Auf dem Foto am Set im historischen Innenhof vom Pellerhaus in Nürnberg: Von links nach rechts: Thomasin McKenzie (Schauspielerin) und Jamie Bell (Schauspieler), Paul Greengrass (Regisseur, Drehbuchautor, Produzent), Judith Erber (FFF Bayern), Tom Hollander (Schauspieler), Mark Redhead (Schauspieler) sowie Philipp Kreuzer (Produzent, Supernix).

© Max Casjens/ Komplizen Film/Warner Bros. Entertainment GmbH

Ein neuer Link

Und nochmal Regie, die mit dem Oscar gekrönt wurde: Caroline Link hat im Dezember die Dreharbeiten ihres FFF-geförderten Kinofilm Die Jahre mit dir abgeschlossen. Gedreht wurde in Italien, Bayern, Nordrhein-Westfalen und in Peru. Es geht um Politikstudentin Fanny, eine leidenschaftliche Aktivistin, die für ihre Überzeugungen kämpft. Alex studiert Jura, um eines Tages in die erfolgreiche Kanzlei seines Vaters einzusteigen. Sie kommen aus unterschiedlichsten Welten, aber die Anziehung zueinander führt sie in eine leidenschaftliche Beziehung, die beide so noch nie erlebt haben und die immer wieder neu auf die Probe gestellt wird. Am Ende müssen sich die beiden fragen, ob Liebe allein genug ist. Caroline Link führte Regie nach eigenem Drehbuch. Die Hauptrollen spielen Jella Haase, Jannis Niewöhner, Anneke Kim Sarnau und Sylvester Groth. In weiteren Rollen sind Milena Tscharntke, Samuel Benito, Amal Keller, Lina Hüesker, Florian Geißelmann, Ludger Bökelmann und Pauline Rümmelein zu sehen. Judith Erber hat das Set während der Dreharbeiten besucht und dort Margret Mackuth (Warner Bros. Film Productions Germany), Jannis Niewöhner, Jella Haase, Christopher Aoun (Director of Photography), Caroline Link und Jonas Dornbach getroffen. Die Jahre mit dir ist eine Produktion von Komplizen Film (Produzent*innen: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade) und der Warner Bros. Film Productions Germany. 

© Studiocanal GmbH / Kurt Krieger

Wurst ohne Ende

Gerade erreichte Pumuckl im Kino die Ticketmillion, da fand schon die nächste Premiere mit Rosi als Regisseur statt: Im Januar feierte der FFF-geförderte Kinofilm Extrawurst Premiere im Mathäser Filmpalast. Der Film basiert auf dem Theaterstück von Dietmar Jacobs & Moritz Netenjakob, die auch das Drehbuch geschrieben haben. Produziert wurde der Film von Lieblingsfilm und STUDIOCANAL in Koproduktion mit ARD Degeto. Das Ensemble bilden Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst, Fahri Yardim, Anja Knauer, Friedrich Mücke & Gaby Dohm. Mittlerweile steht der Film auch schon kurz davor, mehr als 1 Mio. Besucher*innen im Kino erreicht zu haben. Der FFF Bayern hatte den Film übrigens im November bei der FFF Programmprämien-Verleihung gemeinsam mit der Münchner Firma Lieblingsfilm und Studiocanal als Überraschungsfilm gezeigt. Bayerns Kinobetreiber*innen waren damals schon begeistert gewesen.

© Petra Stadler / Sony Pictures

Die drei ???

Teil 2 und Teil 3 wurden direkt hintereinander gedreht, nun folgte mit einem Abstand von einem Jahr die Premiere von Die drei ??? – Toteninsel, produziert von Wiedemann und Berg Film, ins Kino gebracht von Sony. Beide Vorgänger-Filme waren Besuchsmillionäre, der dritte Teil steht nach dem ersten Wochenende auch schon bei bereits 334.000 Tickets. Bei der Premiere Mitte Januar im Mathäser Kino stellten den Film dem Publikum vor: Pascal Buchsbaum, Simon Kluth, Momo Beier, Jannik Schümann, Katja Lechthaler, Levi Brandl, Andreas Pietschmann, Julius Weckauf, Tim Dünschede, Nevio Wendt, Filip Schnack, Jördis Triebel und Philipp Christopher. Kurz danach kam die Nachricht, dass es einen vierten Teil geben wird.

© W&B Television/ARD Degeto Film/BR/ServusTV/SRF/ Leander Wiegemann

Setbesuch bei Ludwig

W&B Television hat die achtteilige FFF-geförderte Serie Ludwig im Januar abgedreht. Ein Crime-Drama, das die Ermittlungen zum mysteriösen Tod des Königs Ludwig II. von Bayern mit dem intimen Psychogramm eines Mannes verwebt, der in seiner Zeit keinen Platz fand. Beim Setbesuch in der Münchner Residenz trafen sich:Gretha Heisig, Dorothee Erpenstein, Paul Winkler, Carlotta Bähre, Aaron Friesz, Jonathan Kriener, Luis Pintsch, Katharina Leonore Goebel, Carolin Haasis, David Zimmerschied, Nina Vukovic, Björn Wilhelm, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Lisa Giehl, Max Wiedemann , Lukáš Borik Polanský, Julius Gause, Christoph Pellander, Oliver Vogel, Elmar Jaeger, Moritz von Krüdener, Sebastian Ko, Jan Prahl, Bettina Ricklefs, Johanna Dirnberger und Stefan Mütherich. Ludwig ist eine Produktion der W&B Television in Koproduktion mit ARD Degeto Film, Bayerischer Rundfunk, ServusTV und SRF. Die Ausstrahlung der Serie ist für 2027 geplant.

© BR Markus Konvalin

An Ostern unvergänglich

Diese eine Woche im Januar, in der die Filmwoche, der Filmpreis, das CSU Filmgespräch und der Filmball das Jahr einläuten, dreht sich sehr viel um das Kino. Aber: Es gibt auch einen traditionellen und beliebten Termin für das Fernsehen: den BR Filmbrunch. Der Sender stellt die Highlights des kommenden Programms vor. Diesmal gehörte die FFF-geförderte 2. Staffel von Himmel, Herrgott, Sakrament dazu wie bei den Kino-Koproduktion der FFF-geförderte Eberhofer-Krimi Steckerlfischfiasko. Außerdem natürlich Polizeiruf 110 und Tatort. Deren letzter Einsatz wird als Doppelfolge unter dem Titel unvergänglich an Ostern ausgestrahlt.

© Bayerische Staatskanzlei / Lennart-Preiss

Ehrenpreis für Fitz

Nachdem der Deutsche Filmpreis nicht mehr dotiert ist, ist die Bedeutung des Bayerischen Filmpreises weiter gewachsen. Die Freude war groß bei den ausgezeichneten Filmschaffenden. Fünf FFF-geförderte Filme gehörten zu den Gewinnern: Die Jury ehrte Autorin Yvonne Görlach und Schauspieler Rainer Bock jeweils für Karla, das Schauspiel-Duo Til Schindler und Heike Hanold-Lynch für Scham und Michael Kofler als Newcomer-Regisseur für Zweitland. Michael Bully Herbig erhielt den Bayerischen Filmpreis für den erfolgreichsten Film: Das Kanu des Manitu. Der Preis des Ministerpräsidenten ging an Florian David Fitz. Der vielseitige Münchner Schauspieler, Autor, Regisseur und Produzent, der den Preis von Bayerns Medienminister Dr. Florian Herrmann entgegennahm, war an etlichen FFF-geförderten Projekten beteiligt. So förderte der FFF Bayern zum Beispiel Mädchen, Mädchen 2 (2004) mit Fitz als Darsteller wie auch sein Drehbuch-Debüt Vincent will meer (2010) und sein Regie-Debüt Jesus liebt mich (2012). Ebenfalls gefördert wurden unter anderem Der geilste Tag (2016), Willkommen bei den Hartmanns (2016), 100 Dinge (2018), Das perfekte Geheimnis (2019), Oskars Kleid (2022) und Wochenendrebellen (2023). Zuletzt startete No Hit Wonder (2025), als nächstes kommen Ein perfekter Urlaub und Kochschule Schwarz in die Kinos. Der Bayerische Filmpreis für den Besten Film ging an Fatih Akins Hark Bohm-Film Amrum. Hier war neben Heldin von Petra Volpe auch die FFF-geförderte Literaturverfilmung 22 Bahnen der Münchner Firma BerghausWöbke Filmproduktion (Drehbuch: Elena Hell, Regie: Mia Maariel Meyer) nominiert gewesen. Die weiteren Bayerischen Filmpreise gingen an Regisseurin Mascha Schilinski und Kameramann Fabian Gamper für In die Sonne schauen, an den Dokumentarfilm Im Prinzip Familie, an Darstellerin Leonie Benesch für Heldin sowie den Kinderfilm Zirkuskind.

 

© SPIO Astrid Schmidhuber

Filmball zum 50.

Die lange Woche des Films endete wie immer mit dem Deutschen Filmball im Ballsaal des Bayerischen Hofs in München. Dieses Mal gab es ein Jubiläum: So fand der Filmball zum 50. Mal statt. 1.000 Gäste kamen und wurden von Peter Schauerte begrüßt. „Dieser Ball ist weit mehr als ein gesellschaftliches Ereignis; er ist ein Fest der Kreativität und Leidenschaft und ein Spiegel der Energie unserer Branche“, sagte der SPIO-Präsident. Bayerns Medienminister Dr. Florian Herrmann benannte, bevor er die Tanzfläche eröffnete, die Bedeutung des bayerischen Standortes: „Gestern Bayerischer Filmpreis, heute Deutscher Filmball. Bayern zeigt einmal mehr, dass es Filmland Nr. 1 ist. Das Kinojahr 2025 spricht für sich: Die einzigen zwei deutschen Filme in den Top 10 waren FFF-gefördert. Insgesamt sind acht der Top 10 deutscher (Ko-)Produktionen FFF-gefördert. Wir investieren weiter verlässlich über 40 Mio. € jährlich über den FFF Bayern. Im Bund sind wir Anwalt der Filmbranche. Bei der Filmförderreform drängen wir auf schnelle Einigung und Planungssicherheit – für eine moderne, effiziente, international wettbewerbsfähige Förderlandschaft mit positiven Standorteffekten.“

Premiere in Sundance

Die ausschließlich in Bayern geförderte und gedrehte deutsch-amerikanische Koproduktion The Weight feierte Ende Januar Premieres-Reihe beim Sundance Film Festival. Das Drama spielt im Jahr 1933 in Oregon: Nach dem Tod seiner Frau und seiner Inhaftierung in einem Arbeitslager kämpft Samuel Murphy darum, das Sorgerecht für seine Tochter Penny zurückzuerlangen. Unter der Kontrolle des skrupellosen Aufsehers Clancy wird Murphy in einen riskanten Goldschmuggel verwickelt. Doch neben den Gefahren der Wildnis bedroht auch Verrat in den eigenen Reihen das Unterfangen. Das Drehbuch zu The Weight haben Matthew Booi, Matthew Chapman und Shelby Gaines verfasst, basierend auf einer Geschichte von Matthew Booi und Leo Sherman. Regie führte Padraic McKinley, den Cast bilden Ethan Hawke, Julia Jones, Russell Crowe, Austin Amelio, Avi Nash und Sam Hazeldine. Die Dreharbeiten fanden vollumfänglich in Bayern statt: In Viechtach fand das Produktionsteam mit Hilfe der Film Commission des FFF Bayern ideale Motive, die als Cover von Oregons Landschaft dienten. Weitere Dreharbeiten fanden in Bodenmais, in Tutzing am Starnberger See, am Schliersee und in den Bavaria Studios statt. Als Produktionsfirmen fungieren die augenschein Filmproduktion mit der Münchner Produktionsfirma Construction Filmproduktion. Aus den USA sind Fields Entertainment und Under The Influence Productions beteiligt. Produzenten sind Simon Fields, Nathan Fields, Ryan Hawke, Jonas Katzenstein, Maximilian Leo und Veronica Ferres. Der deutsche Verleih liegt bei Capelight Pictures, der Weltvertrieb bei WME International. Der FFF Bayern förderte die Produktion mit 2 Mio. Euro im Programm Internationale Kinofilme und Serien. Die Mittel für das Programm stellt der Freistaat Bayern zur Verfügung. Zu den hier geförderten Projekten gehört auch The Happy Prince von und mit Rupert Everett und mit Colin Firth und Emily Watson in den Hauptrollen, der ebenfalls in Sundance Premiere feierte. Auf dem Foto bei der Premiere: Die Produzent*innen Veronica Ferres, Ryan Hawke und Maximilian Leo mit Hauptdarsteller Ethan Hawke.

© Warner Bros. / Kurt Krieger

Ach, diese Lücke

Wer das schöne Buch Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke von Joachim Meyerhoff liest oder – mindestens genauso gut – von ihm eingesprochen hört, sieht den Film quasi vor sich. Und genauso ist er geworden, zum Beispiel ist er mit Senta Berger als Großmama Inge kongenial besetzt. Da die Handlung in München spielt, größtenteils an der Otto-Falckenberg-Schule und in der Nymphenburger Villa der Großeltern, hat Komplizen Film die Produktion mit Autor und Regisseur Simon Verhoeven  in Bayern umgesetzt. Hier fand auch die Uraufführung statt, im Münchner Mathäser Kino. Zum großen Foto versammelten sich: Margret Mackuth (Manager Local Productions Warner Bros. Entertainment), Darsteller Moritz Treuenfels,Darstellerin Karoline Herfurth, Koproduzent Christopher Doll (Dollfilm), Julia Hayungs (Manager Local Productions Warner Bros. Entertainment), Darstellerin Victoria Trauttmansdorff, Steffen Schier (Managing Director & SVP Theatrical Distribution Warner Bros. Entertainment), Darsteller Friedrich von Thun, Bruno Alexander und Nikolaus Paryla, Regisseur und Drehbuchautor Simon Verhoeven, Romanautor Joachim Meyerhoff, Darstellerin Katharina Stark, Judith Erber (FFF Bayern), Darsteller Tom Schilling, Produzentin Janine Jackowski und Produzent Jonas Dornbach (Komplizen Film).

Bayern in Göteborg

German Focus in Schweden: Beim Nordic Film Market und der TV Drama Vision des gerade noch laufenden Göteborg Film Festivals 2026 stehen deutsche Filmschaffende im Mittelpunkt. Gemeinsam mit German Films, der FFA und deutschen Länderförderungen unter Federführung der MOIN sind mehr als 50 Delegierte bei der Industry Plattform vertreten. Hinzu kommen deutsche Filme im offiziellen Programm wie etwa der FFF-geförderte Kinofilm Karla. Aus Bayern gehören Melissa Byrne von Nordpolaris, Nils Dünker von Lailaps Pictures, Anna Eigl von BerghausWöbke Filmproduktion sowie Head of Film Commission Bayern Anja Metzger zur deutschen Delegation.

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„Der Kinobesuch als solcher sollte wieder Event werden“

Wie geht „Future Readi­ness“?

Mit einer Veranstaltung ermutigt Start Into Media die Bewegtbildbranche für die Zukunft. Expert*innen diskutierten über Skills, Strukturen und die menschliche Komponente im digitalen Wandel.
Text von Insa Wiese
4 Minuten Lesezeit
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Die Bewegtbildbranche erlebt turbulente Zeiten: Jobs stehen auf dem Prüfstand, Produktionen werden gekürzt, und nicht wenige Kreative warten in diesem Jahr noch auf die nächste Tätigkeit am Set. Angesichts dieser Zukunftsängste ist der Bedarf an Orientierung und Ermutigung immens. Genau hier setzte Start Into Media, eine Initiative der Medien.Bayern GmbH, Ende November mit dem Auftakt ihrer neuen Veranstaltungsreihe an: „Future Readiness Bewegtbild“ an. Das Ziel des virtuellen Get-togethers: Mut machen und aufzeigen, welche Skills die Branche jetzt braucht, um den Wandel zu tragen.

Die Kernaussage des Vormittags: Future Readiness, also die Zukunftsfähigkeit der Branche, ist eine Führungsaufgabe. Die Expert*innen waren sich einig: Neugier, Offenheit, Aneignungskompetenz, Problemlösekompetenz und vor allem keine Scheu vor KI-Skills und neuer Technologie sind Pflichtprogramm für Medienschaffende. Dennoch bleibt natürlich solide Handwerkskunst gefragt. KI und andere Technologien sind lediglich Tools. Wer sie erfolgreich verwenden will, muss man das klassische Handwerk beherrschen.

Weiterbildung ist ein zentraler Punkt für die Zukunftsfähigkeit der Bewegbildbranche. Das zentrale Problem, das Dr. Denise Grduszak vom Erich Pommer Institut (EPI) beleuchtete, ist die fehlende Struktur: 71 % der Beschäftigten in der Branche nahmen in den letzten 12 Monaten keine Weiterbildung wahr. Es mangelt nicht nur an passenden Angeboten, sondern auch an Klarheit über notwendige Entwicklungsziele. Das EPI arbeitet u. a. mit Initiativen wie „WIBewegt“ daran, nachhaltige Qualifizierungsmöglichkeiten zu etablieren.

Die Transformation durch Technologien wie Virtual Production stellt gewohnte Arbeitsweisen grundlegend infrage. Elfi Kerscher von der Virtual-Production-Company Hyperbowl beschrieb den Wandel plastisch: In der virtuellen Welt, befeuert durch Tools wie die Unreal Engine, verschwimmen die Grenzen zwischen Set Design, Kamera und Postproduktion.

Virtual Production erfordert ein tiefgreifendes interdisziplinäres Verständnis. Aufwendige Drehs in virtuellen Welten, die teilweise internationale Drehorte ersetzen, gelingen nur mit interdisziplinären Teams und einem technischen Grundverständnis auf allen Ebenen. Auch das Kostümbild ist von dieser Entwicklung betroffen. Stefanie Bieker vom Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild e.V. erklärte, dass Postproduktionsschritte zunehmend in die Preproduktion wandern. Kostümbildner*innen müssen ihre Kompetenzen um Skills in KI und Virtual Production erweitern. Genreübergreifendes Arbeiten wird zur Schlüsselkompetenz, während traditionelles Handwerk mit digitalen Tools kombiniert werden muss.

Ein zentrales Signal an Führungskräfte: Weiterbildung und Wissenstransfer müssen als Arbeitszeit anerkannt werden. Ein elementarer Punkt, gerade angesichts der zeitintensiven Filmjobs. Oliver Czeslik von mYndstorm productions betonte: Future Readiness ist kein „Nice-to-have“, sondern eine Führungsaufgabe, die in Budgets, Strukturen und Unternehmenskultur fest verankert werden muss.

Stefanie Bieker fasste die dringenden Bedürfnisse zusammen: Wissenstransfer sollte kostengünstig, effektiv und vernetzt organisiert werden. Dies beinhalte: Hochschulen adressieren auch Berufserfahrene, Weiterbildungen werden explizit für ältere Mitarbeitende geöffnet und Unternehmen ermöglichen Zeit und Raum für interdisziplinäres Denken.

Die Sorge vor dem Ersatz durch Künstliche Intelligenz (KI) konnte die Runde durch klare Perspektiven entkräften. Die Live-Umfrage unter den Teilnehmenden zeigte: Aneignungs- und KI-Kompetenz werden als zentrale Handlungsfelder gesehen. Die beobachtete Haltung aus dieser Veranstaltung bestätigt: KI braucht die Fachkompetenz, das Handwerk und das Know-how des Menschen. Richtig eingesetzt, dient KI als wertvoller Assistent, der Arbeitsabläufe vereinfacht und mehr Zeit für kreative Prozesse schafft. Hier ist die Verantwortung der Unternehmen gefragt. Nicht zuletzt durch den EU AI Act, der verlangt, dass Mitarbeitende, die mit KI arbeiten, ausreichend qualifiziert sind. Ein wichtiges Plädoyer war die Forderung, branchenspezifische KI-Skills, die ohnehin entwickelt werden, auch für Selbstständige zu öffnen, die bisher oft alleingelassen werden.

Bei allem technologischen Wandel darf die menschliche Komponente nicht vergessen werden. Spontan zugeschaltet war Heike Dzaack-Crostewitz von DramaCare, die eine Beratungsstelle für Medienschaffende aufgebaut hat. Ihr Fazit: Neben Technologie braucht es Resilienz, Nervenstärke und Gemeinschaft. Sie riet den Teilnehmenden, Ängste durch einen Realitätscheck zu hinterfragen, die Verbindung zu Menschen zu suchen, die neue Tools bereits erfolgreich nutzen, und sich spielerisch sowie mit Neugier auf neue Entwicklungen einzulassen.

Annabell Simon von Crew United zog folgendes Fazit: Technologie braucht stabile Teams, Nachwuchs braucht Einstiegspunkte, Erfahrene brauchen Planbarkeit und Strukturen müssen Menschen halten.

Future Readiness in der Bewegtbildbranche bedeutet demnach nicht neue Technologien zu erwerben, sondern vor allem: Menschen führen, Strukturen schaffen und Lernräume so zu gestalten, dass sie den Wandel tragen können.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Insa Wiese
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Termine

Die Maschine dient dem Menschen

Autor Robert Krause, der Kreatives Schreiben an der HFF München lehrt und mit Club23 Online-Kurse anbietet, hat einen KI-gesteuerten Chatbot programmiert und ihn unseren Autor für die Recherche ausprobieren lassen. Eine Operation am offenen Herzen.
Text von Georg Seitz
8 Minuten Lesezeit
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„Drei Dinge sind wichtig für einen guten Film: 1. Drehbuch, 2. Drehbuch, 3. Drehbuch.“ Das Zitat wird Billy Wilder zugeschrieben, dem genialen Regisseur und Autor von Klassikern wie Manche mögen’s heiß. Es wurde zu einem geflügelten Wort in der Branche. Die Wege zum guten Drehbuch freilich sind vielfältig. Seit Neuem wird eine Abkürzung angeboten: KI. Die Künstliche Intelligenz spuckt auf Bestellung in Minuten aus, wofür der Mensch Tage, Wochen, Monate braucht: Einen Text, der wirkt wie ein gut strukturiertes Drehbuch.

„Eine KI kann noch nicht ein Drehbuch schreiben“, sagt Robert Krause, der an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF München) Kreatives Schreiben unterrichtet. „Ich habe mich ein Jahr lang mit dem KI Prompting von einem Drehbuch beschäftigt. Die KI ist noch nicht in der Lage, das zu machen. Es ist viel zu komplex.“

Krause doziert nicht nur, er schreibt auch. Mit den Co-Autor*innen Elena Hell und Andreas Gutzeit schrieb er die Drehbücher für vier Staffeln der von Story House Pictures produzierten Serie Sisi (RTL+, Regie: Sven Bohse, Miguel Alexandre, Andy Fetscher). Der ARD-Film 3 1/2 Stunden (Regie: Ed Herzog, Produktion: Real Film Berlin, Amalia Film), ausgezeichnet mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis, entstand nach einem Drehbuch von Krause und Beate Fraunholz. Und für die erste Staffel der von der Ufa produzierten ARD/Degeto-Serie Unsere wunderbaren Jahre (Regie: Elmar Fischer) verfasste Krause die Drehbücher mit Florian Puchert.

© Benedikt Schwarzer

Robert Krause

Gemeinsam mit Puchert verbreitet Krause seine Drehbuchlehre auch außerhalb der HFF München. Die Online-Kurse ihres „Club23“, angeboten von der im oberbayerischen Miesbach sitzenden Deutsche Drama GmbH, sollen dabei helfen, ein gutes Buch zu schreiben. Auch erfahrene Autor*innen nutzten das Angebot, wie Krause berichtet. Nun hat er etwas Neues entwickelt: Einen Chatbot, spezialisiert auf Drehbuch-Entwicklung. „Wir wollten einen Bot schaffen, der die Kreativität der Schreibenden unterstützt. Eine KI, die ihnen helfen soll, ihre Kreativität zu entdecken und zu entfalten. Eine KI, die arbeitet wie eine Muse oder wie ein Coach. Was wir nicht wollten, ist eine KI, die die Kreativität übernimmt.“

Den Chatbot taufte Robert Krause „Robob“, eine Wortschöpfung aus Robot und Bob (= Robert). Ab Frühjahr 2026 gehört Robob zu den Instrumenten des „Club23“. „Man ist verführt, sich Text von der KI schreiben zu lassen und promptet dann mehr herum, als dass man kreativ ist. Wir wollten nicht, dass da irgendeine weitere KI-Suppe raus spült. Wir wollten, dass Leute Lust auf den kreativen Prozess bekommen. Dass sie in einer Atmosphäre landen, in der sie merken, da kommen ganz neue, ungewohnte Sachen aus ihnen selbst heraus. Wir haben uns gefragt, wie können wir KI benutzen, dass nicht der Mensch der Maschine dient, sondern die Maschine dem Menschen? Das war der Paradigmenwechsel, den wir wollten.“

Für die Recherche des Film News Bayern-Autors schaltete Krause eine Vorab-Version von Robob frei. Die funktioniere zwar noch nicht hundertprozentig so, wie sie soll, sagt er. Sie ist aber schon recht beeindruckend. Erste Überraschung: Robob trägt nicht nur einen an Krause angelehnten Namen, Robob spricht auch mit Krauses Stimme, die er von einem KI-Programm clonen ließ. Nun die Probe aufs Exempel.

Das Programm startet im Frühjahr. Club23 hat eine Warteliste für Voranmeldungen eingerichtet

EIN BIOPIC ÜBER EINEN FILMSTAR SOLL GESCHRIEBEN WERDEN.

Hier der Dialog mit Robob, stark gekürzt.

Film News Bayern:
Wir möchten ein Biopic über den Filmstar XY schreiben, der einen Karriereknick erfährt. Kannst Du mir helfen?

Robob:
Das ist eine faszinierende Idee für ein Biopic. Was macht den Filmstar für dich als Hauptfigur so interessant? Was sind seine prägenden Eigenschaften, die ihn durch diese Geschichte tragen werden?

Film News Bayern:
Da ist der Aufstieg aus bürgerlichen Verhältnissen, seine Ausbildung zum Beamten, sein Wechsel zu Film und Fernsehen, seine großen Erfolge. Dann kommt das Alter, in dem er langsam Abschied nehmen müsste. Das ist ihm nicht so gut gelungen.

Robob:
Was ist das äußere Ziel, das er in deiner Geschichte verfolgt? Was will er unbedingt erreichen? Was stehe auf dem Spiel, wenn er es nicht schafft?“

Film News Bayern:
Sein Ziel war, von allen geliebt zu werden.

Robob:
Das ist ein starkes inneres Bedürfnis für unseren A-Plot. Ist dir der Begriff A-Plot geläufig oder soll ich ihn kurz erklären?

Film News Bayern:
Bitte erkläre ihn!

Robob:
Gerne. Das A-Plot-Ziel ist das äußere bewusste Ziel, das deine Hauptfigur in der Geschichte aktiv verfolgt Es ist wichtig, dass dieses Ziel konkret und messbar ist und dass wirklich etwas auf dem Spiel steht, wenn die Figur es nicht erreicht. Wenn wir uns die Hauptfigur ansehen, ist es wichtig, nicht nur ihre Stärken, sondern auch ihre inneren Konflikte und unbewussten Fehler zu beleuchten. Du hast angedeutet, dass er den richtigen Moment für den Ausstieg verpasst hat. Was könnte der größte unbewusste Fehler sein, den er in deiner Geschichte mit sich herumträgt und der zu diesem späteren Scheitern beiträgt.

Film News Bayern:
Vielleicht, dass er davon ausging, dass er einfach ewig weitermachen kann?

Robob:
Das ist ein sehr prägnanter und spannender größter unbewusster Fehler für ihn. Die Annahme, dass seine Karriere und Popularität ewig währen würden, bildet eine hervorragende Grundlage für dramatische Konflikte. Ist dir der Begriff größter unbewusster Fehler geläufig oder soll ich ihn kurz erklären?

Film News Bayern:
Bitte erklären!

Robob:
Das erkläre ich dir sehr gerne. Der größte unbewusste Fehler ist ein zentrales Konzept in der Dramaturgie. Es beschreibt eine tief verwurzelte Überzeugung oder ein Verhaltensmuster der Hauptfigur, das ihr selbst nicht bewusst ist, aber ihre Handlungen und Entscheidungen maßgeblich beeinflusst. Dieser Fehler führt oft zu Problemen im Leben der Figur und muss im Laufe der Geschichte erkannt und überwunden werden, damit die Figur wachsen kann. Das ist quasi das, was die Figur braucht, im Gegensatz zu dem, was sie will. Dass dein Prominenter davon ausging, dass es für ihn keinen Punkt gibt, an dem er aufhören muss, ist ein wunderbarer unbewusster Fehler. Er glaubt, er kann ewig weitermachen, aber die Realität wird ihn eines Besseren belehren. Verständlich soweit? Dann können wir uns jetzt dem äußeren Ziel widmen, das dein Protagonist im Hauptteil deiner Geschichte verfolgt.

Nachdem wir die Hauptfigur und ihr äußeres Ziel haben, ist es Zeit, über den Antagonismus nachzudenken. Wer oder was ist die größte antagonistische Kraft in deiner Geschichte, die deinen Filmstar daran hindert, dieses Ziel zu erreichen?

Film News Bayern:
Wir würden sagen, die unentrinnbare biologische Entwicklung des Alterns.

Robob:
Ein abstrakter Antagonismus wie das Altern muss sich natürlich in der Geschichte konkret zeigen, damit er dramatisch wirksam wird. Lass uns mal gemeinsam brainstormen, wie sich dieses Altern in Leben und Karriere deines Protagonisten manifestieren könnte. Jede Idee ist willkommen. Könnte es sein, dass er nicht mehr die Energie für lange Dreharbeiten hat? Dass jüngere Talente aufkommen, die ihm Rollen wegschnappen? Er selbst mit den physischen Zeichen des Alterns kämpft und versucht sie zu verbergen, was zu peinlichen Situationen führt?

Und so weiter.

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Der Chatbot weiß Dinge über unseren Filmstar XY, die wir ihm in unserem Dialog nicht verraten haben. Er weiß sie, weil er nicht nur auf das Lehrprogramm des „Club23“ zugreift, sondern auch auf das Large Language Model (LLM) Gemini (von der Google-Mutterfirma Alphabet), das das Wissen der Welt aufgesaugt hat, genau wie andere LLMs wie etwa ChatGPT. Zweitens: Robob weiß viel, hat gute Ratschläge, schreibt aber nicht.

Robert Krause: „Wenn du Robob sagst, schreib mir einen Roman wie Sebastian Fitzek, dann sagt er, das mache ich nicht. Ich helfe Dir aber, den Roman zu schreiben. Robob hilft dir herauszufinden, welches die richtige Hauptfigur ist, die richtige Perspektive. Eben wie ein Dramaturgie-Coach.“

Krause sieht den KI-Coach als zeitgemäße Verlängerung seiner Tätigkeit als Dozent. In seinen drei Feldern – HFF München, Club23, Robob – verfolgt er eine Philosophie, der vermutlich nicht alle in der Branche zustimmen. „Wir sollten diesen in Deutschland vorherrschenden Genie-Kult überwinden. Die Maxime, man kann es oder man kann es nicht, Talent entscheidet alles. Das sehe ich sehr kritisch, weil ich ich glaube, es geht nicht darum, dass alle ein Meisterwerk schaffen. Wir maßen uns nicht an zu entscheiden, wer Talent hat. Schreiben ist zu 80 Prozent Handwerk, als Prozess ist es erlernbar und kann auch etwas unheimlich Bereicherndes sein.“

Wenn es stimmt, dass das Schreiben eines Drehbuchs erlernbar ist, dann kann das vermutlich auch die KI lernen. Nach der Lehre von Robert Krause genügt das erlernte Schreib-Handwerk für 80 Prozent der Arbeit. Für die fehlenden 20 Prozent braucht es immer noch einen klugen Kopf. Wenn es gut läuft, hilft ein Chatbot wie Robob den Erzählern von heute und morgen dabei, ihr kreatives Chaos aufzuräumen und in sinnvolle Bahnen zu lenken.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Georg Seitz
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Film Commission Bayern News

Deutsche
Kinofilme
2026

An der Spitze: Das Kanu des Manitu

Top 15


1

Das Kanu des Manitu*

Verleih: Constantin
Start: 14.08.2025
Besucher*innen seit Start: 5.066.273


2

Die Schule der magischen Tiere 4*

Verleih: Leonine
Start: 25.09.2025
Besucher*innen seit Start: 2.944.435


3

Pumuckl und das große Missverständnis*

Verleih: Constantin
Start: 30.10.2025
Besucher*innen seit Start:1.063.194


4

Amrum

Verleih: Warner Bros.
Start: 09.10.2025
Besucher*innen seit Start:826.658


5

Extrawurst*

Verleih: Studio Canal
Start: 15.01.2026
Besucher*innen seit Start: 797.824


6

Stromberg – Wieder alles wie immer

Verleih: Filmwelt
Start: 04.12.2025
Besucher*innen seit Start: 794.461


7

22 Bahnen*

Verleih: Constantin
Start: 04.09.2025
Besucher*innen seit Start: 702.529


8

Checker Tobi 3 – Die heimliche Herrscherin der Erde*

Verleih: MFA Film
Start: 08.01.2026
Besucher*innen seit Start: 607.901


9

Momo*

Verleih: Constantin
Start: 02.10.2025
Besucher*innen seit Start: 476.524


10

In die Sonne schauen

Verleih: Neue Visionen
Start: 28.08.2025
Besucher*innen seit Start: 349.470


11

Die Drei ??? – Toteninsel*

Verleih: Sony Pictures
Start: 22.01.2026
Besucher*innen seit Start: 333.572


12

Der Medicus II

Verleih: Constantin Film
Start: 25.12.2025
Besucher*innen seit Start: 333.094


13

No Hit Wonder*

Verleih: Constantin
Start: 30.10.2025
Besucher*innen seit Start: 328.048


14

Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen*

Verleih: Leonine
Start: 25.12.2025
Besucher*innen seit Start: 325.385


15

Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße 

Verleih: X-Verleih/Warner Bros.
Start: 11.12.2025
Besucher*innen seit Start: 282.871


Filme ab Start 14.8.2025. Quelle: AllScreens e.V., Stand: 27.01.2026

* wurden vom FFF Bayern gefördert

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dunja Bialas
Redaktion: Olga Havenetidis
Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Aktuelle
Starts

„Er hat Talent im Über­maß“

Der Münchner Produzent und Hochschulprofessor Ingo Fliess hat İlker Çatak als Student in seinem Seminar kennengelernt. Ihr zweiter gemeinsamer Film Das Lehrerzimmer wurde für den Oscar nominiert. Jetzt läuft Gelbe Briefe im Wettbewerb der Berlinale, am 5. März kommt der Film ins Kino. Ein Gespräch mit Ingo Fliess über die Zusammenarbeit und den neuen Film
Interview von Dominik Petzold
9 Minuten Lesezeit
© EllaKnorz / if... Productions / Alamode-Film

Herr Fliess, in Gelbe Briefe gerät ein türkisches Künstlerpaar in einem autokratischen System unter Druck und verliert seine Lebensgrundlage. İlker Çatak hat 2019 mit der Arbeit an dem Film begonnen, seither ist das Thema jenseits der Türkei ungleich relevanter geworden. Ist das Pech für die Welt und Glück für die Filmemacher?

Ingo Fliess: Wenn man das so zynisch sagen will: Ja. Wir haben uns zum Beispiel nicht vorstellen können, wie innerhalb eines Jahres eine der ältesten Demokratien der Welt, die USA, sich in eine Postdemokratie, eine Autokratie verwandelt. Wir hatten immer gedacht, der Film könnte obsolet sein, wenn er fertig ist. Dass das Gegenteil passiert ist, kann einen nicht freuen. Aber umso wichtiger ist, dass es den Film jetzt gibt.

 

Das Künstlerpaar muss sich zwischen Anpassung und moralischem Anspruch entscheiden. Beide gehen einen eigenen Weg – aber welcher der richtige ist, beantwortet der Film nicht eindeutig.

Komplexität ist ein hoher Wert, den wir in unserer Arbeit immer anstreben. Wir versuchen immer, dass man in unseren Filmen die Dilemmata, in die Menschen geraten, miterleben kann. Ich glaube aber, dass der Film viel mehr Antworten gibt als Das Lehrerzimmer. Gelbe Briefe geht viel weiter und hat einen dritten Akt, der eine Lösung für beide Figuren bedeutet – die ist allerdings zweischneidig und ambivalent.

© 2023 HFF München

Produzent Ingo Fliess, der mit İlker Çatak nach den preisgekrönten Kinofilmen Es gilt das gesprochene Wort und Das Lehrerzimmer nun Gelbe Briefe realisiert hat

Die Ambivalenz entsteht auch dadurch, dass die Künstler nicht nur für sich selbst eintreten können: Sie müssen auch eine Tochter großziehen.

Es ist sogar noch etwas komplexer: Auch wenn es das Kind nicht gäbe, würde die Figur Derya alles tun, um wieder zu spielen, weil sie eine Schauspielerin ist und davon lebt, im Rampenlicht zu stehen. Das ist auch ein untergründiges Thema des ganzen Films: unsere performativen Akte im Leben. Wen spielen wir die ganze Zeit? Den strengen Vater, den braven Muslim, der in die Moschee geht, den aufrichtigen Bürger, der sein Land liebt. Diese Rollen werden uns von der Gesellschaft zunehmend aufgezwungen, und nur indem wir sie spielen, kommen wir weiter im Leben.

 

Aber der Drang, gesehen zu werden, rechtfertigt nichts. Sonst könnten wir ja auch das Verhalten von Heinz Rühmann im Dritten Reich einfach akzeptieren.

Aus der sicheren historischen Distanz ist das leicht zu verurteilen. Wir glauben alle, dass wir im Dritten Reich Widerstandskämpfer gewesen wären … Und andersrum gedacht: Würden wir in einer AfD-Diktatur wirklich alle auswandern?

Im Film stellen Berlin und Hamburg Istanbul und Ankara dar: Wie sind Sie auf die Idee dieses Verfremdungseffekts gekommen?

Wir haben das nicht gemacht, weil man den Film in Istanbul und Ankara nicht drehen könnte. Unser türkischer Co-Produzent hat gefragt: Wie wäre es, wenn wir die Orte einfach verlegen? Wir hatten schon nach den Gesprächen mit den möglichen Co-Produzenten auf der Berlinale 2022 das Gefühl, dass der Film in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern verstanden wird. Das ist kein Film gegen oder ausschließlich über die Türkei. Dass er dort spielt, liegt an der Biografie des Regisseurs und Autors, der in Deutschland und der Türkei zu Hause ist. Es erschien uns reizvoll, dass wir vom Regionalen und Zeitpolitischen wegkommen und etwas Universelles erschaffen.

 

Sie zeigen aber nicht einfach Hamburg und Berlin, sondern haben dort nach visuellen Ähnlichkeiten zur Türkei gesucht.

Über weite Strecken des Films denkt man deshalb wahrscheinlich gar nicht darüber nach, dass wir nicht in der Türkei sind. Die Fähre im Hamburger Hafen sieht einer Bosporus-Fähre in Istanbul ziemlich ähnlich. Aber wir haben auch gezielt Brüche gesucht. Wir hatten Spaß daran, mit dem Verfremdungseffekt zu spielen.

© if… Productions Film GmbH / Ella Knorz

Am Set von Gelbe Briefe (v.l.): İpek Bilgin (Darstellerin), Enis Köstepen (Co-Autor und Co-Produzent), Leyla Cabas (Darstellerin), İlker Çatak (Drehbuch & Regie), Özgü Namal (Hauptdarstellerin), Judith Kaufmann (Bildgestaltung), Tansu Biçer (Hauptdarsteller) und Ingo Fliess

Der Film ist auf Türkisch. Wie war es für Sie, einen fremdsprachigen Film zu produzieren?

Sehr herausfordernd und schwierig. Das geht nur mit unbedingtem Vertrauen zu dem Regisseur, der beide Sprachen perfekt spricht. Aber ich konnte ihm am Set nicht zur Seite stehen wie sonst. Und es war ein anspruchsvoller Prozess, das Team hinter den Film zu kriegen. Nur zehn Prozent des Teams kamen aus der Türkei. Für die Editorin Gesa Jäger und die Kamerafrau Judith Kaufmann war es eine besondere Herausforderung, auch wenn sie natürlich Übersetzer hatten. Und für İlker war es doppelte und dreifache Arbeit, weil er in mehrere Richtungen kommunizieren musste. Das war schon eine sehr abenteuerliche Art zu arbeiten.

 

Wieso haben Sie überhaupt auf Türkisch gedreht, wenn der Film einen universellen Anspruch hat?

Ein Film braucht eine Identität, einen eigenständigen Charakter, eine Herkunft. Wenn wir auf Deutsch gedreht hätten, wäre der Film eine Science Fiction geworden. Dann hätten wir uns den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass wir in Alarmismus verfallen. Die Herkunft der Geschichte aus der Türkei – inspiriert durch die wahren Ereignisse und die Säuberungen, die dort bis heute stattfinden – gibt dem Film eine Kraft, die eine Science Fiction nie hätte.

 

Gelbe Briefe ist Ihr dritter Spielfilm mit İlker Çatak. Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung?

Das war 2014 im Seminarraum der Hamburg Media School, wo ich ein Seminar gegeben habe. İlker ist mir positiv aufgefallen in seiner Mischung aus Neugier, großem, freundlichem Interesse und einer großen Portion Demut. Ich dachte: Der will es wissen – und gleichzeitig weiß er genau, wo er steht. Die Mischung fand ich faszinierend. Dann sind wir ins Gespräch gekommen und waren uns einfach auch sympathisch.

© if…-Productions Film GmbH, Ella-Knorz

İlker Çatak am Set mit Judith Kaufmann

Wie ging es weiter?

Er hatte mir ein paar Wochen später einen Entwurf geschickt, den ich nicht sehr überzeugend fand, und das habe ich ihm auch ehrlich gesagt. Aber ich sagte, vielleicht finden wir etwas anderes. Bei der Berlinale 2016 hat er mich zum Abendessen zu sich nach Hause eingeladen und mir von der Idee zu Es gilt das gesprochene Wort erzählt. Er musste nur erzählen, was er in seinen vielen Sommerurlauben bei seiner Großmutter in Marmaris gesehen hat: Wie sich Gigolos an Frauen ranmachen, um nach Deutschland oder nach Europa zu kommen. Ich habe gesagt: Du musst mir gar nicht mehr erzählen. Das sollten wir entwickeln. Und die Arbeit an diesem Film hat uns gezeigt, wie gut wir zusammen funktionieren. Ab da waren wir im permanenten Austausch, bis heute telefonieren wir fast täglich.

 

Was zeichnet İlker Çatak aus?

Er ist neugierig geblieben und will sich immer weiter nach der Decke strecken. Er hat einen gesunden Ehrgeiz, gepaart mit einer großen Menschlichkeit. Ich schätze auch sehr, dass er Unsicherheit zulässt und immer eher mehr Fragen als Antworten hat. Und er steckt Rückschläge schnell weg, hält sich nicht lange auf, wenn irgendwas mal nicht gelungen ist. Er ist ein totaler Profi und hat Talent im Übermaß. Und wir sind Freunde, wissen viel voneinander und vertrauen uns.

© Florian Mag

Mit seinem Abschlussfilm Sadakat gewann İlker Çatak 2015 den Student Academy Award in Gold. 2024 war sein Film Das Lehrerzimmer als Best International Feature Film für den Oscar nominiert

Die intensivste gemeinsame Zeit hatten Sie vermutlich in den Monaten vor der Verleihung der Oscars, für die Sie mit Das Lehrerzimmer nominiert waren.

Die Zeit war sehr intensiv, vor allem, weil parallel die Vorbereitung zu Gelbe Briefe lief. Wir hatten ursprünglich vor, im Oktober und November 2023 zu drehen, aber dann wurde Das Lehrerzimmer der deutsche Oscar-Kandidat, und wir wussten, dass wir nicht parallel drehen können. Wir haben den Dreh auf den Mai verschoben. Das heißt: Wir kamen am 11. März 2024 aus Los Angeles zurück und am 12. März begannen die heißen Vorbereitungen für Gelbe Briefe. Da gab es schon mal eine Gereiztheit, aber das lag einfach an der Erschöpfung. Wir haben das gut überstanden und auch hinterher noch sehr ausführlich besprochen.

 

 

Wie hat sich Ihr Produzentenleben seit der Oscar-Nominierung verändert?

Ich habe jetzt eine neue Art von innerer Ruhe, weil ich denke: Es hat ja funktioniert, wie wir es bisher gemacht haben. Ich rede und urteile ja über die Filmbranche und das deutsche Kino auch mal scharf, und dann sollten irgendwann auch Taten folgen. Und mit Das Lehrerzimmer war der Beweis erbracht, dass unsere Arbeit mit Autoren, wie wir sie hier bei if… Productions machen, zum Erfolg führen kann. Es war auch eine große Genugtuung, da Das Lehrerzimmer lange übersehen wurde. Viele Weltvertriebe hatten abgesagt, viele Festivals hatten uns nicht eingeladen. Und es freut mich sehr, dass der Erfolg ein paar Filmemacher angelockt hat, die jetzt denken, sie könnten auch mal mit if… Productions einen Film machen, zumal sich rumgesprochen hat, dass wir in dem Umgang mit Filmautor*innen offen und fair sind und vielleicht auch helfen können, Filme noch besser zu machen.

Ist es nicht auch leichter geworden, Geld einzusammeln?
Nein. Ich kriege vielleicht schneller einen Termin bei den Entscheidern. Aber uns werden nicht Koproduktionsbeträge nachgeworfen und mit der Förderung klappt es auch nicht automatisch. Das bleibt projektabhängig. Im kommerziellen Arthouse-Bereich ist es ganz schwer geworden, einen Film zwischen drei und sechs Millionen Euro zu finanzieren, der nicht auf einer Marke basiert. Und ein solches Budget braucht man für einen anspruchsvollen Filmemacher. Aber wir strengen uns weiterhin sehr an, Sachen zu machen, die die Welt braucht – und möglichst wenig von dem, was die Welt nicht braucht. Wir werden künftig mehr europäische Koproduktionen machen müssen.

 

Wie viel stressiger ist das für einen Produzenten?
Viel stressiger, aufwendiger, anspruchsvoller und komplizierter. Natürlich ist es jetzt nicht mehr so schwer, Filme mit İlker Çatak zu machen, aber unsere Arbeit besteht ja auch darin, andere Leute durchzusetzen. Zum Beispiel drehen wir demnächst den neuen Film von Berthold Wahjudi, einem fantastischen Talent, das gerade beim Torino Comedy Lab den Pitch Award gewonnen hat.

 

Mit İlker Çatak machen Sie auch weiter, oder?
Es ist keine Frage, dass wir weiter als Team arbeiten. İlker ist auch Gesellschafter der if… Productions, und solange wir uns gegenseitig stärker machen werden wir zusammenarbeiten. Auch unsere Partner im Ausland profitieren davon. İlkers Karriere wird sicherlich noch ganz woanders hingehen als meine, er ist 20 Jahre jünger. Aber ich werde nicht aufhören nützlich zu sein, um diese Karriere weiter zu befördern.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Dominik Petzold
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Das Böse lauert in den Träumen

Das Böse
lauert
in den
Träumen

Wie politische Unterdrückung die menschliche Psyche infiltriert, das macht die FFF-geförderte XR-Experience „Library of Dreams“ erfahrbar.
Text von Jürgen Moises
6 Minuten Lesezeit
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Wer in einer Diktatur lebt, der ist Terror und Propaganda ausgesetzt. Und nicht wenige reagieren darauf mit einem Rückzug ins Private. So hört man es zumindest immer wieder. Aber was ist, wenn das nichts hilft? Weil einen der offene oder schleichende Terror sogar in den privatesten Träumen verfolgt? Dass genau das während der NS-Diktatur geschehen ist, dafür gibt es Belege. Die Journalistin Charlotte Beradt hat sie in ihrem 1966  erschienenen Buch Das Dritte Reich des Traums gesammelt. Das heißt: 50 Träume, die von unterschiedlichsten Menschen, von der Putzfrau bis zum Fabrikbesitzer stammen. Diese zeigen: In einer Diktatur werden selbst die Träume zu einem Element des Terrors. Und das ist nicht nur in Nazi-Deutschland, sondern auch in UdSSR und im modernen Russland passiert. 

© Less Media Group

Letzteres wird in dem Fall nicht in dem 2016 noch einmal neu erschienenen, erschütternden Buch von Charlotte Beradt dokumentiert. Sondern in der FFF-geförderten Virtual-Reality-Experience Library of Dreams, die in Teilen auf Beradts Traumaufzeichnungen basiert. „Ich träumte, dass es verboten war zu träumen, aber ich tat es trotzdem.“ Dieser Satz wird auf der Webseite des Projekts zitiert, in dem wir in die Träume eines Kindes, eines sibirischen Bauers, einer Hausfrau und sechs weiteren Personen eintauchen können. Das heißt dann, wenn die VR-Experience fertig ist. Die Premiere soll im nächsten Sommer sein, beim Venice Immersive-Festival in Venedig, das parallel zu den Filmfestspielen stattfindet. 

So erzählt es Davide Cocchiara vom Nürnberger Studio Abduct Media, das auf die Entwicklung von Extended-, Virtual- und Augmented-Reality-Projekten spezialisiert ist und an der Produktion von Library of Dreams beteiligt ist. Weil das von Davide zusammen mit seinem Bruder Giovanni Cocchiara geleitete Studio damit in Bayern sitzt, war eine Förderung durch den FFF Bayern möglich. Und im vergangenen Juni hat Abduct Media auch einen Produktions-Zuschuss in Höhe von 60.000 Euro bekommen. Diese gehen nun in die technische Umsetzung, an der neben den Cocchiara-Brüdern und mehreren Freelancern das ebenfalls auf XR spezialisierte Yaga Studio aus Leipzig und noch ein weiteres Studio aus Israel beteiligt sind. 

© Davide Cocchiara, Giovanni Cocchiara

Davide Maria Emanuel Cocchiara und Giovanni Cocchiara vom Nürnberger Studio Abduct Media

Zentraler Kopf und die Ideengeberin hinter Library of Dreams ist aber die aus Moskau stammende, aktuell in Deutschland lebende, multidisziplinäre Künstlerin Jane Rzheznikova. Sie ist die Autorin und Direktorin des Projekts, das in einer ersten Fassung 2022 für das gemeinsame „Digital Autumn Educational Program“ der Less Media Group und des French Institutes entwickelt wurde. Hinter der Less Media Group steckt Alina Savelyeva, die ebenfalls russische, aber auch ukrainische Wurzeln hat. Und sie war es, mit der Abduct Media auf der „ArtTech Prize and Conference“ im Oktober 2024 in München in Kontakt kamen, wie Cocchiara erzählt. „Sie stand auf einer Bühne und stellte dem Publikum ihre XR-Designprinzipien und Vertriebsstrategien vor. Und wir fanden, dass sie perfekt zu unseren Überzeugungen in Bezug auf dieses Medium passte.“ 

Schon kurz darauf tauchten sie in die Details ihres inzwischen gemeinsamen Projekts ein. Bei dem sich, wie der 27-Jährige beim Video-Chat verrät, aber noch so einiges ändern wird. Und das betrifft unter anderem einen formalen Aspekt, der eigentlich sehr spannend klingt. Gemeint ist Rzheznikovas Idee, für die Produktion analoge Foto- und Filmkameras sowie echte Tonfiguren zu benutzen. Um das Ganze „authentischer“ und realistischer wirken zu lassen. Nur mussten Davide und Giovanni Cocchiara ihr klar machen: Das wird zu kompliziert. Trotzdem wollen sie einen Teil dieser Ideen beibehalten und am Ende eine digitale Lösung finden, die „den gleichen Effekt“ hat. 

© Nadia Chernysheva Permm museum

Künstlerin Jane Rzheznikova

Genau das sehen Davide und sein fünf Jahre älterer Bruder als Produzenten auch als ihre Aufgabe, wie er verrät. Dass sie die Visionen der Künstler soweit möglich technisch übersetzen. Aber ihnen auch klarmachen, was wirklich geht und was leider nicht. Um dann gemeinsam die beste Lösung zu finden. Das soll im Falle von Library of Dreams eine etwa 20-minütige Experience sein, die man sich im Sitzen mithilfe einer VR-Brille ansieht. Auch das dachte sich Jane Rzheznikova am Anfang etwas anders. Aber, so Cocchiara: „Wir haben uns entschieden, es so zu machen, dass es wirklich für alle zugängig ist.“ 

Das betrifft auch das Thema Interaktion. Und da stammt ihre Expertise bei Abduct Media daher, sagt er, dass sie von der Computerspiel-Entwicklung kommen. Ihr erstes Projekt war Interdimensional Mailmen, ein lustiges Spiel „zur Unterhaltung“. Also etwas ganz anderes. Aber er meint, dass man für die „Balance“ als Entwickler beides brauche, spaßige und ernste Themen. Ihr zweites Projekt, die investigative XR-Experience The Demise of the ISS Leonardo hatte dann schon politische und gesellschaftskritische Untertöne. Und das gehöre eben auch zu ihrer „Seele“: Komplexes Storytelling „mit politischen Themen“ zu kreieren. Was bei Library of Dreams neu ist: Das Ganze soll am Ende auch den Charakter einer Ausstellung haben, mit ergänzenden Objekten und Dokumentationsmaterial. Aber darum werden sich dann, so Cocchiara, Rzheznikova und Savelyeva kümmern.

© Less Media Group

Ihr Part bei Abduct Media ist dagegen wie gesagt die technische Entwicklung. Und da ist vorgesehen, dass die Experience am Ende aus fünf Teilen besteht. Einer „Eröffnung“, in der die Zuschauer die Protagonisten kennenlernen. In Teil 1, „Room“, wird ein „sicheres Zuhause“ simuliert, in dem man als Betrachter aber bereits das Gefühl bekommen soll, dass man beobachtet wird. In Teil 2, „Journey“, ist man unterwegs durch Traumlandschaften. In Teil 3, „Mirror“, geht es dann um den „introspektiven“ Blick in einen Spiegel und Fragen wie: Bin ich ein Teil des Bösen? Und in Teil 4, „Lake“, wird der See zum Symbol für das kollektive Unbewusste und das „tiefe Trauma“, das darin verborgen ist. 

© Less Media Group

Das klingt nach einer aufregenden, aber auch herausfordernden Erfahrung. Und da Library of Dreams auch auf anderen Festivals, in Museen oder Schulen gezeigt werden soll, gibt es ja vielleicht die Chance, es auch in München zu erleben. Oder in Nürnberg, wo die Cocchiara-Brüder gelandet sind, weil es im Italien zwar „eine große Filmkultur“ gäbe. Für „innovative Technologien“ wie XR sei es aber leider „nicht der richtige Ort“. Deshalb hätten sie sich in Europa umgeschaut. Und Deutschland hätte sich als „guter Kompromiss zwischen kultureller und physischer Distanz“ erwiesen. Auf der Münchner Games-Messe „GG Bavaria“ hätten sie dann den Gründer des Nürnberger Game Studios Pixel Maniacs kennengelernt. Und der bot ihnen sofort einen Platz in ihrem Co-Working-Büro an. Ein Glück für die Brüder, aber auch für uns. Weil sie mit Projekten wie „Library of Dreams” die bayerische XR-Landschaft sehr bereichern.    

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Jürgen Moises
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Reit Here,
Reit Now

Ein Fest für
das Kino

Das herausragende Jahresfilmprogramm von 77 Kinos im ganzen Freistaat würdigte der FFF Bayern im Jahr 2025 mit Prämien in einer Gesamthöhe von 800.000 Euro. Sie wurden im November in Kempten im Allgäu verliehen. Die Spitzenprämie in Höhe von 20.000 Euro ging an das Park-Kino in Bad Reichenhall. Zudem unterstützte der FFF Bayern 2025 die Modernisierungen und Investitionen von 24 Kinos mit 576.695 Euro. Insgesamt gingen somit 1,4 Mio. Euro an Bayerns Kinos.
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„Das Park-Kino in Bad Reichenhall ist mehr noch als ein Kulturhaus – es ist sozialer Treffpunkt, tief verwurzelt in der Gemeinschaft von Bad Reichenhall“, würdigte FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein in der Laudatio das Gewinnerkino der Spitzenprämie. Staatsminister Dr. Florian Herrmann überreichte im Kornhaus in Kempten den Betreibern Josef Loibl und Max Berger die Urkunde. Unter den Gästen waren auch Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino.

91 gewerbliche Kinos aus Bayern hatten einen Antrag auf Gewährung einer Kinoprogrammprämie für den Berichtszeitraum 1. Januar – 31. Dezember 2024 gestellt. Der FFF Vergabeausschuss hat für 77 bayerische Kinos Programmprämien in Höhe von insgesamt 800.000 Euro empfohlen. Die Mittel für die Kinoprogrammprämien stammen aus Mitteln aller FFF Gesellschafter (450.000 Euro) sowie zusätzlichen Mitteln des Freistaats Bayern (350.000 Euro). Die Prämien werden in Kategorien von 28 × 7.500.- Euro, 30 × 10.000.- Euro, 18 × 15.000 Euro und 1 × 20.000 Euro vergeben.

In ihrer Rede nannte FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein die aktuellen Erfolge FFF-geförderter Kinofilme. Seit August landet kontinuierlich Woche für Woche ein FFF-geförderter Kinofilm auf Platz 1: Das Kanu des Manitu, Die Schule der magischen Tiere 4 und zuletzt Pumuckl und das große Missverständnis. Das Drama Dann passiert das Leben steht momentan auf Platz 1 der Arthouse-Charts. Bei all diesen Filmen ist der FFF Bayern Hauptförderer.

„Kinos ermöglichen einen einfachen und unmittelbaren Zugang zu kultureller Teilhabe“, betonte Bayerns Medienminister Dr. Florian Herrmann in seiner Rede. „Gerade im ländlichen Raum sind sie ein wichtiger Ort für gemeinschaftliches Kulturerleben. Die vielen Kinos in der Fläche leisten hier einen wertvollen Beitrag. Der Freistaat hält die Fördermittel trotz angespannter Lage stabil und prüft, wie die Branche 2026 weiter unterstützt werden kann. Eine verlässliche Investitionsförderung mit Planungssicherheit bleibt dafür entscheidend. Auch eine Stärkung der Investitionsförderung für die Kinos durch die FFA wird angeregt. Kinobetreiberinnen und Kinobetreiber sichern kulturelle Vielfalt und behaupten sich zugleich gegenüber der starken Konkurrenz durch Streaminganbieter.“

© FFF Bayern/ Patrick Vöhringer

FFF Kinoreferentin Birgit Bähr

© FFF Bayern/ Patrick Vöhringer

Staatsminister Dr. Florian Herrmann und FFF Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein beglückwünschen die Betreiber des Park Kino Bad Reichenhall Josef Loibl und Maximilian Berger zur Spitzenprämie

© FFF Bayern/ Patrick Vöhringer

Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender AG Kino-Gilde

© FFF Bayern/ Patrick Vöhringer

Die Betreiber*innen der prämierten Kinos aus dem Allgäu

Der FFF Bayern hat 2025 für Kinoinvestitionen mit Mitteln des Freistaats erneut die maximale Förderquote von 30 Prozent empfohlen und insgesamt 576.695 Euro freigegeben. Zuschüsse für Investitionen erhalten haben Kinos in Aschaffenburg, Gilching, Gräfelfing, Gröbenzell, Ingolstadt, Miltenberg, München, Neuburg, Nürnberg, Offingen, Passau, Pegnitz, Plattling, Regensburg, Türkheim, Viechtach und Weiden.

Dr. Christian Bräuer, Vorstandsvorsitzender der AG Kino, ging in seiner Ansprache unter anderem auf die vielfältige Kinolandschaft in Bayerns Städten und im ländlichen Raum ein. Diese trage maßgeblich dazu bei, dass Bayern zu den führenden Medienstandorten in Europa zählt. Möglich sei dies nur durch umsichtiges politisches Management und eine weitsichtige Förderpolitik. Das Engagement der Kinobetreiber*innen sei mit dem gleichzusetzen, was der Papst am vergangenen Wochenende vor hundert Filmschaffenden als einen „Akt der Liebe“ bezeichnet hat.

Der Verleihung vorangegangen war das traditionelle Warm-Up am Vorabend. Dieses fand in diesem Jahr im Kino Colosseum Center Kempten statt. Als Überraschungsfilm präsentierte der FFF Bayern die FFF-geförderte Theaterverfilmung Extrawurst (Drehbuch: Dietmar Jacobs, Moritz Netenjakob, Regie: Marcus H. Rosenmüller). Vertreter*innen der Produktionsfirma Lieblingsfilm und des Verleihs Studiocanal stellten dem Publikum den Film persönlich vor und gaben im Q&A Einblicke in die Entstehung, Herstellung und Vermarktung des Films.

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Text: Olga Havenetidis
Redaktion: Olga Havenetidis

Gestaltung und digitales Storytelling: Schmid/Widmaier

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Eine Bühne mit mutigen Filmideen

FÖRDER-
MELDUNG

Lesen Sie hier, welche Projekte der FFF Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung am 29. Januar 2026 empfohlen hat.

Liebe Leser*innen,

München im Januar: Hier beginnt traditionell das Filmjahr, mit der Münchner Filmwoche, dem Bayerischen Filmpreis, dem BR Filmbrunch und dem Deutschen Filmball. Dieses Jahr begann auch mit großen Premieren in der bayerischen Landeshauptstadt, etwa Extrawurst, Woodwalkers 2, Die drei ??? – Toteninsel und Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke.

Für die weitere Zukunft hat der FFF Vergabeausschuss für die Film- und Fernsehförderung gestern 41 neue Projekte mit einer Gesamtsumme von 8,8 Mio. Euro empfohlen.

EINIGE DER GESTERN EMPFOHLENEN PROJEKTE SIND:

 

Pumuckl und das große Fest

Gerade noch treibt er seinen Schabernack im Kino und auf RTL+ und schon produziert das Münchner Unternehmen Neuesuper Nachschub: Pumuckl und das große Fest kommt als zweiter großer Kinofilm nach Pumuckl und das große Missverständnis ins Kino. Es geht ums Feiern, um Schmetterlinge im Bauch und um Dreimaster. Regie führt Alain Gsponer nach einem Drehbuch von Matthias Pacht und Korbinian Dufter. Gedreht wird wieder komplett in Bayern.

 

Das verrückte Labyrinth

SamFilm produziert eine neue Abenteuerkomödie: Die 17-jährige Lou kann Twitch-Streamer Nico, den neuen Freund ihrer Mutter Silvia, nicht ausstehen. Als bei einem Spieleabend unwissentlich der freche Kobold Zephyr aus einer antiken Version des Brettspiels „Das verrückte Labyrinth“ befreit wird, startet für das zerstrittene Duo eine waghalsige Schatzsuche, wobei die beiden sich mit Drachen, einem charmanten Ritter und einem undurchdringlichen Labyrinth auseinandersetzen müssen. Regie führt Peter Thorwarth nach einem Drehbuch von Jakob Grahl, Fabian Carl und David Benke. Gut die Hälfte der Dreharbeiten findet in Bayern statt.

 

The Inverted Well

Der Spielfilm erzählt die Geschichte von zwei schlaflosen Frauen Mitte Fünfzig, die in völlig gegensätzlichen Welten leben. Die eine feilt Nägel in einem autoritären Staat, während die andere in ihrem Eigenheim im Stillstand steckt. Geeint durch ihre Schlaflosigkeit und den Frust über die Welt tut sich eines Abends ein Loch im Erdboden auf, welches die Frauen mitsamt ihrem Bett verschluckt und kopfüber auf der anderen Seite der Welt wieder herauskatapultiert. Narges Kalhor schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Aydin Alinejad und wird auch Regie führen, realisieren wird das Projekt die Firma Michael Kalb Filmproduktion mit Sitz in Dinkelscherben. Fast alle Dreharbeiten finden in Bayern statt.

 

Das Kind in dir muss Heimat finden

Die fiktionale Adaption des Sachbuch-Bestsellers handelt von drei Frauen einer Familie, die lernen müssen, ihre alten Muster zu durchbrechen, um zu sich selbst zu finden. Tobis Filmproduktion München adaptiert und fiktionalisiert den gleichnamigen Bestseller von Stefanie Stahl für die große Leinwand. Regie führen wird Julia von Heinz, das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit John Quester. Ein Teil des Films wird in Bayern gedreht.

 

Adam

Der Animationsfilm wird produziert von Fish Blowing Bubbles und erzählt von Adam Schumacher, einem israelischen Autor und Holocaust-Überlebenden, der im hohen Alter gegen seine beginnende Demenz ankämpft, um in einem letzten Buch die Erinnerung an seine Vergangenheit und an seine geliebte Frau Bella festzuhalten, bevor diese für immer verloren geht. Regie führen David Nasser und Ron Segal, der auch das Drehbuch schrieb.

 

Die lieben Eltern

Als Monika und Alfred ihre drei Kinder zu einer dringenden Familienbesprechung rufen, reist prompt die besorgte Geschwisterschar an. Aber dann die Überraschung: Ihre Eltern haben im Lotto gewonnen! Das Problem? Sie haben nicht vor, auch nur einen Cent davon mit ihnen zu teilen. Das Drehbuch schrieben Gernot Gricksch und Regisseur Sönke Wortmann nach dem Theaterstück Chers Parents von Emmanuel und Armelle Patron. Bayern gehört zu den Drehorten der Constantin Filmproduktion.

 

Fidschi 

In einer ostdeutschen Kleinstadt der Neunzigerjahre versuchen zwei jugendliche Freundinnen mit vietnamesischen und mongolischen Wurzeln, ihren Platz in einer von Vorurteilen geprägten Umgebung zu finden. Doch als eine sich in einen jungen Neonazi verliebt, gerät ihre Freundschaft in Gefahr. Das neue Kinodrama von Autorin und Regisseurin Uisenma Borchu, realisiert die Firma if… Productions.

 

Der Regenbogenfisch

Der auf sein glitzerndes Schuppenkleid fixierte Außenseiter Regenbogen lernt auf einer abenteuerlichen Meeresreise mit dem Kleinen Blauen die Kraft der Freundschaft kennen. Er findet seinen Platz in einer bunten Fischgemeinschaft – und erkennt, dass Teilen verbindet. Die Münchner Produktionsfirma Claussen + Putz bringt mit Autor, Regisseur und Puppenspieler Florian Moch das beliebte gleichnamige Bilderbuch von Marcus Pfister als Marionettenfilm ins Kino.  Als Partnerin beteiligt, ist auch die Augsburger Puppenkiste. Alle Dreharbeiten finden in Bayern statt.

 

Mabuse

Eine Serie von tödlichen Anschlägen und Amokläufen erschüttert ganz Deutschland. Die Opfer scheinen willkürlich gewählt. Ein Muster ist nicht zu erkennen. Die Täter handeln wie fremdgesteuert und stellen die Ermittler vor ein Rätsel. Als sich ein schauriger Avatar namens Dr. Mabuse zu den Taten bekennt, beginnt die Jagd nach einem Verbrecher, der mit digitalen Waffen die analoge Welt ins Wanken bringt. Darum geht es in der sechsteiligen Mystery Thriller-Serie, die Keshet Fiction Germany für ARD Degeto produziert. Inszenieren wird Mabuse Boris Kunz, der auch gemeinsam mit Peter Kocyla und Oskar Sulowski das Drehbuch schrieb.

 

Auf unser schönes Leben

In Julia Fuhr Manns doku-fiktionalem Debütfilm blickt Ich-Erzählerin Giulia in eine Zukunft, in der all die geerbte Schwere aus der weiblichen Linie ihrer Familie abgelegt ist. Sie stolpert aus dem Einfamilienhaus, das ihr Herz rechtwinklig gemacht hat und folgt dem flirrend-sommerlichen Flirt einer queeren Crew nach Italien. Das Drehbuch zu Auf unser schönes Leben schrieb Julia Fuhr Mann gemeinsam mit Kim de l’Horizon und Bernadette Kolonko, als Produktionsfirma fungiert Pinky Swear Film Diettrich & Woldeslassie.

 

Die Sennerin

Perathon Film entwickelt mit Autor Dominikus Steinbichler und Regisseur Hans Steinbichler das Kinofilmprojekt, basierend auf der Buchvorlage Harte Tage, gute Jahre von Christiane Tramitz. Eine Frau, die im Kleinen das große Ganze verwirklicht. Die Geschichte einer Selbstbehauptung, von poetischer Schönheit und spiritueller Kraft.

 

Die Kunsthändlerin

Dieses Vorhaben widmet sich Agnes Dürer. Sie ist nicht nur die Ehefrau des berühmtesten deutschen Malers der Renaissance, sondern auch dessen Kunsthändlerin, Managerin und Galeristin. Das Projekt entwickelt die Caligari Film- und Fernsehproduktion mit Autor Heiko Schier und Regisseurin Pola Beck.

 

Chopper 

Die Medien des ganzen Landes sind nach Lohbergmoos gekommen, auch Australien und Japan haben Kamerateams geschickt, um über ihn zu berichten: „CHOPPER“, ein vermeintlicher Geist, der in einer Zahnarztpraxis in Bayern sein Unwesen treibt und vor allem Zahnarzt Joseph und Arzthelferin Babsi in den Wahnsinn treibt. Diesen Stoff entwickeln Julius Grimm und Bernd Blaschke mit WennDann Film für die große Leinwand.

 

Alle gestern empfohlenen Projekte finden Sie hier.

Nun stehen die Zeichen auf die 71. Berlinale. Wir freuen uns, dass acht Filme, die der FFF Bayern in der Produktion gefördert wurden, dort ihre Uraufführungen erleben werden, davon drei im Wettbewerb: Gelbe Briefe, Etwas ganz Besonderes und Rose.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre der neuen Ausgabe der Film News Bayern.


Wir sehen uns im Kino,

Ihre Dorothee Erpenstein

Herausgeber: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information
Redaktion: Dr. Olga Havenetidis
Gestaltung: Schmid/Widmaier

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#1/26

FILM NEWS
BAYERN

DAS MEDIENMAGAZIN DES FFF BAYERN
FILM, SERIE, GAMES UND XR
Erschienen am 29. Januar 2026

FÖRDERUNG

CREATIVE EUROPE DESK MÜNCHEN

6,6 Millionen Euro europäische Förderzusagen für Bayern in 2025, aktuelle Fördermöglichkeiten des Creative Europe MEDIA-Programms und ein Rückblick auf das Mediengespräch in der Au: das sind die News aus dem Creative Europe Desk München.

STANDORT

„DER KINOBESUCH ALS SOLCHER SOLLTE WIEDER EVENT WERDEN“

Das Park-Kino in Bad Reichenhall erhielt den mit 20.000 Euro dotierten Spitzenpreis der bayerischen Kinoprogrammprämie. Ein Gespräch mit Kinobetreiber Josef Loibl

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2500 PROZENT BAYERN-EFFEKT

Mit 1 Mio. Euro förderte der FFF Bayern die Produktion der zweiten Staffel der Hulu-Serie Nine Perfect Strangers mit Hauptdarstellerin Nicole Kidman. Produzent Joe Neurauter erklärt, welche Vorzüge des Standorts dazu beigetragen haben, das Projekt nach Europa und speziell nach Bayern zu bringen – und was es Bayern gebracht hat.

PRODUK­TION

FILM COMMISSION BAYERN NEWS

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten
und Dokumentationen der
Film Commission des FFF Bayern

PRODUKTIONS­SPIEGEL

Den regelmäßig aktualisierten Produktionsspiegel finden Sie hier online. Wenn Sie Ihre Produktionen ebenfalls listen möchten, nutzen Sie schnell und einfach das Anmelde-Fenster am Ende der Seite.

AKTUELLE STARTS

FFF-geförderter Projekte

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DAS BÖSE LAUERT IN DEN TRÄUMEN

Wie politische Unterdrückung die menschliche Psyche infiltriert, das macht die FFF-geförderte XR-Experience „Library of Dreams“ erfahrbar.

VERAN­STALTUNGEN

EIN FEST FÜR DAS KINO

Das herausragende Jahresfilmprogramm von 77 Kinos im ganzen Freistaat würdigte der FFF Bayern im Jahr 2025 mit Prämien in einer Gesamthöhe von 800.000 Euro. Sie wurden im November in Kempten im Allgäu verliehen.

FILM NEWS BAYERN – das Medienmagazin des FFF Bayern
Film, Serie, Games und XR | #1/26 |
www.fff-bayern.de

Redaktion: Dr. Olga Havenetidis (v.i.S.d.P.)
Autor*innen dieser Ausgabe: Dunja Bialas, Julien Hebenstreit, Jürgen Moises, Dominik Petzold, Anja Schmidt, Georg Seitz, Anna Steinbauer, Pascal Wagner, Insa Wiese, Kathrin Winter

Header: Gelbe Briefe
© Alamode Film

Anzeigen: Veronika Barthelmess

AKTUELLE
STARTS

FFF-geförderter Projekte

KINO RELEASES

der FFF-geförderten Filme

Ach, diese Lücke,
diese entsetzliche Lücke

Produktion
Komplizen Film, Warner Bros.
Film Produktions Germany mit Doll Filmproduktion,
Sentana Filmproduktion

Verleih
Warner Bros. Pictures

Drehbuch und Regie
Simon Verhoeven

 

Kinostart
29. Januar 2026

Woodwalkers 2

Produktion
Blue Eyes Fiction mit Studiocanal,
Dor Film Wien,
Filmvergnügen Südtirol

Verleih
Studiocanal

Drehbuch
David Sandreuter

Regie
Sven Unterwaldt

 

Kinostart
29. Januar 2026

Der Schimmelreiter

Produktion
B+M Entertainment mit Network Movie,
Whee Film,
Gretchenfilm

Sender
ZDF, Arte

Verleih
Arsenal Filmverleih

Drehbuch
Léonie-Claire Breinersdorfer

Regie
Francis Meletzky

 

Kinostart
5. Februar 2026

Return to Silent Hill

Produktion
Maze Pictures,Davis Films,
Electric Shadow Company, Supernix,
Occupant Entertainment,
Room 318 WIP, Lotus Wallace

Verleih
Leonine Studios

Drehbuch
Christophe Gans, Hiroyuki Owaku,
William Josef Schneider

Regie
Christophe Gans

 

Kinostart
5. Februar 2026

Sie glauben an Engel, Herr Drowak?

Produktion
Zieglerfilm Baden-Baden mit Tellfilm,
Zieglerfilm, Zieglerfilm München

Sender
SWR, SRF-SRG SSR, WDR, HR, arte

Verleih
X Verleih

Drehbuch
Bettina Gundermann

Regie
Nicolas Steiner

 

Kinostart
19. Februar 2026

Ein fast perfekter Antrag

Produktion
Studio Zentral mit Leonine Studios

Sender
ARD Degeto Film

Verleih
Leonine Studios

Drehbuch
Richard Kropf

Regie
Marc Rothemund

 

Kinostart
26. Februar 2026

Gelbe Briefe

Produktion
if… Productions

Verleih
Alamode Film

Drehbuch
İlker Çatak, Ayda Meryem Çatak,
Enis Köstepen

Regie
İlker Çatak

 

Kinostart
5. März 2026

Das geheime Stockwerk

Produktion
Kevin Lee Filmgesellschaft, Amour Fou Luxembourg

Sender
MDR, BR, SWR, HR, KiKa, ORF

Verleih
Farbfilm Verleih

Drehbuch
Antonia Rothe-Liermann, Katrin Milhahn

Regie
Norbert Lechner

 

Kinostart
12. März 2026

Vier minus drei

Produktion
Giganten Film Produktion,
2010 Entertainment

Verleih
Alamode Film

Drehbuch
Senad Halilbašić

Regie
Adrian Goiginger

 

Kinostart
16. April 2026

Cotton Queen

Produktion
Strange Bird

Verleih
Jip Film

Drehbuch und Regie
Suzannah Mirghani

 

Kinostart
23. April 2026

Ein Münchner im Himmel – Der Kinofilm

Kinostart
23. April 2026

Pferd am Stiel

Kinostart
23. April 2026

GAME RELEASE

der FFF-geförderten Games

ChromaGun 2

Studio
Benjamin Lochmann New Media

Plattform
PC

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„Er hat Talent
im Über­maß“